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| Cut & Run, Dixie Frog Records, 2005 |
| Beverly Jo Scott |
Vocals, Acoustic Guitar |
| Paul van Bruystegem |
Guitars, Bass |
| Bruno de Neuter |
Bass |
| Marcus Weymaere |
Drums, Backing Vocals |
| Gaelle Mievis |
Backing Vocals, Percussion |
| Produziert von : Michel Gudanski |
Länge: 135 Min 48 Sek |
Medium: CD |
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| CD 1
| | 1. O´Desire | 7. Coquelicots |
| 2. Light That Torch | 8. Charades |
| 3. Le Sud | 9. Little Girls |
| 4. Tennessee Tears | 10. Lying Still |
| 5. Chain Link Fence | 11. Pocket Change |
| 6. Rip The Sack | 12. Make It Rough |
| CD 2
| | 1. Great White Ghost | 7. Twisted |
| 2. Norwegian Wood | 8. La Poupée Qui Fait Non |
| 3. Tolling | 9. Whiskey Blues |
| 4. Sublime Guérison | 10. One Shot Sky (Bonus Track) |
| 5. Mona Lisa Klaxon | 11. 10.000 Dragons (Bonus Track) | | 6. My Soul´s On Fire |
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Was liegt für eine Interpretin wie Beverly Jo Scott, die in den letzten drei Jahren mehr als 200 Gigs mit ihrer Band gespielt hat, näher als mittels eines Live-Albums ihre umtriebige Reiselust zu dokumentieren. Ein Doppelalbum wurde es letztendlich, aufgezeichnet während ihrer 2004er-Tour durch Frankreich, Belgien und die Schweiz. Einer der beiden Bonus-Tracks wurde zudem 1994 in Skandinavien mitgeschnitten.
Was hat Beverly Jo, die auf eine recht wechselhafte Solo-Karriere mit einigen Alben beim Multikonzern Sony einerseits und auch auf vielschichtige Engagements als Back-Up-Sängerin bei namhaften Leuten wie Elliott Murphy, Paul Personne, Alain Chamfort, ZAP MAMA und THE SPARKS zurückblickt, nun zu bieten ?
Als konzertgestählte Shouterin verlässt sich Frau Scott hier auf eine gut funktionierende Band, die in kleiner Besetzung (ohne Keyboards) für ausreichend Druck und Feuer sorgt, um ihrer energiegeladenen Stimme, die immer wieder an Melissa Etheridge erinnert, Paroli zu bieten.
Ihr Gitarrist Paul van Bruystegem sorgt naturgemäss als einziger Solist für etliche Aha-Momente, wenn er seine Saiten, mit allerlei Effekten versehen, zum Kreischen und Weinen bringt. Beverlys Background-Sängerin Gaelle Mievis weiss sich oft genug mit kräftiger und angenehmer Stimme in Szene zu setzen. Und Drummer Marcus Weymaere darf bei Twisted sogar ein fulminantes Schlagzeug-Inferno inszenieren. Ansonsten agiert Scotts Combo eher unauffällig, d.h. gut, aber ohne Extravaganzen.
Beverly Jo selbst zeigt sich neben ihrer sehr exponierten Gesangsperformance im einen oder anderen Solo-Spot als fundierte Akustikgitarristin, die sich in eher beschaulichen Songs selbst begleitet.
Die Band unternimmt einen weit ausholenden Streifzug durch Scotts musikalische Albumgeschichte. Es werden sowohl alte Songs ihrer ersten Soloalben "Honey and Hurricane" und "Mudcakes" aufgefrischt, als auch jüngere Tracks ihrer "Amnesty for Eve" und "Divine Rebel" Platten präsentiert. Das Spektrum reicht von heftig rockenden Titeln wie Light that torch oder Rip the sack über gemässigt roots-rockige Songs wie das blueslastige Tennessee tears oder das Boogie-Blues infizierte My soul´s on fire bis hin zu den oben erwähnten Akustikausflügen oder gar zu modernistischen Rock-Bolzen wie Little girls, in dem sich Beverly in die Welt einer Alanis Morissette verirrt.
Auf dem zweiten Silberling dieser Doppel-Edition zollt Frau Scott mit einem reduzierten Norwegian wood den Grossmeistern Lennon/McCartney ihren Tribut und lädt sich bei Sublime guérison ihren befreundeten Gesangspartner Paul Personne auf die Bühne. Natürlich sehr zum Wohlgefallen des französischsprachigen Publikums, das sich durch die eine odere andere weitere französisch gesungene Referenz wohl sehr geschmeichelt fühlt. Da Beverly Jo selbst vor einigen Jahren in Belgien sesshaft wurde, scheint sie sich in dieser für Amerikanerinnen recht ungewöhnlichen Sprache doch sehr gut zurecht zu finden. Selbst bei einigen französischen Bühnenansagen parliert sie in fast akzentfeiem Französisch.
Überhaupt, das Publikum drückt seinen Spass in deutlich hörbarem Johlen und Schreien aus, gekitzelt und animiert von einer mit allen Wassern gewaschenen Bühnenkönigin Beverly Jo Scott. Beim 10-minütigen Make it rough z.B. zeigt sie, wie man auf charmant amüsante Weise ein Publikum für sich gewinnt.
Wenn man bedenkt, dass die Beverly Jo Scott Band im Laufe des Jahres noch mit so rüstigen Bands wie DR.FEELGOOD, POCO,
THE PRETTY THINGS, TEN YEARS AFTER und WISHBONE ASH auf Tour geht, darf man angesichts dieses sehr unterhaltsamen Live-Albums wohl davon ausgehen, dass dem Publikum der eine oder andere grandiose Abend bevorsteht.
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