Weitere Veröffentlichungen:
"Wild Cat", LP, September 1980
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"Hellbound", EP, 1981
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"Spellbound", LP, April 1981
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"Crazy Nights", LP, November 1981
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"The Cage", LP, August 1982
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"The Wreck-Age", LP, 1985
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"First Kill", CD (Compilation), 1986
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"Burning In The Shade", LP, 1987
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"Singles", CD (Compilation), 1991
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"On The Prowl", CD (Compilation), 1999
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"Live At Nottingham Rock City", CD, 2001 (aufgenommen 1991)
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"Live At Wacken", CD, 2001 (aufgenommen 1999)
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"Mystical", CD, 2001
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"Live In The Roar", CD, 2003
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"Noises From The Cathouse", CD, 2004
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"Big Game Hunting: The Rarities", CD (Compilation), 2005
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Eines der wohl beeindruckendsten und bis heute nachhaltigsten Phänomene der Musikgeschichte, die sich Ende der siebziger Jahre auftürmende "New Wave Of British Heavy Metal", brachte bis zu ihrem Verebben zu Mitte der Achtziger neben Mega-Acts wie IRON MAIDEN und DEF LEPPARD oder den bis heute unermüdlichen Recken von SAXON eine Vielzahl von heute kaum mehr als Insidern bekannte Anzahl von Bands hervor, die aus den unterschiedlichsten Gründen niemals den verdienten Durchbruch schafften. Eine davon waren die TYGERS OF PAN TANG, die außer einem äußerst coolen Bandnamen ebenfalls über ein erhebliches Potential verfügten. Auch wenn die Band mit Unterbrechungen bis in die heutigen Tage besteht, ihre Glanzzeit hatte sie gewiss in der Blütezeit der NWOBHM. Diese Phase soll noch einmal ans Tageslicht hervorgeholt werden, um jüngeren Metal-Fans einen Überblick zu verschaffen bzw. Veteranen (sprich damals ca. fünfzehn- bis zwanzigjährigen Headbangern und heute "plus 25") eventuell die alten Alben wieder hervorkramen lassen...

Der kaum dem Teenageralter entwachsene Gitarrist Robb Weir spielte um 1977 herum in einer Punk-Band namens TRICK. Dinosaurier des Hard Rocks wie DEEP PURPLE, LED ZEPPELIN, BLACK SABBATH oder URIAH HEEP hatten zu dieser Zeit ihre Zähne verloren oder begaben sich in die Nähe der ewigen Jagdgründe, als Punks wie die SEX PISTOLS, THE CLASH oder THE DAMNED die Szenerie betraten und für frischen Wind sorgten.
Das damalige Publikum bestand zu einem Großteil aus Jugendlichen zwischen zwölf und achtzehn Jahren, die nach harter und wilder Musik verlangten. Glam Rock war seit Jahren out, die sich allmählich vom reinen Hardrock entfernenden STATUS QUO alleine genügten einem nach hartem bodenständigem Rock gierendem Publikum bei weitem nicht und AC/DC schlummerten noch mehr oder weniger im europäischen Underground.
Nachdem die Bands der ersten Hard Rock-Welle müde geworden waren, ihre Musik zunehmend "erwachsener" wurde und Acts wie die frühen JUDAS PRIEST oder die genialen UFO ihre Erfolge größtenteils außerhalb der britischen Heimat feierten, übernahmen die Punks das Regime der Bodenständigkeit. Die verloren gegangene Bodenständigkeit der Hardrocker wurde von ihnen an der Wurzel gepackt. Man spielte für kleines Eintrittsgeld in Clubs, Bassist und Schlagzeuger sorgten für ein treibendes Fundament, langweilige Gitarren- und Schlagzeugsoli waren verpönt, statt dessen wurde das Gaspedal permanent durchgetreten. Technisches Können war nicht erste Voraussetzung zur Mitgliedschaft in einer Band, vielmehr übernahmen Einstellung und Leidenschaft die Hauptrolle. Plötzlich konnte jeder Jugendliche seinen Traum, nämlich den vom Stehen auf einer Bühne, ausleben und relativ schnell verwirklichen.
Nach kurzer Zeit jedoch erkannten große Teile des Publikums, dass sie ihr weniges Geld für Konzerte verprassten, die sie selbst besser hätten geben können. Diese Gruppierung von Fans harter Musik verlangte nach technisch versierteren Songs, ohne jedoch die Bodenständigkeit verlieren zu wollen. Ellenlange Soli und übertriebene Bühnenshows blieben verpönt, doch die Songs wurden jetzt schneller gespielt und ein den Track durchziehendes Gitarrenriff stand im Vordergrund.
TRICK trennten sich nach kurzer Zeit, und der eigentlich vom Hard'n'Heavy-Sound beeinflusste Robb Weir schaltete eine Anzeige, um neue Musiker für seine zukünftige Band zu rekrutieren. Als Resultat seiner Suche hatte er letztendlich den Bassisten Rocky (... der Familienname bleibt unbekannt. Hinweise bitte an die Redaktion des Home-of-Rock...) und den Drummer Brian Dick in seiner neuen Gruppe. Den Namen TYGERS OF PAN TANG brachte Rocky mit, nachdem er ein Buch namens "Stormbringer" von einem Autor namens Michael Moorcock gelesen hatte.
