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Embrace

Out Of Nothing

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Out Of Nothing
Out Of Nothing, Independiente, 2004
Mickey Dale Keyboards
Michael Heaton Drums
Steven Firth Bass
Richard McNamara Guitars, Vocals
Danny McNamara Vocals
Produziert von: Youth Länge: 47 Min 24 Sek Medium: CD
1. Ashes6. Keeping
2. Gravity7. Spell It Out
3. Someday8. A Glorious Day
4. Looking As You Are9. Near Life
5. Wish 'Em All Away10. Out Of Nothing

Hoppla, bei den ersten Takten des Openers Ashes meint man, EMBRACE habe eine Prise alte U2 geschnupft. Im Chorus verlegen sie sich dann darauf, OASIS die Zunge herauszustrecken und in der Schlussrunde schleichen sie Arm in Arm mit COLDPLAY durchs Ziel. Monumentales Opening mit leichtem Stirnrunzeln. Klingt aber dennoch ganz ordentlich.
Stichwort COLDPLAY: Die Melancholiker um Chris Martin haben mit EMBRACE nicht nur diese allgemeine schwermütige, pathetische Haltung gemein, nein, sie kennen sich seit langem persönlich.
Danny McNamara und Chris Martin sind sogar so gut befreundet, dass Chris den etwas flügellahm gewordenen EMBRACE, einen seiner Songs vermacht, Gravity. Ja, so wollen wir die McNamaras hören: Gefühlvoll, zärtlich, verträumt, schwelgerisch. Danny schwebt plötzlich mit seinen langgezogenen Vokalen erhaben über der Erde und wundert sich über die Tücken der Schwerkraft.

Es wird überliefert, dass Produzent YOUTH den lieben Danny im Studio recht intensiv drangsalierte, um McNamaras Emotionspotenzial von innen nach aussen zu kehren. "No! It's out of tune. Start again!"
Gottlob sitzen auf dem neuen Album alle Töne an der richtigen Stelle. Ganz im Gegensatz zur Fernsehaufzeichnung des "Haldern Open-Air 2004", wo der EMBRACE Sänger einige Male scheusslich danebenlag. Da nützt ihm sein jungenhafter Charme auch nicht mehr viel.

Bei ihrem "Out of nothing" haben sich die Jungs allerdings mächtig ins Zeug gelegt, um an alte Glanzzeiten anzuknüpfen, wie sie behaupten. Herausgekommen ist wiederum ein ganz gutes Album, mit einigen ihrer hinlänglich bekannten wunderschönen Balladen. Looking as you are z.B. tritt gesanglich erneut in Chris Martins Fusstapfen und überzeugt mit hymnenhaftem Pathos. A glorious day entwickelt sich zur ausgewachsenen EMBRACE-Arme-hoch-und schwenken-Nummer. Hand in Hand geniessen.
Im Grunde sind fast alle Songs wieder nach dem Strickmuster der ersten Stunde komponiert und gesungen, ab und an sogar noch etwas opulenter ausgestattet als in der Vergangenheit. So, wie die eingeschworenen Fans es lieben und wahrscheinlich auch gar nicht anders wollen. Denn verlegen sich die Herrschaften mal auf anderweitiges Terrain, wie im psychedelisch verdrehten Near life, klingen sie seltsam und fremd.

Dass dieses Album aber besser oder schlechter als alle anderen EMBRACE Scheiben sei, wage ich zu bezweifeln. Höhen und Tiefen gab es seit jeher. Das ultimative Hammer-Album gelingt ihnen mit "Out of nothing" immer noch nicht. Dennoch werde ich die Jungs weitermögen und hören.

Frank Ipach (Craving Hands), (Impressum, Artikelliste), 05.09.2004

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