HoR Logo kl CD-Review:

Verschiedene Interpreten

Metal Mania

Stripped
Logo Home-of-Rock
Startseite > CD-Reviews > Verschiedene Interpreten > Metal Mania - Stripped
Link Kaufen:
www.amazon.de
Link Plattenfirma:
Albert Productions
Mehr Info:
All Music Guide (englisch)

Unser Disclaimer
Metal Mania - Stripped
Metal Mania - Stripped, Albert Productions, 2005
Produziert von: Jamie Talbot Länge: 70 Min 10 Sek Medium: CD
1. Every Rose Has It's Thorn - Poison9. Miles Away - Winger
2. Sister Christian - Night Ranger (new recording)10. Ballad Of Jane - L.A. Guns (new recording)
3. Wind Of Change - Scorpions11. When The Children Cry - White Lion (new recording)
4. Don't Know What You've Got (Till It's Gone) - Cinderella (new recording)12. When I Look Into Your Eyes - Firehouse
5. Silent Lucidity - Queensryche13. Fly To The Angels - Slaughter
6. More Than Words - Extreme14. More Than Words Can Say - Alias (new recording)
7. I Saw Red - Warrant15. Save Your Love - Great White (new recording)
8. The Way It Is - Tesla

Bei Samplern bin ich immer vorsichtig. Der Anteil an Schrott ist gewaltig, wirklich gute gilt es sorgfältig herauszufiltern. "Best Of's" & "Greatest Hits" einzelner Acts bieten schon häufig Grund genug zu harscher Kritik, noch schlimmer sind Compilations diverser Künstler. Was da teilweise mutwillig oder sinnlos zusammengeschustert wird vermiest dem gewöhnlichen rockinteressierten Musikliebhaber in der Regel bereits beim Ansehen die Laune, vom Entstehen einer Kauflust ganz zu schweigen.
Eine Kollektion diverser Songs unterschiedlicher Interpreten sollte doch viel eher ein sogenanntes "Antesten" in Aussicht stellen und eventuelle Neugier auf mehr entfachen, sieht man einmal von der Verwendung diverser Hit-Sampler für Festivalitäten aller Couleur ab.

"Metal Mania - Stripped" sitzt diesbezüglich zwischen allen Stühlen. Es fängt schon beim Titel an. Unter "Metal" versteht der Europäer gewöhnlich Hardrock der härteren Ausrichtung. Von Death oder Black Metal will ich erst gar nicht reden, aber wer dabei an IRON MAIDEN, JUDAS PRIEST oder SAXON denkt liegt nicht unbedingt daneben. Da die auf der Compilation vertretenen Musiker aber nahezu vollständig jenseits des großen Teiches beheimatet sind, muss man das Ganze aus einem anderen Blickwinkel sehen. Klar haben die Amis eine Menge härtetechnischer Brocken in ihren Reihen, allerdings fehlen die hier. Also nix METALLICA, SLAYER oder METAL CHURCH. Statt dessen ist eher die einstige Poser-Fraktion (POISON, WHITE LION) zahlreich vertreten, darunter auch mehrere Zweitligisten (SLAUGHTER, WINGER).
Wer jetzt Wein, Weib und Gesang erwartet (von wegen "stripped"...), dem steht die Enttäuschung erneut im Gesicht geschrieben. Nix "tits & asses", statt Silikonwunder stehen akustische Gitarren im Vordergrund.
Die Plattenfirma schreibt u.a. was von "an extensive collection of acoustic tracks from hard rock's multi-platinum metal gods's". Sei es drum, in der Werbung wird ja zumeist ziemlich auf die Kacke gehauen. Die beinharte Headbanger-Sektion sollte sich jetzt ausklinken, die Fraktion der Gemäßigten, Toleranten, Aufgeschlossenen, Neugierigen etc. kann weiterlesen.

