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Stormbringer

(35th Anniversary Edition)
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Stormbringer (35th Anniversary Edition)
Stormbringer (35th Anniversary Edition), EMI Music, 2009 (1974)
Ritchie Blackmore Lead Guitar
David Coverdale Vocals
Glenn Hughes Bass, Vocals
Jon Lord Keyboards
Ian Paice Drums
Produziert von: Martin Birch Medium: CD & DVD
CD - Original Album Remastered:
1. Stormbringer9. Soldier Of Fortune
2. Love Don't Mean A ThingBonus Tracks:
3. Holy Man10. Holy Man (Remix)
4. Hold On11. You Can't Do It Right (Remix)
5. Lady Double Dealer12. Love Don't Mean A Thing (Remix)
6. You Can't Do It Right13. Hold On (Remix)
7. High Ball Shooter14. Soldier Of Fortune (Remix)
8. The Gypsy15. High Ball Shooter (Instrumental)
DVD - Original Quad Mix in 5.1 and PCM Stereo 48/24Audio:
1. Stormbringer6. You Can't Do It Right
2. Love Don't Mean A Thing7. High Ball Shooter
3. Holy Man8. The Gypsy
4. Hold On9. Soldier Of Fortune
5. Lady Double Dealer

Eigentlich habe ich mir die Anniversary-CD vor Wochen gekauft, weil ich dachte, die gehört halt in dieser Aufmachung in jede Sammlung, und die ein oder zwei Mal, wo ich "Stormbringer" - noch als unremasterte CD - gehört habe, tat das auch nicht weh. Also gesagt getan. Und dann dachte ich: "Schreibste mal schnell 'ne Rezi so nach dem Motto: Sound gut. Kann man kaufen."
Doch je öfter ich mir dieses Post-"Burn" Mop-Up Ding anhöre, desto mehr zweifele ich, ob man, wenn man diese CD schon mal als 5-Euro-Grabbeltischausgabe irgendwo hat, dieses Geld für ein schönes Booklet und additional Remix- und Quad-Tracks ausgeben muss. Denn das ist eben wirklich nicht Vintage DEEP PURPLE, sondern eine Band ohne Richtung und in Auflösung.

Damals, in 1974, hatte ich andere Interessen als die latest Purple, und so verpasste ich auch die ganzen Aufregungen um "Dat Funky Alb'm", und auch "Come Taste The Band" - was ja ebenfalls dem Funk à la DEEP PURPLE gewidmet war - entging mir damals. Irgendwann holte ich das nach, aber das war Jahrzehnte später, was aber den Vorteil hatte, dass ich diese Platten dann relativ frisch und ohne die 'enttäuschter Fan'-Brille hörte.
Meine erste Reaktion auf "Stormbringer" war, dass Blackmores Gitarre in den Soli 'niedlich' klang. War er mit den Soli auf den früheren Platten - check "Fireball" zum Vergleich! - schon durchaus schneidend dazwischen gefahren, klang das hier oft eher zart und schmal, zurückhaltend, fast schon suchend. Ich hoffte, dass auf dem Remaster etwas daran geändert sein würde, und das ist leider nicht der Fall. Hat immer noch irgendwie nicht Blackmore-Sound der frühen Jahre.
Ansonsten ist der Klang des Remasters natürlich besser, entstaubt, weiter vorn. Sozusagen freier, räumlicher und druckvoller. Ein Grund, die CD - auch nochmals - zu erwerben.
Das Booklet ist wie immer mit großer Liebe gemacht, erzählt alle Details über Blackmores zunehmende Entfremdung von der Band und gibt Einzelheiten über die Tracks (z.B. dass Love Don't Mean A Thing rein zufällig an Blackmore bei einer Tour in den USA von jemand, der sagte, er habe einen Song für Purple, herangetragen wurde. Das Stück wurde dann im bandeigenen Flugzeug mit dem Stranger vervollständigt, aber der verschwand dann, und niemand kennt seinen Namen). Ein weiterer Grund, das Remaster zu erwerben.

Was nun den 'Funk' angeht - heute würde sich darüber natürlich niemand mehr aufregen. Es rockt und rollt ja immer noch, auch wenn Tracks wie Holy Man und You Can Do It Right - eigentlich die beiden einzigen - wirkliche funky Tracks sind. Stormbringer und Lady Double Dealer sowie High Ball Shooter sind Rocker wie man sie etwa fast auf "Burn" findet - aber die Keyboards und der Bass sind natürlich anders eingesetzt als bei "Burn". Und die Tatsache, dass die Songs eminent melodisch sind und zum Mitsingen einladen - auch ok. Aber dass einer wie Blackmore bei dieser geänderten Richtung und Gewichtung bald das Weite sucht, kann man verstehen, soweit man, wie ich höre, man Blackmore überhaupt verstehen kann.
Trotzdem ist das hier Resteverwertung. Blackmores Soli sind uninspirierte Wiederholungen früherer Großtaten - so etwas wie auf No No No bringt er, was Spannung angeht, nicht zustande.
Die Idee zwei Sänger einzusetzen bringt auch nicht wirklich etwas, letztlich ist es egal, ob gerade Coverdale oder Hughes singt. Beide sind gut, wenn man von Coverdales nervigen, testosterongeschwängerten Peepshow-Gegurre Love Don't Mean A Thing absieht. Man sieht förmlich, wie er sich auf einer sich drehenden Liege räkelt und vor sich hin singt. Lords Solo auf High Ball Shooter sticht heraus, und Hughes' Bass ist eben schön funky.
Was aber völlig fehlt, und was "Burn" zu so einem Meisterwerk dieser DP-Version machte, ist die nervöse Energie, die dazu führte, dass alle Tracks brennen und ungestüm nach vorne stürmen. Hier herrscht DP-as-usual, und weil das nicht reicht wurde man etwas melodiöser, was nett ist, aber für eine 'Great Deep Purple Portfolio Addition'-Medaille niemals reichen kann.

Die Remixe: mir bluten die Ohren. Also gut, bei Holy Man ist der Bass etwa bei 3:10 in der langsamen Sektion etwas fetter - etwas mehr funky, und ich glaube die Gitarre auf dem rechten Kanal bei der Bridge etwas zurückgenommen. Das Solo bei etwa 2:30 im Original in der Mitte, im Remix auf dem rechten Kanal, was der Gitarre auf der linken Seite etwas mehr Raum gibt. Bei You Can Do It Right fehlt die Gitarre im rechten Kanal, und der Synth wird mehr betont. Bass natürlich wieder etwas pronoucierter. Alles in allem Marginalien, die Remixe auf "Machine Head" etwa waren bei weitem unterschiedlicher zum Original. Braucht man also nicht unbedingt.
Die Quad-Mixe auf der zweiten CD kann ich mangels Gerätschaft nicht beurteilen; aber ob Quad, Duo oder sonst wie - die Musik ist ja nicht anders.
Der Hauptunterschied und daher die Empfehlung, sich den Kauf dieser CD gründlich zu überlegen, liegt halt in der besseren Abmischung. Dazu kommt als Pluspunkt das Booklet. Wenn man "Stormbringer" überhaupt nicht hat und seiner Sammlung eine schöne Version einverleiben möchte, ist das hier das Mittel der Wahl. Ich ärgere mich allerdings über diesen Kauf, denn die Grabbeltischausgabe hat gereicht.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 16.06.2009

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