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| Modern & Cover Rock'n'Roll, Be Be's Records, 2006 |
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Länge: 57 Min 12 Sek |
Medium: CD |
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| 1. 5 In Love - Girls Just Want To Have Fun | 10. Dave Phillips & The Hot Rod Gang - Good Thing #2 |
| 2. Götz Alsmann & His Sentimental Pounders - People Are People | 11. Boppin' B - Blitzkrieg Bop |
| 3. Blue Moon Special - Antmusic | 12. The Di Maggio Connection - Goody Two Shoes |
| 4. The Roomates - Sugar Baby Love | 13. New York Diesel - Waterfront |
| 5. Union Avenue - Teenage Kicks | 14. The Jailbirds - Light My Fire |
| 6. The Speedos - Breakaway | 15. 5 In Love - Walk Like An Egyptian |
| 7. The Chaperals - The Longest Time | 16. Senor Gomez & The Dirty Boogie Dogs - The Boys Are Back In Town |
| 8. Paul Ansell's Number Nine - The Passenger | Bonus Track: |
| 9. The Continentals - Tainted Love | 17. The Roomates - Sugar Baby Love |
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Was vor einigen Jahren für DICK BRAVE und seine BACKBEATS funktioniert hat, sollte doch auch heute noch relativ problemlos möglich sein. Von Take Good Care Of My Baby bis Walk This Way hat man da ver-rockabilly-d was ging und der Erfolg konnte sich sehen lassen. Außerdem hat Deutschland ja im letzten Jahr beim Grand Prix, European Song Contest heißt das jetzt, glaub' ich, mal nicht am letzten Platz gekratzt. Der Verdienst gebührt dem billigen Liedchen von TEXAS LIGHTNING, das zwar mehr Country war, aber prinzipiell in eine ähnliche Ecke schlägt.
Warum also nicht ein Rudel Rock'n'Roller, Rocka-hillbilles und Anverwandte zusammentreiben und sich die über so bewährte wie unschuldige Evergreens hermachen lassen.
Solche Schüsse können in unterschiedliche Richtungen losgehen und das tun sie auch.
Ins Ziel treffen problemlos 5 IN LOVE, die Cindy Laupers Girls Just Want To Have Fun locker auf sich münzen und den Song munter swingend und groovend ins Schwarze manövrieren. Vom a cappella Intro über das coole Sax zum ansteckenden Refrain macht man sofort mit und jetzt können auch die Männer in einer angenehmen Tonlage mitsingen. Ein paar Songs später beweisen sie sich erneut, diesmal an Walk Like An Egyptian (THE BANGLES). Richtig geil, mit Jazz-Zwischenspurt und witziger Sprech-Strophe. 5 IN LOVE streiten sich problemlos mit den ÄRZTEN (Geh'n wie ein Ägypter) um die beste Interpretation dieser Nummer.
GÖTZ ALSMANN & HIS SENTIMENTAL POUNDERS schnippt und klimpert uns eine obercoole Version von People Are People (DEPECHE MODE). Dem Götz entsprechend, wird's hier natürlich ganz schön jazzig und das richtig gut! Auch hier ist man als Hörer sofort infiziert.
Wer kennt heute noch ADAM AND THE ANTS? Anscheinend noch einige, denn von denen sind hier gleich zwei Songs vertreten. BLUE MOON SPECIAL haben sich der Antmusic angenommen und einen ansprechenden Stray Cat-Rockabilly daraus gemacht. Nicht sonderlich spektakulär, aber verträglich. THE DI MAGGIO CONNECTION nahm sich Goody Two Shoes zur Brust und bringt da deutlich mehr Schwung mit in die Bude. Rockt gut und billy'd formidabel.
