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Mirror Ball Live & More

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Mirror Ball Live & More
Mirror Ball Live & More, Frontiers, 2011
Rick Allen Drums
Vivian Campbell Guitar
Phil Collen Guitar
Joe Elliot Vocals
Rick Savage Bass
Länge: 118 Min 59 Sek Medium: Do-CD
CD 1:
1. Rock! Rock! (Till You Drop) 6. Too Late For Love
2. Rocket7. Foolin'
3. Animal8. Nine Lives
4. C'Mon C'Mon9. Love Bites
5. Make Love Like A Man10. Rock On
CD 2:
1. Two Steps Behind8. Rock Of Ages
2. Bringin' On The Heartbreak9. Let's Get Rocked
3. Switch 625 10. Action
4. Hysteria11. Bad Actress
5. Armageddon It 12. Undefeated (new studio track)
6. Photograph13. Kings Of The World (new studio track)
7. Pour Some Sugar On Me 14. It's All About Believin' (new studio track)

Wie sang mein Lieblingspoet aus der Kölner Südstadt damals: "Alte Männer, aus dem Ei gepellte alte Männer. Aalglatt" (BAP, Ahl Männer), damit meinte er zwar etwas ganz anderes, aber als ich die Ankündigung zu diesem Liveliederbuch der immer noch bestehenden tauben Leoparden las, kam direkt diese Textzeile in meinen Kopf. Warum? Weil ich diese ganze Hysterie um "Hysteria" damals (und auch heute) nicht verstanden habe. Was fanden die Leute an diesem glattpolierten (aalglatten) von allen Ecken befreiten Sound? Was war der Ursprung für den immensen Erfolg dieses Albums? METALLICA hatten doch mit ihren ersten drei Alben den Metal in Schwung gebracht, SLAYER es auf die Spitze getrieben, QUEEN sich schon lange in den Rockolymp geschossen, JOURNEY ihre besten Zeiten erlebt und mit "Raised On Radio" ihren Abgesang auf sich selbst geschrieben - was sollte also dieses Gehopse um "Hysteria"? Irgendwie müssen die Jungs um Joe Elliot wohl damals den richtigen Riecher zur richtigen Zeit gehabt haben. Es folgten noch diverse weitere weitaus weniger erfolgreiche Alben und für mich verschwanden die Jungs ziemlich schnell wieder in der Versenkung. Aalglatt? Das war nix für mich!

Jetzt gibt's also ein Livealbum. Das erste in der bereits mehr als 30 Jahre andauernden Karriere der Band. Aufgenommen auf der "Sparkle Lounge"-Welttour im Jahr 2008 bei diversen Veranstaltungen. Glücklicherweise werden die Songs nicht ausgeblendet, sondern dem geneigten Hörer der Eindruck vermittelt, man würde einem kompletten Konzert beiwohnen. So weit so gut (bis auf die Tatsache, dass beim vorletzten Livesong das Publikum noch mal mit einem kräftigen "Good Evening" begrüßt wird). Rockt's denn jetzt? Ja, durchaus! DEF LEPPARD haben tatsächlich eine gute Livepräsenz, allerdings ist der Unterschied zu den Studiofassungen der Songs nur marginal bis kaum gar nicht vorhanden. Es bleibt nichts hängen, es fehlen die Ecken und Kanten genauso wie auf den Studioveröffentlichungen und irgendwie wird man den Eindruck nicht los, dass da ein paar nette alte Männer (nicht veralterte Männer) auf dicke Hose machen (inkl. Lederweste über der nackten Brust!). Das machen sie zwar richtig gut, aber so richtig überzeugend wirkt das nur zum Hören nicht. Da müsste man sich dann wahrscheinlich schon die Live-DVD zulegen um die ganzen visuellen Eindrücke mitzubekommen. Was man da unter YouTube zu sehen bekommt, ist schon nicht schlecht. Ganz großes Kino mit ganz vielen Lichtern und Leinwänden im Hintergrund, begeisterten Fans im Publikum und einer Band, in der keiner dem anderen weh tut.

Ich will den Herren nicht unterstellen, dass sie von Anfang an völlig überschätzt worden sind, aber meiner Meinung nach zeigt das Livealbum nicht mehr und nicht weniger, als dass DEF LEPPARD Songs für die Ewigkeit geschrieben haben, die keinen stören, die nicht weh tun, die keine schadhaften Spuren hinterlassen und somit durch die Gehörgänge rauschen wie ein Eichhörnchen durchs Gestrüpp. Je länger ich diese Songs höre, umso mehr bin ich mir sicher, von wem Bryan Adams sich bei seiner Scheibe "Waking Up The Neighbours" hat beeinflussen lassen (Man höre sich nur mal Hysteria oder Armageddon It an).

Bleibt unterm Strich mit "Mirror Ball" ein Album, dass für Fans sicherlich ein Muss ist, für Leute die von DL noch nie was gehört haben, ist es ein ganz gutes Best Of-Album geworden (immerhin wird so ziemlich jeder Output bedacht), ob man's sich wirklich anschaffen muss kann ich allerdings nicht wirklich mit Ja beantworten.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 16.07.2011

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