|
|
| Blues At Montreux 2004, Eagle Vision, 2006 |
| Auszug: |
|
| Bobby Parker |
Vocals, Guitar |
| Ken Wenzel |
Saxophone |
| Dane Paul Russell |
Harmonica |
| Andrew Padula |
Bass |
| Dion Clay |
Drums |
| Steve Cecil |
Piano, Organ |
| Clarence Gatemouth Brown |
Vocals, Electric Guitar, Violin |
| Eric Demmer |
Saxophone |
| Joe Krown |
Piano, Organ |
| Harold Floyd |
Bass |
| David Peters |
Drums |
| Carlos Santana |
Electric Guitar |
| Buddy Guy |
Vocals, Electric & Acoustic Guitar |
| Jason Moynihan |
Saxophone |
| Marty Sammon |
Piano, Organ |
| Orlando Wright |
Bass |
| Tim Austin |
Drums |
| Ric Hall |
Guitar |
|
Länge: ca. 238 Min |
Medium: 3 DVDs |
|
 |  |
| DVD 1: | |
| 1. Straight Up No Chaser | 7. It's Unfair |
| 2. Break It Up | 8. Going Down Slow |
| 3. Breaking Up Somebody's Home | 9. Chill Out |
| 4. Nothing But The Blues | 10. Mellow Down Easy |
| 5. So Glad I Found You | 11. Watch Your Step |
| 6. I Ain't Superstitious | |
| DVD 2: | |
| 1. Bits And Pieces | 6. Further On Up The Road |
| 2. Strange Things Happen | 7. I've Got My Mojo Working |
| 3. I'm Beginning To See The Light | 8. Drifter |
| 4. Sunrise Cajun Style | 9. Grape Jelly |
| 5. Honey Boy | 10. Okie Dokie Stomp |
| DVD 3: | |
| 1. Good Morning Little Schoolgirl | 6. Drowning On Dry Land |
| 2. Louise McGhee | 7. Stormy Monday |
| 3. Done Got Old | 8. Jam Session 1 |
| 4. Hoochie Coochie Man | 9. So Many Roads So Many Trains |
| 5. Fever | 10. Jam Session 2 |
 |
Die absolut nicht wegzudenkende Bedeutung aller drei Protagonisten dieses wundervollen Blues-Abends aus dem Jahre 2004, der auf Initiative des ebenfalls legendären Gitarrenvirtuosen Carlos Santana zustande kam, wird hier glücklicherweise auf dieser schmucken 3-DVD-Box für die Nachwelt konserviert. Bobby Parker, Clarence 'Gatemouth' Brown und Buddy Guy geben sich die Ehre und verzaubern ein fasziniertes Publikum im schweizerischen Montreux.
Carlos Santana, der in den Sechzigern als junger Spund Leuten wie den oben genannten ehrfurchtsvoll lauschte, formierte, bevor er mit seiner Stamm-Combo zu Woodstock-Ehren kam, die SANTANA BLUES BAND und huldigt damals wie heute seinen Übervätern. Kein Wunder also, dass er sich seinen Einfluss im Business zunutze machte, und diesen rauschenden Abend gemeinsam mit Montreux-Impressario Claude Nobs aus der Taufe hob.
Der geneigte Hörer und Betrachter findet hier ein Potpourri diverser Blues-Stilvarianten, die nicht zuletzt durch die unterschiedlichen Persönlichkeiten der drei älteren Herren, Parker, Brown und Guy, auf prächtige Art und Weise abgefeiert werden. Ja, feiern mag in der Tat das richtige Wort sein, um diesen in allen Belangen gelungenen Abend zu charakterisieren. Sehr unterhaltsam, sehr stimmungsvoll und für den Freund insbesondere der Blues-Gitarre ein wahres Freudenfest.
Die drei Blues-Helden fordern jedoch nicht nur ihren Gitarren so einiges ab. Neben qualmenden Griffbrettern, bestaunt man auch dampfende Piano- bzw. Orgeltasten und ergötzt sich an brodelnden Saxofonen, die die Herren Eric Demmer (Gatemouth Brown) und Jason Moynihan (Buddy Guy) auf atemberaubende Weise zu bedienen wissen. Da verblassen die Fähigkeiten von Ken Wenzel (Sax) und Dane Paul Russell (Harmonica) in der BOBBY PARKER BAND schon fast ein wenig. Zum Teil aber auch deshalb, weil Bobby Parker ihnen einfach nicht so viel Raum zugesteht, wie die Bandleader der beiden anderen Top-Acts es ihren Jungs erlauben. Da kommt Parker schon etwas selbstgefälliger rüber als 'Gatemouth' oder Old Buddy.
Sei's drum, dieser Umstand schmälert den Genuss des Abends nicht wesentlich, weil einfach zu viel Aufregendes passiert.
Ideengeber Carlos Santana reiht sich ein ums andere Mal in die Bands seiner grossen Vorbilder, und versucht mit zahlreichen Soli für Furore zu sorgen. Dies gelingt nicht immer zur vollsten Zufriedenheit, doch hin und wieder funkelt Santanas umfassende Saitenartistik in einem anderen Licht, wenn er z.B. jenseits seiner stereotypen Santana-Trademark-Licks agiert und Blues-Skalen intoniert, die man ansonsten selten von ihm zu hören bekommt.
Dachte man zu Beginn des Konzertes bei der Bobby Parker Band schon, man habe einen schönen Gig erlebt, steigert sich der musikalische Gehalt des Abends bei der Show von 'Gatemouth' Brown noch um einiges. Dem echten Blues-Puristen mag die Brown'sche Setlist womöglich ein wenig zu jazzlastig daherkommen, doch der Unterhaltungswert, die ausgesuchte Stilvielfalt und die schiere musikalische Präsenz der versammelten Musiker sollte auch den letzten Zweifler überzeugen. Muss man erwähnen, dass die grandiose Fingerfertigkeit eines immerhin schon 80-jährigen 'Gatemouth' zutiefst beindruckt und dem Zuhörer den allergrössten Respekt abverlangt?
Ein gutes Jahr später, am 10. September 2005 verliess Mr. Gatemouth Brown unsere Welt, nachdem ihm der Hurricane Katrina und seine zerstörte Heimat New Orleans möglicherweise das Herz gebrochen haben. R.I.P.
Doch das Aufkeimen trauriger Gedanken zerstreut ein gnadenlos gutgelaunter Buddy Guy in alle Winde. Guy präsentiert sich als Showman allererster Güte, versprüht Witz und Charme, kokettiert mit seinem fortgeschrittenem Alter (geb. 30. Juli 1936), flirtet mit der formidablen Gastsängerin Barbara Morrison, die in ihrer großartigen Karriere auch schon mit Dizzy Gillespie und Ray Charles musiziert hat, stolziert via modernster drahtloser Technik durch den großen Montreux-Saal, heizt das Publikum an und gewährt seinen Fahrensleuten, nebst Santana, Bobby Parker und Nile Rodgers, immer genügend Raum, um ihre solistischen Fähigkeiten einer dankbaren Zuhörerschaft zu offerieren.
Ein rundum gelungenes DVD-Paket, das viel Freude bereitet und für jeden Blues-Liebhaber zum unverzichtbaren Handgepäck werden sollte. Heissa, Weihnachten steht vor der Tür ... ganz dicker Tipp, Leute.
Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:

|