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| Beat Me, Demolition Records, 2005 |
| Akihito Morimoto |
Vocals, Guitar |
| Iazuto Maekawa |
Bass |
| Tomaharu Gian |
Drums |
| Produziert von: Attie Bauw & EES |
Länge: 43 Min 12 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Scream For Me | 7. Slow Down |
| 2. Bastard! | 8. Beat Me |
| 3. I Can Hear The Sex Noise | 9. Rock & Roll Kills The Blues |
| 4. Don't Say Fuck | 10. Mile End |
| 5. Lemon Lees | 11. I Love Fish But Fish Hate Me |
| 6. Killer Killer | 12. Iron Man |
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Manchmal muss man an Musik akademisch herangehen, auch mal den Spagat zwischen U- und E-Musik wagen, den Drang zur Banalisierung im Sinne der Popkultur unterdrücken. Ganz speziell, wenn man es mit Musikanten aus Japan zu tun hat, die bekanntlich in ihrer Ernsthaftigkeit nur noch von deutschen Freudlos-Literaten übertroffen werden. Nicht umsonst hat Japan mittlerweile die besseren Kondome, die verbraucherfreundlicheren Gebrauchte-Slip-Automaten und die lustigeren Lustige-Tiere-Krawatten-Für-Büroschnösel. So weit musste es kommen mit dem Land der Dichter und Denker, dass Jürgen Klinsmann und Angie die Hoffnungsträger geworden sind. Merkelt Ihr was? Die Japaner sind da ganz anders!
Nehmen wir uns nur den Satz "Don't say fuck, fucker!" der japanischen Künstlergruppe ELECTRIC EEL SHOCK vor. Oberflächlich betrachtet handelt es sich um eine Anweisung, eben nicht ficken zu sagen. Doch was alles könnte sich dahinter verbergen? Vor einem knappen Jahr sagte Sänger und Gitarrist Aki zu unserem Kollegen Ralf im Interview "... wartet auf unser brandneues Album. Es wird ein legendäres Album werden, das Rock'n'Roll-Geschichte schreiben wird." Und erst im Februar dieses Jahres sagte Aki dem Kollegen Jörg die bedeutungsschwangeren Worte "Wir haben einen Reiskocher im Bus" bei dessen Therapiesitzung mit den fernöstlichen Philosophen. Bringt man nun diese beiden Aussagen mit dem auf "Beat Me" erstmals veröffentlichtem Statement "Don't say fuck, fucker!" in Einklang... völlig neue Dimensionen interstellaren Lebens tun sich auf, Welten verändern sich, LSD war gestern, heute ist "Beat Me"!
ELECTRIC EEL SHOCK ziehen Teile ihrer Weisheit aus der Vergangenheit, gleichwohl sie sich auch mit der Zukunft beschäftigen (im Track Rock & Roll Kills The Blues visionieren sie sich parabelartig durch denkbare Szenarien, die frühestens unsere Kindeskinder möglicherweise erleben könnten - George Orwell lässt grüßen).
ELECTRIC EEL SHOCK sind aber auch der Natur verbunden. Vor dem schönen Lied Mile End fordert Aki den Schlagzeuger mit "ok, come on naked drummer" auf, doch endlich alle Konventionen fallen zu lassen und ordentlich zu swingen. Doch nicht nur dem Drummer gilt die Aufforderung. Zieht Euch jetzt aus, Leser, und schaukelt die... ja.
Wie viele Bands haben bereits Iron Man von BLACK SABBATH gecovert? Bei wie vielen Bands klang Iron Man funky? Also, jetzt nicht funky im Sinne von Disco, sondern funky im Sinne von Heavy Metal.
Männer und Leser, kommt Ihr langsam mit? EES sind die Chaotentruppe vor dem Herrn und mit "Beat Me" haben sie einen gradezu genialen Streich abgeliefert. Hardrock, Metal, Stoner, Garage, Rock'n'Roll, Comedy, Ernährungstipps (I Love Fish But Fish Hate Me), Lebenshilfe und Mieterschutz (I Can Hear The Sex Noise) und natürlich Erziehungsberatung, ohne die Supernanny zu konsultieren, in besagtem Don't Say Fuck.
Produktionstechnisch sind die drei Vögel diesmal deutlich besser beraten gewesen, die CD klingt richtig gut. Die Songs sind gegenüber den Vorgängerplatten ebenfalls deutlich verschärft und haben mächtig Melodieanteil (Slow Down klingt doch beinahe nach Hit), die Jungs zeigen ein paar instrumentale Zirkuskunststückchen, speziell Aki lässt zwischendurch schon ganz furchtbar schön den Monstergitarrero raus. ELECTRIC EEL SHOCK haben sich mit dieser Scheibe vom hundertprozentigen Live-Abräumer endgültig auch zum Album-Act entwickelt.
Großes Kino, großer Spaß, goiler Hardrock. Was will man mehr, Bastard?
Double Peace für die drei Knaller aus Japan!
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