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Humanology
Humanology, Timeless Productions/Two Fat Men, 2004
Andy WallaceGuitars
Jairo GuedzBass
André MárcioDrums
Wallace ParreirasVocals
Produziert von: Neil Kernon & Eminence Länge: 57 Min 24 Sek Medium: CD
1. B.O.H.110.Leech 9
2. Evolution11. The freak I become
3. Overload12. Creep
4. Humanology13. Democrasick
5. Citizen zero14. Onefortyfive
6. 6ix degrees15. Hawking radiation
7. Greenspirit16. Coward
8. Like I hate You17. 17253017
9. Greedy as a pig

Wenn man Vater wird ist das schon ein gewaltiger Einschnitt im Leben. Trotzdem war ich etwas überrascht, als mir mein Bruderherz vor einigen Wochen mitteilte, dass er nun in seine Death Metal-Phase eingetreten sei. Da kommt das Album "Humanology" der Brasilianer EMINENCE ja gerade richtig.

Die Band aus Belo Horizonte schöpft für ihren zweiten kompletten Longplayer aus unterschiedlichen Inspirationsquellen und zimmert sich daraus einen recht ansprechenden mit durchaus eigener Note versehenen Extremsound.
Trockener amerikanischer Old School Death Metal, wie man ihn von SIX FEET UNDER kennt und schätzt lieferte die Basis die für aggressive Grundausrichtung, vor allem im Vocal-Bereich.
Wallace Perreiras kotzt und röchelt seine Wut in bester Cliff Barnes-Manier aus sich raus, ohne jedoch ganz an dessen abgrundtiefe Bösartigkeit heranzureichen.

Gleichzeitig scheuen EMINENCE nicht davor zurück moderne Elemente aus dem FEAR FACTORY-Fundus zu adaptieren und damit dem spröden Old School-Gemetzel unüberhörbar einen zeitgemäßen Anstrich zu verleihen.
Natürlich kann eine brasilianische Extrem-Metal-Band irgendwo auch gar nicht umhin, den einheimischen Wegbereitern SEPULTURA Tribut zu zollen. So stolpert man geradezu zwangsläufig hier und da über das typische Tribal-Drumming.

Und wie so oft im Death Metal ist das Ergebnis ganz nett, aber nicht wirklich überragend. "Humanology" rauscht wie ein getunter ICE an einem vorbei besticht viel mehr durch seine durchgängig böse und aggressive Atmosphäre, als durch einzelne Songs, die sich unwiderstehlich im Kopf festsetzen und hängen bleiben. Da fehlt EMINENCE das letzte Quäntchen Genialität und Kreativität um eine unvergessliche Hymne zu erschaffen und sich damit im Kreis der ganz Großen der Szene einen Platz zu erobern.

Um den Kopf nach stundenlangem Kindergeplärre wieder frei zu kriegen und auf andere Gedanken zu kommen taugt das Album allerdings allemal.

Martin Schneider, (Impressum, Artikelliste), 01.11.2004

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