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Heading For The Top

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Heading For The Top
Heading For The Top, Black Lodge, 2006
Hell Hofer Vocals
Lenny Blade Bass
Hampus Klang Lead Guitar
Erik Almström Lead Guitar
Gustav Hjortsjö Drums
Produziert von: Jonas Sundberg & Bullet Länge: 41 Min 21 Sek Medium: CD
1. Midnight Riders (Riding Free)7. One Deal With The Devil
2. Turn It Up Loud8. Rock Steady
3. Heading For The Top9. Leather Love
4. Rambling Man10. Raise Hell
5. Hard Luck Lady11. Bang Your Head
6. Speeding In The Night

Da sind wir nun mal wieder beim beliebten Thema "Does humor belongs in music?". Wenn man sich ein paar Tage fast ausschließlich mit einer Band wie GRATEFUL DEAD beschäftigt hat, bleibt nur eine Antwort: Unbedingt!
Aber auch sonst sind lachunfähige Zeitgenossen eher bedauernswert, speziell wenn es um Musik und die anderen schönsten Zeitvertreibe der Welt geht. BULLET aus Schweden haben Humor. Sie MÜSSEN ihn haben. Wie sonst könnten sie im spärlichen aber aufschlussarmen Info davon sprechen, die härteste Heavy Metal Band der Welt sein zu wollen? Und überhaupt, diese Klamotten, dieses Outfit, diese Posen... hohoho, in Verbindung mit Songtiteln wie Raise Hell oder One Deal With The Devil bekommt der Anhänger gepflegter Klänge sofort mordsmäßig Schiss.

An dieser Stelle, Ihr lieben kleinen Rock'n'Roll-Tierchen, möchte ich Euch einmal in aller Deutlichkeit sagen was wirklich Heavy Metal ist: Geht unser Ruhrpott-Metaller Jörg vorgestern und angeblich stocknüchtern zum Konzert von RAGE, fällt ne Treppe runter, bricht sich das Bein und kriegt in selbiges einen Titannagel gehämmert. Raise hell, that's Metal! Die Headbang-Weltmeisterschaft kann er sich abschminken und den Psychologen vom Deisler darf er auch selber bezahlen. Mensch, wir sagen doch seit Jahren, dass man nie nüchtern und ohne Helm zum Konzert gehen soll.

Zurück zu BULLET. Die haben wohl irgendwann als AC/DC-Coverband angefangen, sich bis zu diesem Debut aber beträchtlich weiterentwickelt. Inzwischen klingen sie nämlich wie AC/CEPT. Mit ein paar unwesentlichen Anleihen bei JUDAS PRIEST und KROKUS, aber das fällt kaum auf. Weiter fällt nicht auf, dass die deutsche Band BULLET (ein paar Maniacs werden die von Dieter Dierks produzierte LP "Execution" sicher noch im Schrank haben) vor 25 Jahren exakt gleich klang. BULLET und BULLET sind sozusagen Brothers in Mind. Für den auf dem Entwicklungsstand von 1981 Stehengebliebenen bedeutet das: Party-Metal bis zur Zielflagge!
Klassischer und altmodischer als dieser Fünfer kann man heutzutage als Hartwurstkapelle nicht klingen. Der Sänger (stilecht heißt der Hell Hofer) grölt wie der junge Udo und der etwas ältere Storace, die Gitarren riffen und solieren wie die oben erwähnten Newcomer früherer Tage, also entweder stoisch nebeneinander hermarschierend oder einträchtig im Double-Lead Duell, und hinten bollern Bass und Schlagzeug. Das ist so 'neu' wie immer noch geil und wenn's gar in einen Heavy-Boogie übergeht (Rambling Man, hehehe, da fliegt die Sau), entdeckt sogar der spießigste Versicherungsvertreter seine Leather Love wieder.

"Heading For The Top" ist tongewordenes Klischee, keine Frage. Aber diese Art von Klischee macht einem gewissen Publikum viehisch Spaß. Mir auch.
Bang Your Head!

P.S.: Es gibt noch eine Band dieses Kalibers, die wiederauferstandenen CANNON nämlich.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 26.04.2006

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