Besagter Mr. Moorcock sollte einige Jahre später gemeinsam mit einem gewissen Eric Bloom das sagenhafte Veteran Of The Psychic Wars für eine Band mit dem Namen BLUE ÖYSTER CULT schreiben.
Man bestritt die ersten Auftritte ausschließlich mit Cover-Versionen härteren Kalibers. Die Heimat der TYGERS war die Gegend um die Whitley Bay im Nordosten Englands. Nachdem die Band sich von ihrem ersten Frontmann Mark Butcher getrennt hatte und notgedrungen als Trio auftrat, trafen Weir & Co. während eines Gigs in einem Club namens "The Mingles" in ihrer regionalen heimatlichen Umgebung auf einen gewissen Jess Cox. Zu diesem Zeitpunkt verfügte die Band über sage & schreibe einen (!) eigenen Song (ohne Text!), der Rest ihres Repertoires basierte auf Tracks von MOTÖRHEAD oder Ted Nugent.
Cox war zu diesem Zeitpunkt Mitglied einer lokalen Band ohne große Ambitionen. Robb Weir traf ihn eines Abends in einem Club. Nach einer anfänglich üblichen Kneipenplauderei überredete er ihn zu einem Bandwechsel. Eher zögernd trat er schließlich dem Lager der TYGERS bei, mit dem bei denen üblichen Heavy Metal hatte er bis dato jedoch wenig am Hut. Ursprünglich stark von DEEP PURPLE oder BLACK SABBATH angezogen, hatte sich sein Interesse mittlerweile eher in Richtung Westcoast (u.a. EAGLES) oder Punk verlagert. Ein Song jedoch sollte entscheidend für seinen Einstieg bei den TYGERS werden: Don't Touch Me There. Nach dem Hören dieses Tracks (lediglich in einer instrumentalen Version, die Lyrics schrieb Cox nach seinem Einstieg!) stand die Entscheidung für einen Wechsel des Bandlagers fest.
Erstmals konnte man von einer ernsthaften Ausgabe der TYGERS OF PAN TANG reden. Man probte und schrieb unermüdlich, eigene Songs entstanden in einem kurzen Zeitraum. Auf lokaler Ebene hatte man sich schnell mit einem Agenten geeinigt; Gigs in Pubs oder Arbeiterclubs der heimatlichen Region wurden unter zunehmender Verwendung eigenen Materials und dem Plündern im Fundus von Ted Nugent, AC/DC oder der BEATLES (!) bestritten.
Den ersten Auftritt im neuen Line-Up bestritt man ausgerechnet an dem Ort wo sich Robb Weir und Jess Cox kennengelernt hatten, dem "Mingles Club" in ihrer Heimatstadt Whitley Bay. Die dortige Kellnerin mochte den TYGERS-Gitarristen, und so schickte die junge Band ihn für eine kleine Plauderei zu ihr. Robb sollte sie dazu bewegen, dass sie ihren Chef zu einer Auftrittsmöglichkeit für das aufstrebende Quartett überreden konnte.
Während des Jahres 1979 bestritt man einen Auftritt in der "Whitley Bay High School" und traf dabei auf Dave Wood, dem Boss des jungen Labels "Neat Records". Der mochte die Band auf Anhieb und schon einen Tag später traf man sich in dessen Aufnahmestudio um die erste Single Don't Touch Me There aufzunehmen. Bis dahin hatten Neat Records ein wenig orientierungslos versucht, Material von längst vergessenen Rock-Bands (MOTORWAY) oder einer obskuren 14-jährigen Sängerin unters Volk zu bringen. Damit hatte man zwar keinen Erfolg erzielen können, doch die TYGERS waren glücklich einen ersten Plattenvertrag zu besitzen. Don't Touch Me There markierte den Wechsel für "Neat" zu einem Heavy Metal-Label.
Im September 1979 schon erschien der Song als erste Single mit den Tracks Bad Times und Burning Up als B-Seite. Kommerziell bedeutete dieses für beide Seiten allerdings keinen großen Erfolg.
Vertriebsmäßig auch mit weiteren Veröffentlichungen (u.a. WHITE SPIRIT mit dem heutigen MAIDEN-Gitarristen Janick Gers) auf der Indie-Schiene, zeigte alsbald das Major-Label MCA (u.a. TRIUMPH) Interesse an den Neat-Scheiben. Speziell die TYGERS hatte man dabei ins Visier genommen.
Plötzlich ging alles schnell. Der Bandmanager bestellte die vier Youngster in einen Pub nach Newcastle und hielt dem Quartett einen MCA-Vertrag unter die Nase. Robb, Jess, Rocky und Brian aus dem Nordosten Englands unterschrieben diesen an Ort und Stelle, ohne den Kontrakt überhaupt erst einmal gelesen zu haben. Wie Jess Cox später lakonisch bemerkte, hätten sie den Inhalt wahrscheinlich sowieso nicht verstanden.
