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Black Label Society

Order Of The Black

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Order Of The Black
Order Of The Black, Roadrunner Records, 2010
Zakk Wylde Vocals, Guitars, Piano
John DeServio Bass, Backing Vocals
Will Hunt Drums
Produziert von: Zakk Wylde Länge: 48 Min 55 Sek Medium: CD
1. Crazy Horse9. War Of Heaven
2. Overlord10. Shallow Grave
3. Parade Of The Dead11. Chupacatra
4. Darkest Days12. Riders Of The Damned
5. Black Sunday13. January
6. Southern DissolutionBonus Track:
7. Time Waits For No One14. Can't Find My Way Home
8. Godspeed Hell Bound

Siehste mal, da hört Zakk Wylde mit der Sauferei auf, aber BLACK LABEL SOCIETY klingt auf "Order Of The Black" wie immer. Jedenfalls fast. Der Unterschied zu früher: "Order Of The Black" ist nach langer Zeit ein durchgängig anständiges Album des inzwischen auch schon 43jährigen Fanlieblings.
Bei Ozzy ist Wylde ja nun wohl endgültig raus, das ist aber nicht schlimm, denn sein Mitwirken am grässlichen neuen Album des alten Mannes hätte nur seiner Reputation geschadet - andererseits wäre es schon interessant gewesen zu wissen, ob "Scream" mit ihm auch so schäbig geworden wäre, oder ob doch der Einfluss von Adam Wakeman so groß war, dass der Madman inzwischen klingt wie Kai in der Kiste. Das ist nicht zu klären, auf jeden Fall hat Zakk nun Zeit für seine eigenen Probleme. Angeblich hat ihm der Doc erklärt, dass er nicht 50 wird, wenn er seinen Lebenswandel nicht umgehend ändert, prompt hat der böse Bube brav die Trinkerei aufgegeben (sicherlich isst er auch kein Schweinefleisch mehr und lässt die Finger von Rauchwaren und Schnupftabak), zur allgemeinen Überraschung hat das auf den Krawall von B.L.S. aber keinen negativen Einfluss gehabt. Der wird uns doch nicht anlügen?

Was Zakk Wylde kann und was nicht ist klar. Wer seine Inspiration ist auch. Die Zielgruppe ergibt sich daraus automatisch. Entscheidend bei seinen Platten sind folglich ausschließlich die Songs, und da hat der Mann in der Vergangenheit doch das eine und andere Mal daneben gelegen. Zu aufdringliches Gitarrengewichse und zu dünne Kompositionen, zu schmierige Balladen oder einfach einfallslos besoffenes Gebolze, so richtig durchgehend gut war keine der letzten Platten, die letzten vier Jahre gab es eh nix neues zu vermelden. Es ist zu bezweifeln, dass Wylde seither unverdrossen Lieder geschrieben hat, auch "Order Of The Black" klingt nicht nach einem über Jahre durchkonzipierten "Werk der Weisheit", vermutlich sind die meisten Nummern in Windeseile entstanden, aber eine ganze Reihe der Songs haut trotzdem mächtig aufs Auge. Noch wichtiger: Die Balladen sind trotz aller eingehaltenen Klischeevorgaben verdammt stark. In Darkest Days und Time Waits For No One dürften sich sogar von PRIDE & GLORY, Ozzy und Axl H. Ormonüberschuss unbeleckte Jungfrauen verlieben. Dass man das Introsolo des folgenden Black Sunday so oder so ähnlich schon vor längerer Zeit von einem gewissen Edward Van Halen gehört hat… Schwamm drüber. Die Nummer geht übrigens extrem nach vorne los, genau wie der Spaß bereitende Eingangs-Treter Crazy Horse. Nur Schelme könnten dabei an die bigotten Mormonen THE OSMONDS denken. Und doch…;-)

Schluss mit der Juxerei. Der neue Trommler Will Hunt trampelt minutenlang wie bekloppt auf seine zwei Basstrommeln ein, klingt dabei leider manchmal wie der Duracellhase, kann aber dennoch immer wieder eindrucksvoll neben Wyldes Riffhauerei bestehen. Ist schon ein anständiger Klopper, der Will. John DeServio liefert einen passablen Bass dazu. Aber das Zirkuspferd ist natürlich Zakk Wylde. Der Metal-Hengst bietet dann letztlich von Speed bis Doom bis Thrash alles was von ihm erwartet wird. Glücklicherweise bietet er das meiste nicht im Überfluss zum Überdruss des Publikums an, "Order Of The Black" ist schön abwechslungsreich, so ehrlich wie alles von B.L.S. - wenn er uns nicht anlügt! - und mit dem passenden Sound ausgerüstet. Am wichtigsten bei Zakk Wylde und seinen BLACK LABEL SOCIETY ist aber, dass immer mal wieder Zeit für ein Augenzwinkern ist. Wir haben hier einen Kerl, der sehr genau erkannt hat, dass sein Engagement bei Ozzy ein Geschenk war, das ihm wohl für den Rest seines Lebens ein halbwegs sorgenfreies Dasein beschert hat. Aus dieser Position lässt es sich gut feixen, aber eben auch immer mal wieder ein gutes Album einhämmern. Insofern bestätigt die neue Abstinenz unseres wilden Mannes eine alte Theorie der Gesundheitsapostel: Nüchtern arbeitet man konzentrierter. Uns soll's recht sein.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 07.08.2010


 
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