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Drivetrain

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Drivetrain
Drivetrain, Sanctuary Records, 2004
Don Barnes Vocals, Guitars
Donnie Van Zant Vocals
Larry (LJ) Junstrom Bass
Danny Chauncey Guitars, Keyboards
Bobby Capps Keyboards, Background Vocals
Gary Moffatt Drums
Gäste:  
Greg Morrow Drums, Percussion
Bob Beckwith Background Vocals
Marke 'Jellyroll' Burgstahler Slide Guitar
Produziert von: Don Barnes & Danny Chauncey Länge: 55 Min 08 Sek Medium: CD
1. Something I Need (3:57)7. The Squeeze (5:03)
2. Hurts Like Love (4:40)8. The Play (5:12)
3. Haley's Got A Harley (4:02)9. Bad Looks Good On You (5:01)
4. Jam On (4:56)10. Trooper With An Attitude (3:26)
5. Make Some Sense Of It (4:39)11. Hiding From Yourself (5:04)
6. Quick Fix (3:55)12. Sheriff's County Line (5:07)

Mensch, sieben Jahre ist es schon wieder her, dass 38 SPECIAL ihre letzte Studio-CD "Resolution" rausgebracht haben, sieht man mal von der Weihnachts-Trallala-Platte ab. Da war ich Mitte dreißig, wie rasend doch die Zeit vergeht.

Und jetzt scheinbar aus dem Nichts, taucht plötzlich ihr neues Werk "Drivetrain" auf. Keine Diskussion auf der befreundeten Southern Rock Mailingliste; weder unser HoR-interner Gralshüter des Südstaaten-Rocks aus bayrischen Landen noch die Kollegen geben einen Mucks von sich. Eine merkwürdige Ruhe umschleicht diese Veröffentlichung. Da muss ja dann wohl wenigstens der New-Country-Man mal seine Klappe aufmachen!
[Ähm, was man nicht kennt, sollte man auch nicht diskutieren. Das ist natürlich im Bereich New Country anders, da ist sowieso alles gleich. Red., Abt. hl. Gral]

Als Veränderung zum Vorgänger wurde das Line-Up von 1997 auf sechs Personen aufgestockt. Bobby Capps an den Keyboards, der allerdings auch schon damals Gastmusiker war, und Gary Moffatt an den Schlagstöcken gehören jetzt zum festen Stamm.
Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht. Aber wenn sich aus dem Hause Van Zant was ankündigt, bin ich immer noch kribbelig und verspüre nach wie vor den Drang, mich mit dem Geleisteten auseinander zu setzen.

Zunächst der bange Blick ins recht düster gehaltene Booklet. Der berühmt berüchtigte Jim Peterik hat wieder zu einem nicht unerheblichen Teil seine Finger mit drin. Doch ich kann es zu Ihrer Beruhigung vorwegnehmen: Von Southern-Mainstream ist auf "Drivetrain" nichts zu spüren. Im Gegenteil. Die Jungs rocken schwer und erdig los wie auf kaum einer Platte zuvor.

Something I Need und die Singleauskopplung Hurts Like Love stampfen mit voluminösen Gitarren und schwülem Southern-Flair daher, dass einem die Luft weg bleibt. Ein Hauch von Songs, wie sie ZZ TOP oder die STEVE SCHUFFERT BAND öfter zum Besten geben, ist nachhaltig spürbar.
Bemerkenswert, dass die doch eigentlich recht dünne und helle Stimme von Don Barnes durch geschickte Variation dem Druck der Lieder stand hält. Donnie Van Zants Einsatz in der ersten Hälfte beschränkt sich auf Haley's Got A Harley und Quick Fix. Er wirkt frisch und angriffslustig, scheint seine vokalen Probleme bewältigt zu haben. Die Stücke gehen in Richtung bekannter Sachen wie Jimmy Gillum oder Deja Voodoo.

The Squeeze ist der Knüller des Albums. Duett der beiden Leader. Der Song überrollt einen mit Anleihen von BAD COMPANY und MOLLY HATCHET dampflokartig; Southern Rock, wie er schöner nicht sein kann. Klasse Gitarrenspiel von Danny Chauncey.
Bis dahin kein Sand im Getriebe! Erst bei Nummer acht und neun gibt es mit dem diffus wirkenden The Play und dem nicht wirklich aufregenden, funkig dahinschleichenden, Southern-Blues Bad Looks Good On You zwei leichte Hänger.

Trooper With An Attitude steht ganz im Zeichen von ZZ TOP, die auch in den Credits gewürdigt werden; erinnert ein wenig an Manic Mechanic von "Deguello".
Etwas traditioneller im Stile der "Tour-De-Force"-Sachen geht es bei Hiding From Yourself zur Sache. Mit einem recht amüsanten Text glänzt das abschließende Sheriff's County Line (ein böses Töchterchen verdreht so einigen Herren den Kopf und löst jede Menge Unheil aus), wird aber letztendlich musikalisch recht emotionslos performt. Das Stück hätte ich irgendwo dazwischen gepackt.

Aber insgesamt ein sehr ansehnliches Gesamtwerk, eine klare Steigerung zu "Resolution", das sicherlich zur guten Laune, der im Moment sehr verwöhnten Southern-Rock-Gemeinde (nach den vielen guten Scheiben der letzten Zeit von diversen Bands, fehlt eigentlich nur noch MOLLY...) beitragen wird. Der Southern-Rock lebt!

Was gibt es sonst noch zu sagen? Die Texte behandeln die üblichen Themen des Genres, die einzige politische Botschaft enthält Jam On, das sich aber in angenehmer Form von der in Mode geratenen Heroisierung amerikanischer Kriegstaten abwendet.
Das Opus wurde aus einem Fundus von über dreißig bereits fertig geschriebenen Liedern zusammengestellt, so dass ich relativ optimistisch bin, dass bei der nächsten Studio-CD von 38 SPECIAL keine 5 an erster Stelle meines Alters stehen wird...

Daniel Daus, (Impressum, Artikelliste), 29.07.2004

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