MCA lizensierten die TYGERS-Single, Neat Records jedoch wollten einen Album-Deal für die Band abschließen. Ähnliches geschah mit den von ihnen betreuten Bands FIST ("Turn The Hell On", 1980) und bereits erwähnten WHITE SPIRIT ("White Spirit", 1980). Schließlich kam es auch zu den angestrebten Alben, doch nur die TYGERS sollten schließlich auch ans überlebenswichtige Touren kommen. MCA stellten zwar tausende von Pfund für die Aufnahmen zur Verfügung, doch nach Fertigstellung der Produkte schienen sie kein Geld mehr für Promotion oder Tourneen zur Verfügung zu haben. FIST und WHITE SPIRIT gingen unter, die TYGERS OF PAN TANG tourten mit mittlerweile drei Singles im Rücken wie die Wilden durchs Vereinigte Königreich.
Don't Touch Me There hatten MCA bereits 1979 noch einmal als 7" Single herausgebracht, im Juni 1980 erschien die 45er Rock 'n Roll Man / Alright On The Night und noch vor der Veröffentlichung des Debut-Album die 7" Platte Suzie Smiled / Tush (einem ZZ TOP-Cover) im August 1980. Heraus kamen dabei allerdings lediglich Platzierungen in den unteren Regionen der Charts.
Nachdem man im Februar 1980 bei der MCA unterschrieben hatte, ging es kurz darauf auf Tour. Ihre erste nationale Konzertreise bestritten sie im Vorprogramm der Epic-Rocker MAGNUM. Jess Cox (Vocals), Robb Weir (Gitarre), Rocky (Bassist ohne Nachname) und Brian Dick (Drums) waren jedoch noch meilenweit von großen Nightlinern und ausgiebigem Catering entfernt. Die Jungs reisten in einem gemieteten Ford Cortina durchs Vereinigte Königreich. Der Wagen diente nicht nur als Transportmittel für die Band, neben ihren Bühnenklamotten fuhren auch noch eine große Pappkiste voller Lebensmittel und ein kleiner Campingkocher mit.
Die MAGNUM-Tour startete im März 1980 in Cardiff (Wales). Während der Headliner seinen Soundcheck abhielt, bereiteten die TYGERS den Inhalt einer Dose Irish Stew und dazugehörendes Toastbrot auf. Kaum waren Tony Clarkin, Bob Catley & Co. mit dem Proben fertig, erschienen sie im Lager ihrer Vorgruppe, angelockt durch die ihrer Meinung nach fantastischen Küchengerüche. Der Autor weiß nicht, was das damalige Catering zu bieten hatte, MAGNUM baten ihre Special Guests allerdings um eine Kostprobe ihrer Kochkünste. That's Rock'n'Roll!!
Noch viele Jahre später schwärmte Robb Weir vom brillanten weiteren Verlauf ihrer ersten Tournee durchs U.K., während der sich MAGNUM als Headliner ohne Allüren gegenüber ihrer Vorband erwiesen. Auch Jess Cox sprach knapp zwanzig Jahre später noch von dem für ihn tollen Gefühl, plötzlich ein Teil der großen Rock'n'Roll-Welt gewesen zu sein und, für ihn unerwartet schnell, um Autogramme gebeten zu werden. Nun traf man auch die Idole der kaum beendeten eigenen Jugend. Burke Shelley (BUDGIE) tauchte nach der Cardiff-Show in seiner Garderobe auf, während Cox fünf Jahre zuvor nach einem BUDGIE-Konzert in Newcastle noch Schlange für eine Gitarrensaite des Waliser Trios stand.
Die TYGERS OF PAN TANG entwickelten sich schnell zum gefragten Opener für weitere "größere" Acts. Nur wenige Wochen nach ihrem Tour-Debut bestritt man im Frühling 1980 das Vorprogramm von SAXONs "Wheels Of Steel"-Tour, um unmittelbar danach für die SCORPIONS, welche gerade das famose Album "Lovedrive" am Start hatten, zu eröffnen.
Damit nicht genug. Einige Gigs als Anheizer für IRON MAIDEN oder DEF LEPPARD folgten. So gastierte man am 2. und 3. April '80 mit den "Eisernen Jungfrauen" im rappelvollen alten Londoner Marquee, um nur knappe zwei Wochen darauf (13. April '80) erneut die britische Hauptstadt heimzusuchen. Dieses Mal "headbangten" sie gemeinsam mit den "Tauben Leoparden" im dortigen Lyceum. Insgesamt waren die TYGERS mit kürzeren Unterbrechungen fast sechs Monate auf Tour durch Großbritannien, ehe sie ihr erstes Album "Wild Cat" aufnahmen.
Im Sommer 1980 befand sich die New Wave Of British Heavy Metal auf ihrem Höhenflug. Doch nicht nur die jungen aufstrebenden Bands aus dieser Szene sorgten für Furore, der Hard'n'Heavy-Rock erlebte einen regelrechten Boom. Ein Klassiker nach dem anderen stand plötzlich in den Regalen der Plattenläden. NWOBHM-Acts wie IRON MAIDEN ("Iron Maiden", 1980), DEF LEPPARD ("On Through The Night", 1979), SAXON ("Wheels Of Steel", 1980, später im gleichen Jahr von "Strong Arm Of The Law" gefolgt) oder GIRLSCHOOL ("Demolition", 1980) sorgten für Furore, während ebenso "etabliertere" Gruppen wie JUDAS PRIEST ("British Steel"), BLACK SABBATH ("Heaven And Hell"), AC/DC ("Back In Black"), WHITESNAKE ("Ready An' Willing"), Ozzy Osbourne ("Blizzard Of Ozz"), MOTÖRHEAD ("Ace Of Spades") oder THIN LIZZY ("Chinatown") das Jahr 1980 zu einem Höhepunkt in der Geschichte des harten Rocks werden ließen. Selbst eine "alte" Band wie BUDGIE ließ sich anscheinend von der allgemeinen Euphorie anstecken und veröffentlichte im selben Jahr mit "Power Supply" ein absolut meisterhaftes Hard'n'Heavy-Geschoss.
