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| The Wild Bunch, San Juan Music/Music Avenue, 2005 (1999) |
| Jim "Dandy" Mangrum |
Lead Vocals |
| Rickie Lee Reynolds |
Guitar, Keyboards, Backing Vocals |
| Pat Daugherty |
Bass, Backing Vocals |
| Rocky Athas |
Lead Guitar, Backing Vocals |
| Johnnie Bolin |
Drums, Percussion |
| Gäste: |
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| Steve Hardin |
Hammond B3 (Dark Pruple Blues) |
| Greg Redding |
Piano (Truth To Be Known) |
| Pat Regan |
Keyboards (Truth To Be Known) |
| Produziert von: Greg Hampton & Lanny Cordola |
Länge: 63 Min 01 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Forgive And Forget | 9. Hot Rod |
| 2. Post Toastee | 10. No Time |
| 3. Dark Purple Blues | 11. Happy Hooker |
| 4. Shake The Devil Monologue: Shake The Devil | 12. Top Heavy Dallas |
| 5. Jim Dandy To The Rescue | 13. Hot 'n' Nasty |
| 6. Truth To Be Known | 14. The Wild Bunch |
| 7. Mutants Of The Monster | Bonus Track: |
| 8. This Is Our Time | 15. Talk To The Hand |
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Mancher Band hat der Blick durch die rosarote Retrobrille einen viel zu großen Heiligenschein aufgesetzt. BLACK OAK ARKANSAS sind so ein Fall. Die Kapelle um James Mangrum hat in 40 Jahren (bis 1970 als THE KNOWBODY ELSE) einen riesengroßen Haufen Vinylmüll produziert, darunter nur vereinzelte Perlen, war kommerziell gesehen immer in der zweiten Liga (der größte Hit Jim Dandy erreichte 1974 auch nur Platz 25 der U.S.-Charts), konnte nie echte Trendmarken setzen (außer in der Vorwegnahme ganz mieser Platten bereits ab der zweiten Hälfte der siebziger Jahre - andere vergleichbare Bands folgten erst Jahre später) und, vielleicht am wichtigsten, BLACK OAK war nie eine technisch weltbewegende Band. Die Gratwanderung zwischen hartem Rock & Roll und Geknüppel plus Geplärre ging oft genug zu Lasten halbwegs gehobener Ansprüche aus.
Viele der alten Scheiben sind heutzutage wegen des verstaubten Sounds schlicht unanhörbar. Eine rühmliche Ausnahme war die LP "Ain't Life Grand" von 1975, die wenigstens halbwegs differenziert produziert war, aber wie üblich nur eine handvoll vernünftige Songs beinhaltete. Überhaupt war das Songwriting immer der Pferdefuß dieser Band.
Jim Dandy machte nach seiner Zeit als "Superstar" diverse seltsame Wandlungen vom Saulus zum Paulus und wieder zurück durch, gab aber nie final auf und reanimierte den alten Namen immer wieder, crashte mit ein paar Alben in den Achtzigern furchtbar und tingelte in den Neunzigern mit verschiedenen Besetzungen durch den amerikanischen Classic Rock Club- und Open-Air-Sumpf. B.O.A. war für die längst erwachsen gewordene Fanschar eine willkommene Abwechslung zwischen Bier und Barbecue geworden.
1999 kam relativ überraschend die CD "The Wild Bunch" auf den amerikanischen Markt und hatte natürlich keinen nennenswerten Erfolg. In den Jahren danach waren BLACK OAK kontinuierlich on the road, und jetzt, wo BOA offenbar endgültig in der Obskurität ländlicher Saloon-Auftritte verschwunden sind, wird die CD plötzlich vom belgischen Music Avenue Label in Europa aufgelegt.
Man kann über die Notwendigkeit solcher Releases streiten, die alten Fans haben sich das Teil sicher längst auf dem Importweg beschafft und neue Kreise erschließt man mit solcher Musik heutzutage ohnehin kaum. Trotzdem hat "The Wild Bunch" eine genauere Betrachtung verdient.
Bemerkenswert ist zuerst die Besetzung der Band. Neben Dandy waren 1999 die beiden Ur-Mitglieder Rickie Lee Reynolds und Pat Daugherty wieder mit am Start, dazu der anerkannte Bluesrockgitarrist Rocky Athas (bereits bei der desolaten LP "Ready As Hell" von 1984 beteiligt und heute vorwiegend mit eigener Band und typischem Texas-Blues unterwegs) und Drummer Johnnie Bolin, Bruder von Tommy Bolin (JAMES GANG, DEEP PURPLE), von dem auch prompt zwei Songs sehr gelungen gecovert wurden (Post Toastee und Shake The Devil vom Album "Private Eyes", 1976).
5 der 15 Songs sind neu eingespielte eigene Klassiker, wobei Jim Dandy To The Rescue durch die hervorragende Gitarre Athas' wohl die bisher beste der unzähligen Versionen ist. Auch Mutants Of The Monster überragt das 72er Original (LP "If An Angel Came To See You...") um Längen. Genau wie Hot Rod, das auf der Live-LP "Raunch'N'Roll Live" 1974 letztendlich zur bloßen Geräuschkulisse verkam. Generell sind die Oldies die besten Nummern dieser CD, Hot'n'Nasty beispielsweise erhält erstmals den ihm zustehenden lockeren Boogie-Touch und Happy Hooker ("High On The Hog", 1973) groovt großartig.
Jim Dandy knödelt wie immer und für Freunde glockenheller Tenöre gewohnt unangenehm vor sich hin, zeigt altbekannte Schwächen im Songwriting, überzeugt aber als antreibender Bandvorsteher und Charismatiker.
7 gelungene alte Kamellen, ein paar schwache neue Versuche (The Wild Bunch oder Truth To Be Known sind langweilig), das leicht holprige, dennoch gut rockende Forgive And Forget von Rickie Lee Reynolds, der klischeeüberfrachtete Dark Purple Blues (auch Rocky Athas ist kein genialer Songschreiber), ein von vorne bis hinten zusammengeklautes und trotzdem stark abgehendes This Is Our Time und das anständige No Time ergeben insgesamt eines der besten Alben der BLACK OAK ARKANSAS-Historie. Was das für den oben erwähnten Heiligenschein bedeutet, muß sich jeder Käufer selbst überlegen. Ob ein gutes Alterswerk und der verklärte Blick zurück, angesichts offensichtlicher Kreativitätsprobleme die Aufnahme in den Southern Rock Olymp rechtfertigen, scheint eher fraglich.
Jim Dandy, Reynolds und Bolin zocken mit neuem Leadgitarrist und Schlagzeuger nach wie vor durch die kleinen Provinzclubs in den Staaten...
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