Dann kommt ein kleiner Bruch. Gerade will man Kindheitserinnerungen frönen, Ilja Richters 'Disco' gedenken und sich die Kappen der RUBETTES in Erinnerung rufen - der Einstieg zu Sugar Baby Love gelingt auch noch ganz gut - da muss man feststellen, dass es die Leadstimme in diesem Titel doch nicht bis in die erforderlichen Tonhöhen schafft und vorher eine Ausfahrt nimmt. Tja, schade, eigentlich ein guter Versuch, aber wenn schon denn schon. Wie hätte Fredl Fesl g'sagt: Des Lied is' eigentlich für Metzger-Sopran. Da nützt es auch nicht, wenn der Titel am Schluss, als Bonus, in einer 'A capella Version' noch mal wiederkehrt.
UNION AVENUE verwursteln in Teenage Kicks etliche Rock'n'Roll Zitate und verschnüren sie mit der Schmetter-Trompete aus Johnny Cashs Ring Of Fire. Kurz und kurzweilig.
Ähnliches gilt Breakaway (Tracy Ullman), gespielt von THE SPEEDOS. Locker-flockiger Rockabilly, sehr 50's betont, zum mittänzeln.
Den zweiten Fehlpass auf dieser Scheibe erlauben sich THE CHAPERALS. Billy Joels The Longest Time ist von Natur schon ein Doo Wop Song und auch wenn auch die Buben hier schön zusammen harmonieren, mangelt es dem Lead-Sänger an der Klasse Billys. So geht's, wenn man sich zu nahe ans Original wagt.
Da zeigen PAUL ANSELL'S NUMBER NINE mehr Cleverness. The Passenger (Iggy Pop) ist zwar auch nicht unkenntlich weit von der Vorlage, aber bekommt mit Elvis-ähnlichem Gesang und ein paar Rock'n'Roll/Rockabilly Zutaten genau den richtigen Drive um zu begeistern.
Auf SOFT CELLs Tainted Love war ich ja gespannt und, ja, anlauflos vom Hocker fegt es mich nicht, jedoch THE CONTINENTALS machen das schon sehr gut und wissen mit den Gitarrensoli für die erfrischende Auflockerung zu sorgen. Macht Spaß. [Anm.: Im Original stammt der Song aus dem Jahr 1964, damals gesungen von Gloria Jones]
Noch besser machen es DAVE PHILLIPS & THE HOT ROD GANG. Das Good Thing von den FINE YOUNG CANNIBALS hat ja von Geburt an etwas Rockabilly in sich und den verstärken die Jungs hier einfach und geben ihm einen richtig druckvollen Sound. Klasse.
BOPPIN' B hab ich selbst schon ein paar Mal live gesehen und man muss diese 'Scheißkapelle' (Selbstbezeichnung) eigentlich auch auf der Bühne erleben. Erst dann erschließt sich einem der ganze Spaß, den man mit den Typen haben kann. Mit dem Blitzkrieg Bop (THE RAMONES) gehen sie natürlich kein allzu großes Risiko ein, aber dieser Song ist einfach unkaputtbar. Hey, ho, let's go!
Very old-style und karibisch bekommt der SIMPLE MINDS' Waterfront von NEW YORK DIESEL einen gänzlich anderen Charakter verpasst. Hätte Josephine Baker kaum amüsanter bringen können.
Auch Light My Fire hat man im Rockabilly-Gewand wohl noch kaum gehört. Ist einigermaßen gewagt, was THE JAILBIRDS hier wagen. Ist man erst in Stimmung, dann geht auch das gut rein und runter.
Um den Höhepunkt unserer Party zu erklimmen, machen uns SENOR GOMEZ & THE DIRTY BOOGIE DOGS und Boys Are Back In Town noch mal ordentlich Feuer. Purer Spaß, wenn die Brass-Sektion die Gitarrenriffs spielt. Da hätte auch ein Frank Zappa seine Freude daran gehabt (ich möchte hiermit an Franks grandiose Stairway To Heaven Fassung erinnern).
"Modern & Cover Rock'n'Roll" macht, bis auf ganz kleine Aussetzer, richtig unbeschwerte Partylaune und selbst die stören kaum, wenn man erst mal in Feierlaune ist.
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