Im Rahmen dieser Bewegung wurden die TYGERS OF PAN TANG hoch gehandelt. Plötzlich war man "hip" und zählte zu den neuen Stars. Jedenfalls in den Augen der Presse, die vor und nach dem Erscheinen von "Wild Cat" eine ganze Reihe von exzellenten Interviews mit den Jungs aus der nordostenglischen Whitley Bay-Gegend führte. Die Band selber stand der ganzen Sache eher zweifelnd gegenüber. Wie sich schon bald zeigen sollte, sollte diese Einstellung sich als nicht verkehrt erweisen. Nicht einmal ein Jahr später war pressemäßig kaum noch etwas über die Gruppe zu erfahren.
Der Sommer 1980 wurde mit der Single Rock 'n Roll Man (Juni '80) eingeläutet. Diesem ersten eigenen, gerade eben die Top 75-Charts erreichendem MCA-Produkt (Don't Touch Me There erschien ursprünglich bei Neat Records) folgte bereits nach zwei Monaten im August mit Suzie Smiled ein wahrer Kracher als dritte Single. Während Rock 'n Roll Man auf einen starken Groovefaktor setzte (und es vielleicht deswegen im Gegensatz zum treibenden Don't Touch... nicht aufs "Wild Cat"-Album schaffte) war Suzie Smiled neues Kraftfutter für eine permanent wachsende Headbanger-Gemeinde, mittlerweile auch außerhalb der britischen Insel.
Die TYGERS OF PAN TANG galten zu dieser Zeit auf der britischen Insel als heiß begehrter Opening-Act. Als ihnen zu Ohren kam, dass VAN HALEN sie im Vorprogramm haben wollten, war die Begeisterung im Bandlager groß, doch ihr Label MCA bestand auf das Einspielen einer Langspielplatte. Schließlich hatte man Weir, Cox & Co. zum Zwecke des Geldverdienens unter Vertrag genommen, und die erstaunlichen Resonanzen auf die TYGERS-Shows versprachen hohe Absatzzahlen.
Unter der Regie von Chris Tsangarides (u.a. "Painkiller" - JUDAS PRIEST) gingen die Aufnahmen für "Wild Cat" in den Londoner Morgan Studios rasch vonstatten. Bis auf Insanity waren sämtliche Songs komplett geschrieben und standen schon bis zu fast zwei Jahre auf der TYGERS-Setlist.
Nach seinem Erscheinen im September 1980 kletterte das Album rasch in die U.K.-Charts und erreichte die für eher unkommerzielle Newcomer erstaunliche Position 18. In den Heavy Metal-Charts hingegen belegte man die Spitzenposition.
"Wild Cat" ist heute, wie auch die TYGERS OF PAN TANG überhaupt, ziemlich in Vergessenheit geraten. Wer sich mit dem Album mal etwas näher beschäftigt, wird schnell feststellen, dass es keine Vergleiche mit den Debut-Werken von IRON MAIDEN und DEF LEPPARD oder SAXONs Alben aus dem selben Jahr zu scheuen braucht.
Ein Grund für das Abdriften in die Versenkung mag sicherlich in der mangelnden Präsenz auf dem europäischen Kontinent begründet sein. Derweil sich ihre Kollegen eine treue Fangemeinde außerhalb von Großbritannien erspielten (u.a. MAIDEN im Vorprogramm von KISS, LEPPARD als Opener für RAINBOW oder SAXON als Anheizer für PRIEST) konzentrierten sich die TYGERS auf ihr Heimatland, das nach wenigen Jahren zunehmend das Interesse am Heavy Metal verlor, während dieses Genre in weiten Teilen Europas noch länger boomte.
