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Herbert Hoven & Hans Jacobshagen

Beat in Hamburg

Die große Freiheit

Star-Club, Sixties, Reeperbahn
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Bear Family Records
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Mehr Info:
All Music Guide (englisch)

Unser Disclaimer
Beat in Hamburg – Die große Freiheit
Beat in Hamburg – Die große Freiheit (Hörbuch), Bear Family Records, 2006
ISBN-10: 3-8991-6183-1
ISBN-13: 978-3-8991-6183-0
Umfang: 2 CDs, ca. 114 Min.
Preis: ca. 25 € zzgl. Versandkosten
Länge: 114 Min 14 Sek Medium: Do-CD

Auf das kleine Label mit der Bärenfamilie im Logo bin ich schon vor einigen Jahren aufmerksam geworden. Damals, es war 2004, veröffentlichte man die mehr als empfehlenswerte, von Peter Lohmeyer gelesene Johnny-Cash-Biographie "Auf Kurs" (Hörbuch, 4 CDs, 272.57 Min.).
Und nun, knapp drei Jahre später, ein nicht minder relevanter Ausflug in die Geschichte der populären Musik: "Star-Club, Sixties, Reeperbahn", so der Untertitel der knapp zweistündigen Hörbuch-Dokumentation "Beat in Hamburg – Die große Freiheit".
Und genau dahin wird er auch geführt, fast schon entführt, der geneigte Zuhörer. In eine Zeit, als Pop- und Rockmusik laufen lernten, als Deutschland (der Krieg war gerade erst seit gut 15 Jahren vorbei) gleichsam infiziert wurde mit dem Virus des Beat.

Das eigentliche Hauptthema der Dokumentation, Aufstieg und Fall der Legende Star-Club (13. April 1962 bis 31. Dezember 1969), wird dabei ein ums andere Mal verlassen, dies allerdings zugunsten einer umfassenderen Darstellung: Gezeichnet wird ein realistisches Bild einer längst vergangenen Ära. Das Lebensgefühl der Zeit kommt faszinierend rüber, man taucht förmlich ein ins Hamburg der sechziger Jahre.
Auf dem fast zwei Stunden langen Doppeldecker kommen sie alle zu Wort: Musiker wie Spencer Davis (und dessen Drummer Pete York), Frank Dostal (RATTLES), Mary von den LIVERBIRDS, Tony Sheridan, dazu Zeitzeugen wi die Star-Club-Koryphäe Ulf Krüger, der Journalist Bernd Matheja oder die Fotografin und BEATLES-Freundin Astrid Kircherr.
Dazu gibt es natürlich Musik, viel Musik. Nur zur Erinnerung: Neben den BEATLES gaben sich im Starclub die Szenegrößen der Zeit die Klinke in die Hand, hier nur eine kleine Auswahl: THE SEARCHERS, Bill Haley, Jerry Lee Lewis, Little Richard, Jimi Hendrix, BLACK SABBATH (damals noch unter dem Namen EARTH), CREAM, Ray Charles, Fats Domino, THE EVERLY BROTHERS und und und. Dazu kamen natürlich Heerscharen hauptsächlich britischer und deutscher Bands, die hier auf den großen Karrieresprung hofften, gelegentlich zurecht, oftmals vergebens.
Nach knapp 120 Minuten weiß man endlich, wie es wirklich war.

Es bleibt der verzweifelte Wunsch, doch dabeigewesen zu sein - und die Erkenntnis, dass die Gnade der späten Geburt wohl doch keine Gnade war, sondern eher schlicht Pech!

Nachtrag: Wer (noch) tiefer in die Materie einsteigen möchte, dem sei die ebenfalls bei Bear Family Records erscheinene Reihe "Smash...! Boom...! Bang...!" ans Herz gelegt, welche sich thematisch mit dem Beat-Boom der mittesechziger Jahre in Deutschland befaßt und auf zunächst 30 (!) Teile ausgelegt ist.
Präsentiert werden jeweils 20 bis 30 Tracks solch populärer Bands wie den RATTLES oder den LORDS, aber auch von weniger bekannten Gruppen wie etwa den PAGES, den POOR THINGS, PETE LANCASTER AND THE UPSETTERS, den BLIZZARDS, den SOUND RIDERS und vielen anderen. Eine Vielzahl von Songs erlebt rund 35 Jahre nach der Erstveröffentlichung ihre Premiere auf CD, diverse Titel sind bislang noch nie auf Tonträgern erhältlich gewesen.

Tim C. Werner, (Artikelliste), 18.02.2007

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