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The Buddaheads

Raw

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Raw
Raw, Eigenvertrieb, 2006
Alan Mirikitani Lead Vocals, Guitars, Bass, Sax
Johnny Griparic Bass
Lee Spath Drums
Gäste:
Kelly Rucker Backing Vocals (Cross The Water)
Gerard Johnson Bass & Background Vocals (Cross The Water, Mary Don't You Weep & Devil's Son)
Teddy Andreadis Keyboard (At Ten She's A Two, Just For Fun, Cross The Water & Matter Of Time)
Richard Cousins Bass (Big Time Baby, What's Come Over You, Stop Talkin' That Way & It's Hard To Please A Woman)
Jim Pew Piano (Big Time Baby, What's Come Over You, Stop Talkin' That Way & It's Hard To Please A Woman)
Produziert von: Alan Mirikitani Länge: 61 Min 40 Sek Medium: CD
1. Rich Man9. Mary Don't You Weep
2. Big Time Baby10. How Far Can You Fall?
3. What's Come Over You11. Devil's Son
4. Road To Ruin12. It's Hard To Please A Woman
5. Stop Talkin' That Way13. Matter Of Time
6. At Ten She's A Two14. Can't Keep A Hold On You
7. Just For Fun15. Chicken Head
8. Cross The Water16. Devil's Playground

Festzuhalten ist, dass Alan Mirikitani nicht der größte Selbstvermarkter unter der Sonne ist. Homepage seit Urzeiten nicht gepflegt, ein Fragment bei MySpace.com nicht der Rede wert, eine Plattenfirma gibt es nicht mehr. Wie soll das nur enden mit den BUDDAHEADS? Soll diese formidable Band um Alan "B.B. Chung King" Mirikitani ewig ein Geheimtipp bleiben? Was für eine Vergeudung, wenn nur angegraute Bluesfreaks diese Perlen goutieren würden. Andererseits hat sich der Mann in Fachkreisen in den letzten eineinhalb Jahrzehnten eine solch riesige Reputation erarbeitet, dass es ihm bestens gehen müsste.
Seine neue CD "Raw" bestätigt sein Wohlbefinden, schlägt sie doch in ihrer Leichtigkeit und rockigen Attitüde ziemlich alle vergleichbaren Produkte der letzten Monate und Jahre. Der kann das einfach richtig gut. Ein moderner Traditionalist, neudeutsch könnte man ihn als wertkonservativen Innovator bezeichnen, also ein Bluesrocker mit Visionen.
Bleibt die Frage, ob nun Menschen mit Visionen zum Arzt gehen sollten, oder doch diejenigen, die dem Blues heutzutage noch eine Vision zutrauen.

Wo liegt der Zaubertrick des B.B. Chung King? Im Grunde ist es leicht zu erklären, er kann nämlich schlicht tolle Songs schreiben. Und wenn die tausendmal nach CANNED HEAT, ZZ TOP oder Winter, Hooker und Waters klingen, er verpasst diesem fossilen Stoff immer einen kleinen Hook, ein hinterfotziges Solo, eine hübsche Melodei ei ei, einen straighten Rock-Groove oder einen verspielten Akustik-Flair. Und vor allem: G-e-f-ü-h-l! Das ist das, was so vielen nach 1920 geborenen Bluesern fehlt, speziell all den mörderisch guten Guitarheroes der letzten 15, 20 Jahre. Mirikitani ist so weit vom typischen Varney-Sound der Neunziger entfernt, wie die oben genannten Altvorderen, falls sie noch leben, heutzutage von griffigen Ideen. Die BUDDAHEADS haben sie und spielen damit in der kleinen Liga um Popa Chubby (man höre Just For Fun!) und ein paar europäische, speziell italienische Bewahrer des guten Geschmacks locker vorne mit.

Auf "Raw" ist es egal, ob man als Musterbeispiel den beinahe unheimlich Bass-gurgelnden Hendrix-Nachfolger Devil's Son, den Traditionsboogie Rich Man, etliche wunderbar swing-rockende Shuffles und Bluesnummern, Druck-Rocker wie Road To Ruin (wieder ein Bass aus der Teufelsküche) oder gar den unglaublich schönen Gospelsong Mary Don't You Weep (ein Traditional) heranzieht. Das Ergebnis ist immer schlüssig und macht durchgehend Spaß.
Alan Mirikitani, seine kleine Band und die diversen Gäste verzaubern den Hörer ein gutes Stündchen und geben der Blues-Gefolgschaft eine für viele kaum glaubliche Vision: Es gibt ein Leben nach Clapton. Praise the Lord (of Rock & Roll) & rock the house!
Als Zugabe gibt es noch drei Liveaufnahmen mit auf leichter Flamme köchelnden BUDDAHEAD-Eintöpfen. Bloß nicht höher drehen, sonst brennt es an.
Tolle Platte.

P.S.: Zu klären wäre noch, wie ein Titel wie It's Hard To Please A Woman zustande kommt. Sei Mann, sei Rocker, sei Arschloch, sei mit Kreditkarten ausgestattet, be just yourself, dann wird das auch mit Mutter Beimer eine große Liebe. Iron-nie!

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 18.03.2007

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