Wie viele Bands aus der Blütezeit der NWOBHM, hatte die Gruppe einen zumindest anfangs ureigenen Stil. Nicht so auf Twin-Gitarren wie bei Steve Harris & Co. basierend, nicht so melodisch wie Joe Elliot & Kumpels und auch nicht so Riff-betont wie Biff Byford & seine Mannen rockten Weir, Cox, Rocky & Dick (was im anglo-amerikanischen Slang außerhalb des Buckingham-Palastes bzw. des Weißen Hauses auch ein gebräuchliches Wort für ......., na ihr wisst schon, ist) relativ straight durch Songs, die auch toleranteren Fans von Lemmy K. oder Ted N. gefallen konnten. Die klare druckvolle Produktion von Chris Tsangarides sorgte dafür, dass so manche Unausgereiftheiten im Songwriting nie negativ ins Gewicht fielen. Zudem sind hier die siebziger Jahre noch nicht völlig über Bord geworfen, bei Slave To Freedom sorgte ein drastischer Tempowechsel inmitten des Tracks und ein kleiner Ausflug in bluesige Gefilde für Abwechslung, während man bei Insanity einige Effektspielereien einbaute. Dieser letzte Albumsong entstand innerhalb kürzester Zeit während der Aufnahmen zu "Wild Cat". Robb Weir kam mit dem Riff an, als die LP eigentlich schon fertig im Kasten schien. Jess Cox schrieb die Lyrics innerhalb einer Stunde und der Song wurde umgehend an Ort und Stelle aufgenommen. Die rauen Vocals, die treibenden Songs, der Sinn für Melodien trotz aller Heavyness, eine Rhythmussektion, die das Fundament für einprägsame Leads bzw. markante Riffs bot, zeichneten ein Album aus, das jeden Freund des "traditionellen" britischen Metals erfreuen dürfte. Die Scheibe enthält nicht einen Ausfall, und auch wenn nicht jeder Song ein Überflieger ist, besticht sie doch besonders durch ihre atmosphärische Dichte. Ob Money, Killers, Fireclown oder Wild Catz, hier wurde und wird bis heute für Fans der NWOBHM ein wahres Feuerwerk abgebrannt.
Bereits vor dem Erscheinen von "Wild Cat" im September '80, gab es die erste personelle Veränderung im Bandgefüge. Nach Beendigung der Arbeiten im Studio beschloss man einen zweiten Gitarristen anzuheuern, um besonders live den Sound zu kräftigen. Aus den Auditions, während denen rund 35 Gitarristen vorspielten, ging der ehemalige Maurer John James Sykes aus Blackpool im Juli '80 als Sieger hervor.
Ein nicht allzu geheimer Aufwärmgig als THE WILDCATS in Newcastle bildete seine Feuertaufe. Die ersten zwanzig Minuten des Konzerts fanden in einer Rauchwand statt. Die Bandmitglieder konnten einander kaum sehen, die Zuschauer hörten die TYGERS lediglich. Noch drei Meilen vom Club entfernt allerdings auch die dortigen Anwohner, so dass es zu einigen Beschwerden kam. Die Musikpresse war vollständig versammelt und verteilte großartige Kritiken. Somit war die Generalprobe absolviert für das nächste Konzert, jenem auf dem prestigeträchtigen Reading-Festival.
Zwar spielten längst etabliertere Acts wie WHITESNAKE oder Gary Moore nach ihnen, die TYGERS OF PAN TANG allerdings spielten vor der größten Zuschauermenge. Über 45.000 Zuschauer verfolgten den Auftritt der Band, die kurz darauf ihre erste Headliner-Tour durch Großbritannien bestreiten sollte. Diese sollte erfolgreich verlaufen und die Gruppe befand sich mit einem Top 20-Album im Rücken in einer wahren Top-Form.
Im November 1980 verließ Sänger Jess Cox unerwartet die Band. Seine Beweggründe blieben der Öffentlichkeit vorenthalten. Cox gründete mit dem ehemaligen MAIDEN Gitarristen Dennis Stratton die Gruppe LIONHEART, was unterm Strich für die Musiker als auch den erwartungsfrohen Fan eine enttäuschende Angelegenheit werden sollte.
Wieder mussten Auditions angesetzt werden. Nahezu 120 Sänger bekamen eine Chance. Die Wahl fiel auf Jon Deverill von der walisischen Band PERSIAN RISK. Diese galten als eine der talentiertesten NWOBHM-Acts. Der spätere MOTÖRHEAD Gitarrist Phil Campbell gehörte seinerzeit ebenfalls zum Line-Up einer Band die ihren ersten Auftritt bereits vor 2.000 Zuschauern im Vorprogramm von BUDGIE bestritt. Deverill hatte jedoch eine gänzlich andere Stimme als sein Vorgänger. Cox trug mit seiner rauen Röhre mit zum ursprünglichen Reiz der TYGERS bei, während Jon Deverill eine wesentlich weichere Stimme besaß.
Die Band begab sich direkt nach Deverills Einstieg zwecks Rehearsals ins Studio und gab ein Test-Konzert im Londoner Marquee, um den neuen Sänger erstmals live im Konzert der Presse und den Fans zu präsentieren.
Wie Ur-Gitarrist Robb Weir später in den Liner-Notes des Re-Release von "Spellbound" bemerkte, verliefen die Aufnahmen zu ihrem zweiten Longplayer wesentlich anders als bei "Wild Cat". Irgendwie existierten jetzt mehr Stimmen und Meinungen als zuvor, womit auch eventuelle versuchte Einflussnahmen durch ihr Label MCA gemeint sein könnten. Betrachtet man die Entwicklung bei ihren U.S.-Labelkollegen TRIUMPH zur etwa gleichen Zeit, kann man leicht zu dieser Meinung gelangen.
Der nur wenige Monate zuvor eingestiegene John Sykes sollte neben der schon allein durch Deverills Stimme bedingten Veränderung ebenfalls mitverantwortlich an einem Wechsel im Songwriting werden. Robb Weir, der das Geschehen auf der Sechssaitigen zuvor alleine bestimmte, musste sich jetzt nicht nur die Soli mit John Sykes teilen. Wie er selber zugab, war Sykes der bessere Gitarrist, was für ihn viel hartes Üben bedeutete um mit dem Neuzugang mitzuhalten. Der Charme der bisherigen Songs verflog allerdings, das neue Material klang deutlich verändert.
