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Branded, LZ Records, 2011
Dominik Hülshorst Drums, Percussion
Uwe Köhler Bass
Claus Lessmann Vocals, Rhythm Guitar
Chris "Yps" Limburg Guitars
Hans Ziller Guitars
Gast:
Chiara Ziller Grand Piano
Produziert von: Lessmann/Ziller Länge: 59 Min 31 Sek Medium: CD
1. Deadly Construction7. Close To The Edge
2. Just Follow The Rainbow8. Crazy
3. Save Me9. Looser's Lane
4. Let It Grow10. Hold Me Now
5. Better Days11. I Need You
6. Do Or Die12. Rivers Of Glory

Vor 25 Jahren kam ein Bekannter von mir von einem Konzert aus der Dortmunder Westfalenhalle wieder. Ich glaube, die Hauptband hieß BON JOVI (da bin ich mir allerdings nicht mehr ganz sicher) und als Support gab es eine junge, wilde Band aus Bayern: BONFIRE. Direkt am Tag danach ist er in den Plattenladen gestürmt, hatte das aktuelle Album "Don't Touch The Light" eingetütet, meine Wenigkeit angerufen und mir "S.D.I." vorgespielt. Ab da war ich genauso beeindruckt von dieser Band wie mein Kollege.

Ein Jahr später brachten BONFIRE ihren bis heute absolut unübertroffenen Meilenstein "Fireworks" auf den Markt und ich war überzeugt. So muss deutscher Hardrock heute klingen. Die Hymnen und Hammersongs darauf sind bis heute immer wieder gern gehörte Songs in meiner Stereoanlage. Danach wurde es von CD zu CD schwächer. "Point Black" war noch akzeptabel, "Knock Out" schon ein ganze Stufe runter und ab dann ging es für mich mit dieser Band steil bergab. Als dann auch noch Claus Lessmann "FC Bayern, Stern des Südens" auf die Menschheit losließ war für mich alles im Eimer. Auch die Veröffentlichungen nach der Reformierungen waren in meinen Augen nur noch seichtes Geplätscher, was nicht wirklich immer mit Hardrock zu bezeichnen war. Und irgendwie klang alles irgendwie langweilig und nicht überzeugend. Bei meinem Plattendealer habe ich bei jeder Veröffentlichung immer wieder mir Zeit genommen und reingehört, aber es zündete einfach nicht (okay, die "Double X" zeigte schon wieder in die richtige Richtung und das nachfolgende Livealbum war nach langer Zeit auch mal wieder ein richtig gutes!). Aber bei "Fireworks" war direkt mit den ersten Tönen alles gesagt und für den Rest des Albums tauchten keine Fragen mehr auf, genauso wenig wie Füllernummern.

Als wir jetzt zum aktuellen Dreher "Branded" angefragt wurden, ob wir darüber würden schreiben wollen, habe ich gesagt: "Okay, her damit. Ich hör mir das mal an!" Zusätzlich neugierig wurde ich durch die Ankündigung, dass es wieder zurück zu den Zeiten von "Fireworks" gehen sollte. Das verhieß Großes. Deadly Contradiction kann durchaus auch Erinnerungen an dieses inzwischen vergoldete Oeuvre wecken, aber schon mit Just Follow The Rainbow sackt die ganze Geschichte ab. Texte, die man auf jeder Schlagerparty glückselig mitgröhlen kann und irgendwie nicht mit dem Pfeffer im Hintern, für den BONFIRE mal bekannt war. Ich habe damals wirklich gedacht, dass die mal so groß werden könnten wie die SCORPIONS . Davon ist man hier aber meilenweit entfernt. Während man also doch wieder in mittelmäßiger Belanglosigkeit rumdümpelt wird man urplötzlich von einem D-Zug überrollt. Do Or Die zeigt, dass es doch noch gehen könnte, wenn man denn durchgehend mal die Glocken läuten würde. Das rockt, peitscht nach vorne und tritt ordentlich in den Hintern. Close To The Edge, Crazy, Looser's Lane - wenn man will, geht es doch. Und mit Hold Me Now gibt's zum Schluss tatsächlich noch eine typische Ballade, dass einem das Herz aufgeht.

Was bleibt unterm Strich: ein Album mit leider zu wenig Licht um den mittelmäßigem Schattenwurf vollends zu vertreiben.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 12.03.2011


 
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