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| Hoodoo Man, Repertoire Recods, 2005 (1973) |
| Bernd "Nossi" Noske |
Drums, Percussion, Vocal |
| Bruno Frenzel |
Guitar, Vocal |
| Wolfgang "Wölle" Neuser |
Organ, Keyboards, Kuckuck-Synthesizer, Chuch Organ, Vibraphone |
| Bernd "Koschi" Koschmidder |
Bass |
| Birth Control 2004: |
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| Bernd "Nossi" Noske |
Drums, Vocals |
| Peter Engelhardt |
Guitar |
| Sosho Kühn |
Keyboards |
| Cyborg Haines |
Bass (Hope) |
| Sascha Delbrouck |
Bass (She's Got Nothing On You) |
| Gast: |
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| Peter Föller |
Vocals (She's Got Nothing On You) |
| Produziert von: Thomas Kuckuck & Birth Control; Eckhard Gallus (Liveaufnahmen 2004) |
Länge: 64 Min 21 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Buy (7:13) | Bonus Tracks (Singles): |
| 2. Suicide (6:19) | 7. Nostalgia (3:37) |
| 3. Get Down To Your Fate (7:59) | 8. Gamma Ray, Part I (3:30) |
| 4. Gamma Ray (9:46) | 9. Gamma Ray, Part II (3:52) |
| 5. Hoodoo Man (8:27) | Special Bonus (live): |
| 6. Kaulstoss (2:43) | 10. Hope (5:54) |
| 11. She's Got Nothing On You (5:00) |
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Wie sich wohl Musiker fühlen, die Zeit ihres Lebens immer nur mit einem einzigen Song in Verbindung gebracht werden? Man sollte mal bei IRON BUTTERFLY nachfragen (bzw. dem was davon noch übrig ist, auf der Homepage der heutigen Nachlassverschluderer ist noch nicht mal mehr der Name des Songwriters Doug Ingle enthalten - peinlich). Oder bei KRAFTWERK, Nicole und STATUS QUO [hähähä, das musste sein, liebe Nörgler]. Oder vielleicht bei Bernd Noske, dem Schlagzeuger von BIRTH CONTROL, seit geschlagenen 37 Jahren. Schließlich hat man seine Band immer nur mit zwei Begriffen assoziiert: Gamma Ray und Krautrock.
Zweiteres ist grundsätzlich falsch und B.C. auf Gamma Ray zu reduzieren, war seit jeher in höchstem Maße fahrlässig. Andererseits steht die 73er LP "Hoodoo Man" in so vielen Plattenschränken (alleine die Erstauflage verkaufte seinerzeit über 100.000 Einheiten) und ist nur auf den ersten knapp 10 Minuten der zweiten Seite zerkratzt und abgenutzt, dass der Spruch "die haben doch auch nur ein gutes Lied gemacht" sicher fast jedem schon mal begegnet oder gar selbst entfleucht ist. Jetzt wäre die richtige Zeit gekommen, um darüber noch mal nachzudenken.
Repertoire Records veröffentlichen "Hoodoo Man" neu - der wievielte Aufguss es wohl insgesamt ist? - und diesmal macht der Kauf wirklich Sinn. Einerseits wegen der launigen Zeilen von Uli Twelker (Good Times Magazin) im schicken Booklet, vor allem aber wegen der insgesamt 5 Bonus Tracks, die man so bisher noch nicht auf CD hören konnte. Klanglich aufpoliert scheint diese Neuauflage nicht zu sein, was aber nichts ausmacht, denn der Sound war für damalige Verhältnisse sensationell gut und ist auch heute noch amtlich gültig.