Die musikalische Richtung wechselte vom rauen kraftvollen Heavy Metal hin zu einer melodiöseren Variante. Gleichzeitig hielten frühe Speed Metal-Elemente (Hellbound) mit teils hymnenhaftem Charakter Einzug in die neuen Tracks. Wo zuvor hier und da noch der "Siebziger Jahre Hardrock" durchschimmerte, klang jetzt alles zeitgemäß. Voll auf NWOBHM getrimmt, die Gitarren noch weiter in den Vordergrund gedrängt und gleichzeitig einen Sinn für eingängige Melodien beweisend, lieferten die TYGERS ein völlig "neues" Album ab. Wer spätere Alben aus Sykes Karriere hört, wird sicherlich bestätigen, dass er auf "Spellbound" wohl das Zepter in der Hand hielt. Die Songs mochten sicherlich mehr Abwechslung bieten und ein "Muss" für alle Headbanger sein, das kultige Element der Anfangszeit war fort. Erneut mit dem Produzenten Chris Tsangarides arbeitend, erlebten die Briten trotzdem eine weitere Sternstunde und konnten weitere Erfolge einheimsen.
Das nach wie vor exzellente Songwriting ließ eine recht aggressive Auskopplung (Hellbound) sofort zur Single der Woche werden. Eine spätere weitere Single (The Story So Far) bewies die Vielseitigkeit der Band. Vergleichsweise popig ausfallend, ließen die melodiösen Gitarren-Leads die leichte Schlager-Schlagseite sofort vergessen und katapultierten den Track auf den ersten Platz der Heavy Metal Charts.
Klopfern wie Take It, Silver And Gold oder Blackjack, die noch am ehesten an das fulminante Debut erinnerten, stand das balladeske Mirror gegenüber. Ein solcher Track wäre mit Jess Cox an den Vocals eher unwahrscheinlich gewesen, jedoch stellte sich bereits hier die Frage ob die TYGERS-Fans sich überhaupt einen solchen Song wünschten. Da war doch der Riff-Rocker Tyger Bay wahrscheinlich angesagter, welcher ein wenig an die SAXON-Alben jener Zeit erinnerte.
Den Abschluss bildete mit Don't Stop By ein eher experimenteller Track mit kleinen Synthie-Einlagen. Dieser Ausflug vom typischen Metal-Sound zeigte ein weiteres Mal an, welches Potential in der Band steckte.
Nur sieben Monate nach dem Erscheinen von "Wild Cat", stand mit "Spellbound" im April 1981 bereits die zweite LP der TYGERS in den Regalen der Plattenläden. Wenn auch auf einer gänzlich anderen Schiene daher kommend, fand es spielend seinen Weg aus den Lautsprechern in die Ohren der Fans. Das Album vermochte den Charterfolg des Vorgängers noch zu überbieten und kletterte schnurstracks bis auf den zwölften Platz der bestverkauften Longplayer in Großbritannien.
Um die Verkäufe zu unterstützen und das Album neben der geschalteten Werbung auch live zu promoten, ging es schnell wieder auf Tournee. Allein im United Kingdom gab man 21 Konzerte in den großen Hallen, bei denen jetzt entgegengesetzt zum Vorjahr MAGNUM für das Quintett eröffneten. Nebenbei bestritt man einige Fernsehauftritte, was für Heavy Metal Bands auch zur Blütezeit der NWOBHM nicht alltäglich war, und gab Konzerte auf dem europäischen Festland.
Während des Jahres 1981 wuchs die Popularität der TYGERS enorm an. Kaum den letzten Auftritt hinter sich habend, steckte die Band bereits in den Arbeiten am dritten Album. MCA hatte angefragt und drängte auf eine weitere Veröffentlichung innerhalb von drei Wochen. Weir, Sykes, Deverill, Rocky und Dick schrieben sofort wie die Verrückten an neuem Material, während so manch ein besorgter Betrachter das schnelle Ausbrennen der vielversprechenden Metal-Hoffnung befürchtete.
Mit Hilfe des Produzenten Dennis Mackay (u.a. Pat Travers) bekam man schnell das "Crazy Nights" betitelte Album zustande.
Bereits am 5. November '81 spielte man erneut im Londoner Marquee um die neuen Tracks der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Resonanzen waren gut, doch es blieb nicht verborgen, dass neben einem leicht gesteigerten Härtegrad und dem Einzug von einigen Blueselementen (vermutlich auf das Konto von John Sykes gehend) das Songmaterial schwächelte und nicht an jenes der beiden ersten Longplayer heranreichen konnte. Nimmt man die Songauswahl der 1983 von MCA veröffentlichten LP "The Best Of The Tygers Of Pan Tang" als Maßstab, schien besonders ihre Plattenfirma nicht sonderlich überzeugt. Lediglich der Titeltrack Crazy Nights, ein bis dato für TYGERS-Verhältnisse eher durchschnittlicher Song ohne besondere Höhepunkte, fand noch den Weg auf besagten Sampler.