Irgendwer hat irgendwo garantiert die vorliegenden Aufnahmen bereits einmal gehört. Für Otto Normalhörer erscheint die vorliegende Compilation auf den ersten Eindruck hin gar nicht mal so uninteressant. Vorausgesetzt, sie wird zu einem halbwegs günstigen Kurs vertickt. In diesem unserem Lande muss man nämlich locker mehrere Stunden malochen, bis man die Kohle für eine CD verdient hat. Die Zeiten in welchen man von Luft & Liebe lebte gab es übrigens nie, auch wenn das so manch einer verdrängt haben sollte.
Metal Maniacs, ährlich... es sind wirklich ein paar gute Sachen drauf. Ein so'n Ding ist Sister Christian von NIGHT RANGER. Ausgefeilt mit prächtigen Harmonien und zudem eine Neuaufnahme, wie man ohnehin sagen muss, dass da nicht einfach irgendwelcher Krimskram zum hundertsten Male neu aufgelegt wird. Das macht letztendlich auch den Reiz der Scheibe aus.
Die SCORPIONS, von mir oft gescholten, legen mit Winds Of Change vom Album "Acoustica Live" ein neu arrangiertes Sahnestück vor, das belegt wie gut sie (manchmal...) waren.
Ähnlich CINDERELLA mit Don't You Know What You Got (Till It's Gone). Die räumten 1988 im Vorprogramm der SCORPIONS unerwartet mit einem bärenstarken Set ab und Ende 1990 kam das unterschätzte "Heartbreak Hotel" (Dead Man's Road war und ist ein Killer-Track bis zum heutigen Tage, Southern-Heavy Rock vom Alleralleraller-Feinsten!). Die abgesagte und vielerorts bereits ausverkaufte Tour aufgrund des ersten Irak-Kriegs kostete sie zumindest in Deutschland wohl die Karriere. Don't You Know... wurde ebenfalls im neuen Arrangement aufgenommen und bietet für Freunde dieser Musik einen wahren Ohrenschmaus.
WHITE LION konnten mit ihrem '87-Output "Pride" in den Staaten einen Riesenerfolg landen und das ausgekoppelte When The Children Cry verhalf ihnen durch viel Airplay zu so manch einem zusätzlich verkauftem Longplayer. New recording, performed by Mike Tramp. Besser wird der Song dadurch zwar nicht unbedingt, jedoch kann einen klasse Track einfach kaum was verhunzen.
Silent Lucidity ohne Stromgitarren kennen zumindest QUEENSRYCHE-Fans bereits aus "MTV Unplugged. Aus dieser Reihe bediente man sich hier auch "with permission by MTV". Leider hat nicht nur MTV seit diesen glorreichen Tagen deutlich an Niveau verloren...
Als TESLA 1990 ihr "Five Man Acoustical Jam" nach nur zwei Studioalben herausbrachten, schwelgte wohl nicht nur ich in Begeisterung über den nun einsetzenden "Unplugged"-Boom. The Way It Is wurde seinerzeit am 02. Juli 1990 im Club "Trocadero" in Philadelphia, PA (USA) aufgenommen und beweist auch heute noch die Klasse einer Band die unverständlicherweise hierzulande kaum einen Blumenpott gewinnen konnte. Hier steht zwar wieder was von "From Live At The Trocadero", es dürfte sich jedoch wahrscheinlich um keine neue Aufnahme handeln (jedenfalls gibt es nichts diesbezügliches als Vermerk im Booklet zu lesen).
POISON und noch schlimmer SLAUGHTER ernteten in Europa zumeist Gelächter. Gemeinsam mit WARRANT konnte man pubertierende Ami-Gören beeindrucken, auf dem alten Kontinent sind sie nahezu vergessen. Aber bitte, auch Minderheiten haben Rechte.
WINGER, ob als Band oder Kip WINGER solo, tauchen hierzulande meist dann in den Pressetexten auf wenn der Name Reb Beach (z. Zt. WHITESNAKE) fällt. Der hat da wohl mal geklampft.
Die L.A. GUNS eiern bis heute herum und verdienen mit durchwachsenen Alben bei den wenigen verbliebenen treuen Fans ihre Brötchen. Nicht viel anders GREAT WHITE, die durch eine Brandkatastrophe auf einem ihrer Konzerte vor wenigen Jahren traurige Schlagzeilen ablieferten. Save Your Love mag zwar als akzeptable Neuaufnahme durchgehen, haben muss das eigentlich keiner mehr. Nach dem starken "Can't Get There From Here" (1999), dem Abwandern ihres Ur-Gitarristen Mark Kendall und der respektablen 2000er Tour hätte man besser das Kapitel beendet.

Ein Album, das eine bestimmte Klientel sicherlich gut bedient. Mehr aber auch nicht. Entscheidet selbst!

Jürgen Ruland, (Artikelliste), 04.04.2006

Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:

Startseite > CD-Reviews > Verschiedene Interpreten > Metal Mania - Stripped
© Home of Rock 2001 - 2008, Impressum