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| Bananas, Capitol Records/EMI, 2003 |
| Ian Gillan |
Vocals, Harmonica |
| Roger Glover |
Bass |
| Ian Paice |
Drums |
| Steve Morse |
Guitar |
| Don Airey |
Keyboards |
| Gäste: |
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| Beth Hart |
Backing Vocals (Haunted) |
| Paul Buckmaster |
String Ensemble (Haunted) |
| Produziert von: Michael Bradford |
Länge: 51 Min 15 Sek |
Medium: CD |
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| 1. House Of Pain | 7. Picture Of Innocence |
| 2. Sun Goes Down | 8. I've Got Your Number |
| 3. Haunted | 9. Never A Word |
| 4. Razzle Dazzle | 10. Bananas |
| 5. Silver Tongue | 11. Doing It Tonight |
| 6. Walk On | 12. Contact Lost |
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Ich gehöre zu den geschätzten 50 Millionen Menschen, die vor etwa 30 Jahren wegen DEEP PURPLE und einigen anderen Zeitgenossen zum Hardrock fanden. Viele dieser Menschen haben sich längst anderen Freizeitbeschäftigungen zugewandt und konsumieren Musik vorzugsweise via Musikantenscheune oder Autoradio und haben ihre Jugendhelden längst in der Rubrik "Schön war's damals" abgelegt.
Ergo: Nichts ist im Jahr 2003 unwichtiger als eine neue Platte von DEEP PURPLE. Das wissen die alten Herren natürlich auch selber und deswegen nehmen sie sich und ihre Musik längst nicht mehr so ernst wie früher und tun nur noch was sie wirklich wollen.
So weit so gut. Ich war einer der wenigen, die von den Sommerkonzerten mit LYNYRD SKYNYRD nicht gelangweilt waren. Warum auch? Will man tatsächlich erwarten, dass Ian Gillan heute noch den wilden Mann auf der Bühne gibt? Will man sehen, dass Steve Morse, der Gentleman, seine Gitarre wie weiland Richard Schlagetot Blackmore in tausend Stücke prügelt? Also echt, das kann doch wirklich keiner ernsthaft verlangen. Sieht es nicht furchtbar albern aus, wenn ein Dino wie Keith Emerson nach wie vor sein Keyboard erdolcht? Doch, tut es! Und deswegen ist mir Gillan im Bühnen-Schlafanzug lieber als ein krampfhaft auf jung machender Pompös-Großvater.
Genau so entspannt wie die Konzerte klingt auch das neue Album "Bananas". Alberner Titel, alberne Bühnenklamotten, aber würdevoll gealterte Rocker, die immer noch die Axt ganz gepflegt in den Schädel tausender Möchtegernmetaller rammen.
Mir war es eigentlich immer egal, wer grad bei PURPLE musiziert hat. Ob Blackmore, Bolin oder jetzt Morse (gut, Satriani hätte nicht sein müssen), ob Gillan, Hughes oder Coverdale (ja ja, auch Joe Lynn Turner war ein Griff ins Klo) und jetzt eben Don Airey für Jon Lord (obwohl Aireys Bühnentätigkeit wegen 100%-Plagiat richtig peinlich war). Entscheidend bei DP war und ist, ob die Songs passen. In 9 von 10 Fällen hat das in den letzten 35 Jahren geklappt - und so auch bei "Bananas". Die beteiligten Songschreiber waren einfach immer so gut, dass erstklassige Rockmusik dabei herauskam. Zeitgemäß ist das natürlich schon lange nicht mehr und von Evolution braucht auch keiner mehr reden. Auch ein halbherziger "Rap"-Versuch auf Doing It Tonight rettet dem Trendscout nicht den Abend. Dazu kommt, dass alle jemals in DP involvierten Musiker Asse waren. Mag mir also keiner sagen, dass Blackmore heute noch eine Bereicherung für diese Band wäre. Steve Morse ist großartig und dabei bleibt es. Und außerdem ist er bei Purple gezwungen, auf all zu komplizierte Frickelarien zu verzichten und das macht es mir als 4/4-Freak deutlich einfacher.
Das House Of Pain haben die fünf Herren von innen schon lange nicht mehr gesehen und deswegen rockt der erste Track zwar herrlich hart und locker, aber gleichzeitig zitieren sie sich (augenzwinkernd?) ganz schamlos selbst. Recht so, andere tun das auch und kriegen dabei keinen einzigen Abgehsong mehr auf die Reihe.
Und damit ist über die Songs an sich alles gesagt. Qualitätsfutter für Leute, die verstanden haben, dass man Hard Rock nicht mehr neu erfinden kann. Nichts für "In Rock"-Kleriker, die die Child In Time-Schreie am liebsten mit Waffengewalt aus Gillan herauspressen würden. Geht nicht mehr, ist vorbei. Gillan singt großartig, setzt seine Stimme ein, wie sie 2003 einsetzbar ist und steckt damit 95% aller Jungspunde ganz lässig weg. Dass mit Haunted auch noch eine wunderschöne Ballade herausgesprungen ist, sollte man als Extrabonus verstehen. Das bringt ganz sicher Airplay und ein paar Fernsehauftritte bei Gottschalk und Kollegen.
Meine Lieblingsnummern sind Razzle Dazzle, zwecks unverkrampftem Groove, I've Got Your Number, wegen verschärfter Live-Qualität, Silver Tongue, mit tonnenschwerem Bass und wunderbarer Gitarre/Orgel-Schlacht, und Bananas, weil's so geil rockt. Ausfälle sind nicht zu beklagen, auch wenn sie bei Never A Word etwas zu tief ins Blackmore-Celtic-Horn geschaut haben.
Im November steht bereits die nächste Hallen-Tour an und ich frage mich, mit was der Hörer besser bedient ist. Mit den alten Platten im Schrank plus dieser schönen neuen Scheibe oder mit einem Konzert, gespickt mit alten Gassenhauern und für einen Preis von knapp unter 50 Euro? Ich für meinen Teil weiß es...
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