Wieder ging es auf Tour. Dieses Mal stand auch Japan auf dem Plan, ein für Metal Acts in damaligen Jahren immens wichtiger und großer Plattenmarkt, der von keiner populären Hard'n'Heavy-Band konzertmäßig vernachlässigt werden durfte. Im Februar 1982 tourte man im Vorprogramm von GILLAN durchs europäische Festland. Wie Robb Weir später erzählte, verlief auch diese Tour gut und die TYGERS lieferten starke Shows mit einem großartigen Headliner ab, bei denen der heutige IRON MAIDEN-Gitarrist Janick Gers nach seiner Zeit bei den anfangs erwähnten Labelkollegen WHITE SPIRIT die Sechssaitige bediente.
Kaum nach beendeter Tournee wieder daheim, verließ John Sykes die Gruppe kurz darauf um zwei Uhr nachts und verschwand quasi spurlos in der dunklen Nacht. Das Gerücht, er würde ins Lager von Ozzy Osbourne wechseln, der nach dem tragischen Tod (Frühjahr 1982) von Randy Rhoads arge Probleme hatte, bewahrheitete sich allerdings nicht. Sykes ging zu THIN LIZZY und nahm mit der Band um Phil Lynott das starke Album "Thunder And Lightning" (1983) auf. Nach deren Auflösung kooperierte er mit David Coverdale, stieg 1984 in dessen Gruppe WHITESNAKE ein und spielte auf dem Multimillionen-Seller "1987" mit. Danach folgte Sykes Projekt BLUE MURDER (u.a. mit Drummer Carmine Appice). Das selbstbetitelte Debut, mit ihm an den Lead-Vocals, fiel zwar stark aus, war allerdings für den damaligen Markt eventuell zu sperrig. John Sykes machte noch einige Jahre unter seinem eigenen Namen weiter, kommerziell gings allerdings bergab. Der hochgelobte ehemalige Gitarrist der TYGERS, THIN LIZZY und WHITESNAKE trat gemeinsam mit Scott Gorham ab Ende der Neunziger wieder unter dem Banner THIN LIZZY auf und konnte die Vocals eines Phil Lynott zwar nicht vergessen machen, jedoch vertrat er den 1986 verstorbenen charismatischen Frontmann erstaunlich gut.
Die TYGERS OF PAN TANG standen nach dem völlig unerwarteten Ausstieg ihres zweiten Gitarristen vor dem Problem, schnellen Ersatz für eine bereits gebuchte nahende Tour durch Frankreich zu finden. Die Lücke im Bandgefüge wurde in kurzer Zeit gestopft. Ein gewisser Fred Purser von der höchstens regional bekannten Punk/New Wave-Gruppe PENETRATION war fortan fünftes Mitglied der NWOBHM-Stars. Purser taugte auch als Songschreiber, und so war man bereits im März/April des Jahres 1982 erneut im Studio um unter dem Produzenten Peter Collins (u.a. RUSH und QUEENSRYCHE) das vierte Album "The Cage" einzuspielen.
Collins hatte bis dato diverse Erfolge im Pop-Business erzielt und Fred Purser brachte zu den Aufnahmen die aufgrund seiner musikalischen Vergangenheit unerlässlichen Keyboards mit. Wer jedoch eine Produktion im Stile von UFO, WHITESNAKE oder anderen mit Keyboards arbeitenden Hardrockern erwartet hatte, wurde bitter enttäuscht. Das Gefühl des TYGERS-Gitarristen Robb Weir, die bis dato kommerziellste LP abgeliefert zu haben, sollte sich als durchaus realistisch darstellen. Ein hartes Remake des Oldies Love Potion No. 9 wurde zu ihrer erfolgreichsten Single. Das Album "The Cage", im August '82 erschienen, verkaufte sich wie alle TYGERS-LPs enorm und kratzte an den Top Ten.
Die Band ging erneut auf eine ausverkaufte Tour durch Großbritannien und spielte u.a. auch im Londoner Hammersmith Odeon, nach welchem MOTÖRHEAD ein knappes Jahr zuvor ihr legendäres erstes Live-Album ("No Sleep 'Til Hammersmith") benannt hatten. Trotz dieser Erfolge trat hier der Bruch ein, von dem sich die TYGERS nicht mehr erholen sollten. Die nach harter Kost verlangenden Fans wanderten ab und suchten sich andere Bands um ihren metallischen Heißhunger zu stillen. Auch das bisherige Management beendete nach der U.K.-Tour die Zusammenarbeit mit der Gruppe, da es den Eindruck hatte, den TYGERS in ihrer weiteren Karriere nicht mehr die nötige Unterstützung geben zu können.
Erneut ging es nach Fernost. Eine ausverkaufte kleine Tour mit fünf Konzerten in Japan sollte im Herbst '82 ein Wiedersehen mit den SCORPIONS auf deren "Blackout"-Tour bringen. Hatten die TYGERS OF PAN TANG noch zwei Jahre zuvor deren britisches Vorprogramm bestritten, so spielte man jetzt in Osaka am gleichen Tag in unterschiedlichen Hallen. Das Konzert der TYGERS vermeldete "sold out"! Man war im gleichen Hotel untergebracht und feierte nach den Shows noch eine kleine gemeinsame Party.