Natürlich ging mit der Band auch bei diesem, ihrem dritten Album ab und an der Gaul durch und sie improvisierten etwas "anstrengend" herum. Aber trotz aller zeitgenössischen Progressivität waren die Kompositionen relativ komplex und boten den Musikern dennoch Zeit und Raum für kreative Höhenflüge, die man in diesen Tagen bestenfalls von englischen oder amerikanischen Bands kannte. Letztendlich waren BIRTH CONTROL einfach nur Hard Rock mit Anspruch und einer leicht versponnenen Attitüde, jedoch mitnichten krautig deutsch. Dazu war die Band technisch auf höchstem Niveau, was man an den sagenhaften Gitarreneinlagen von Bruno Frenzel (1983 verstorben) und den wilden Hammond- und Synthieorgien von Wolfgang Neuser (man darf ihn sicher ungestraft "Master of the Leslie" nennen) ganz offensichtlich und bei den exzellenten Drum- und Percussionpassagen Nossi Noskes auf den zweiten Blick erkennen kann. Dieses Niveau erreichte zu Beginn der 70er kaum eine andere deutsche Band.
Wer Vergleiche zu beispielsweise DEEP PURPLE, VANILLA FUDGE, EMERSON, LAKE & PALMER oder, wer's unbedingt braucht, Frank Zappa (lauscht mal Suicide!) ziehen will, kann das unwidersprochen tun. Man darf aber nicht vergessen, dass Rockmusik dieser Coleur einfach so klang und klingen musste. Genau wie die STONES eben nach ihren Einflüssen "rochen".
Inwieweit BIRTH CONTROL tatsächlich von anderen Bands inspiriert wurden, oder ob sich das Ergebnis aus einem natürlichen Prozess entwickelte, könnte man retrospektiv vielleicht klären, vielleicht ist es dafür aber auch zu spät. Wichtig ist es nach mehr als drei Jahrzehnten sowieso nicht mehr.
Wer sich also bei dieser CD durch das die alte LP abschließende Kaulstoss gekämpft hat (der kürzeste und mit Sicherheit obskurste Track), darf sich anschließend an drei Singles erfreuen. Zuerst das ebenfalls 1973 veröffentlichte Nostalgia, ein Shuffle-artiger, frischer Rocker mit Hammond und Piano, und dann das erst 1975 auf zwei Single-Seiten zusammengefasste Gamma Ray. Möglicherweise war die Plattenfirma CBS erst nach 2 Jahren davon überzeugt, dass Gamma Ray auch als Single funktionieren konnte, weil sich die Nummer bis dahin durch sämtliche Diskotheken gefressen hatte und die Menschen kollektiv ausrasteten. Auch meine ersten (selbstverständlich illegalen) Disko-Erfahrungen waren von Gamma Ray und all den anderen Smoke On The Amos Moses Stairway To Vida-Klassikern geprägt. Unbestritten ist, dass BIRTH CONTROL respektive Bruno Frenzel mit Gamma Ray einen Song für die Ewigkeit schufen. Wie sich die Band allerdings angesichts der Kastration von knapp 10 auf etwas über 7 Minuten fühlte, bleibt ungewiss.
Zum Abschluss gibt es mit Hope (eine 1970 nur als Single veröffentlichte Nummer) und She's Got Nothing On You (vom 74er Album "Rebirth" - die B.C.-Homepage spricht allerdings von 1973) zwei im Herbst 2004 aufgenommene Livevorführungen. Dafür verantwortlich ist einmal mehr Eckhard Gallus, der Wallbreaker. Der hat mit der vorzüglichen CD "Live in Fulda" bereits im letzten Jahr ein schönes Livedokument geliefert und legt mit diesen beiden Songs, natürlich in gewohnter Wallbreaker-Soundqualität, eindrucksvoll nach. BIRTH CONTROL sind auch nach all den Jahren und in neuer Inkarnation eine Bühnenmacht und überzeugen auf ganzer Linie. Besonders schön, dass beide Nummern echte Raritäten sind. Hope war bis zu dieser Aufnahme 32 Jahre lang nicht gespielt worden und zu She's Got Nothing On You kam der 1977 ausgestiegene Bassist und Sänger Peter Föller erstmalig wieder zur Band auf die Bühne. Richtig gut Englisch kann er zwar bis heute nicht, aber diesem Boogierocker gab er damals und im Oktober 2004 einen kräftigen Kick.
"Hoodoo Man" ist eine feine Geschichtsstunde mitsamt Bezug zur Gegenwart und sollte endlich auch die letzten Unkenrufer überzeugen, dass BIRTH CONTROL viel mehr sind als nur ein Song. Und außerdem braucht wirklich jeder dieses Cover!
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