Wieder daheim in Great Britain, erfolgte die Ernüchterung. Die Fans der ersten Alben kehrten ihnen den Rücken. Mainstream Rock war etwas für U.S.-Acts wie FOREIGNER (u.a. "4"; 1981), die britischen TYGERS kamen da qualitativ nicht heran. Tracks wie Rendezvous, Lonely At The Top, Paris By Air oder Making Tracks fielen als zweitklassige Versuche einer Band durch, den nordamerikanischen Plattenmarkt zu knacken. Während ihre NWOBHM-Kollegen von IRON MAIDEN und DEF LEPPARD ein phänomenales "The Number Of The Beast" im gleichen Jahr bzw. ein gelungenes kommerzielles Album wie "Pyromania" im Jahr darauf hinlegten und in den USA große Erfolge erzielen konnten, gingen Weir, Deverill, Rocky, Dick und Purser dort gnadenlos unter.
Man beschloss sich selbst zu managen und beging den nächsten gravierenden Fehler. Was noch ein paar Jahre zuvor eine Sache "aus dem Bauch heraus" war und zwei hervorragende Alben ("Wild Cat", "Spellbound") entstehen ließ, geriet nun zu einer kopflastigen Angelegenheit. Für "The Cage" hatte man nicht mehr allzu viel auf die eigenen Fähigkeiten als Songschreiber gegeben und zunehmend auf das Material außenstehender Komponisten gesetzt. Doch waren es früher Rock-Klassiker wie Tush (ZZ TOP) oder All Or Nothing (SMALL FACES) im frechen TYGERS-Stil, so wurden die Coverversionen der Band nun zunehmend zahnloser.
Den einzelnen Bandmitglieder schwebten unterschiedliche Vorstellungen über die künftige musikalische Ausrichtung vor. Ihr Label MCA realisierte schnell, dass der Ofen aus war und die so hoffnungsvoll gestartete Gruppe stand ehe sie sich versah ohne Plattenvertrag da (... was MCA jedoch nicht davon abbringen konnte, 1983 noch den halbgaren Sampler "The Best Of The Tygers Of Pan Tang" zu veröffentlichen). Dieser Rückschlag besiegelte das Schicksal der Gruppe aus dem Nordosten Englands. Gegen Jahresende 1982 löste sich die Mark IV-Besetzung mit Jon Deverill (Vocals), Robb Weir (Gitarre), Rocky (Bass), Brian Dick (Drums) und Fred Purser (Gitarre, Keyboards) auf. Damit war das Kapitel TYGERS OF PAN TANG zur Zeit der NWOBHM beendet. Es gab in den Jahren darauf diverse Wiederbelebungsversuche, doch wie heißt es so schön? That's another story!
The Story So Far...
"Wild Cat", "Spellbound", "Crazy Nights" und "The Cage" wurden 1997 noch einmal von Edgy Records veröffentlicht. Jede CD enthielt Booklets mit verschiedenen raren Fotos aus dem TYGERS-Archiv und persönlichen Liner-Notes einzelner Bandmitglieder.
"Wild Cat", September 1980:
1. Euthanasia
2. Slave To Freedom
3. Don't Touch Me There
4. Money
5. Killers
6. Fireclown
7. Wild Catz
8. Suzie Smiled
9. Badger Badger
10. Insanity
Extra Tracks:
11. Rock And Roll Man
12. Alright On The Night
13. Tush
14. Straight As I Die
15. Don't Take Nothing
16. Bad Times
17. Burning Up
18. Don't Touch Me There (Original Version)
"Spellbound", April 1981:
1. Gangland
2. Take It
3. Minotaur
4. Hellbound
5. Mirror
6. Silver And Gold
7. Tyger Bay
8. The Story So Far
9. Blackjack
10. Don't Stop By
Extra Tracks:
11. All Or Nothing
12. Don't Give A Damn
13. Bad Times
14. It Ain't Easy
15. Don't Take Nothing
"Crazy Nights", November 1981:
1. Do It Good
2. Love Don't Stay
3. Never Satisfied
4. Running Out Of Time
5. Crazy Nights
6. Down And Out
7. Lonely Man
8. Make A Stand
9. Raised On Rock
10. To See
Extra Tracks:
11. Slip Away
12. Stormlands
13. Paradise Drive
"The Cage", August 1982:
1. Rendezvous
2. Lonely At The Top
3. Letter From L.A.
4. Paris By Air
5. Tides
6. Making Tracks
7. The Cage
8. Love Potion Number 9
9. You Always See What You Want
10. Danger In Paradise
11. The Actor
Extra Tracks:
12. Life Of Crime
13. Love's A Lie
14. What You Sayin'
15. Making Tracks (Extended Remix)
Quellen:
Booklets der TYGERS-Alben (Edgy Records) - 1997
Cover "The Best Of The Tygers Of Pan Tang" - MCA Records 1983
Iron Pages "NWoBHM - The glory Days" - Buch von M. Mader, O. Jeske & M. Kerschke (1995)
Heavy Metal Special 1981 - Musik Express
Best Of Rock & Metal - Rock Hard, Buch 2005
Int'l Encyclopedia of Hard Rock & Heavy Metal - Tony Jasper & Derek Oliver (1983)
Ein paar eigene Erinnerungen.
Ohne die Hilfe der genannten Quellen wäre diese Story niemals möglich gewesen. Ein Dank an alle, die am Entstehen dieser mitgewirkt haben.
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