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The Fullbliss

This Temple Is Haunted

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This temple is haunted
This temple is haunted, UlfTone Music, 2002
David Judson Clemmons Gitarre, Gesang
James Schmidt-TalbotSchlagzeug
Björn WerraBass
Gäste
Anne de WolfGeige, Gesang
Martina KruseGesang
Martin ZeisigOrgel
Produziert von: Stephan Linde & Fullbliss Länge: 44 Min 15 Sek Medium: CD
1. This temple is haunted6. Summer fades to fall
2. I see the end7. Laugh and dance
3. This morning8. Random
4. Tricked9. The fool
5. Dry river10. Begin

Hm, eine Band die einem überhaupt nichts sagt, ein Cover das in keinster Weise auf die Musik schließen lässt... lassen wir uns also überraschen.

Und die Überraschung gelingt zumindest mit dem Titelsong zum Auftakt ganz gewaltig. This temple is haunted ist eine depressive Feedback-Orgie voller Schwermut und Verzweiflung, die einen sofort gefangen nimmt.

Die Biographie von Sänger und Gitarrist David Judson Clemmons, einem Wahlberliner aus Los Angeles, verweist auf die Vorläuferband JUD, die 'die Grenzen des depressiv Möglichen im alternativen Gitarrenbereich in ungeahnte Tiefen verschoben'. Es scheint fast so, als sei ihm mit FULLBLISS eine weitere Steigerung gelungen.

Diese Atmosphäre tiefer Verzweiflung, diese emotionale Tiefe habe ich in den vergangenen Jahren nur in der 'Schwarzen Szene' gefunden. Das ist natürlich nicht die Welt von FULLBLISS, was das Ganze noch bemerkenswerter und... äh, erfreulicher macht.

Mir fällt beim besten Willen nur eine einzige Band ein, von der ich schon einmal Vergleichbares gehört habe: DRIVIN' N' CRYIN', wenn sie bei Songs wie Patron lady beautiful oder auf dem Killeralbum "Wrapped in sky" die Depresiv-Keule auspacken.

Auch wenn der Opener und Titeltrack mit seiner Klasse die restlichen Songs deutlich in den Schatten stellt, so ist "This temple is haunted" doch ein Album voller tiefemotionaler und trotzdem staubtrockener, angenehmer Rocksongs.

Das Zauberwort heißt Dynamik. Fast schon zerbrechliche Songpassagen werden von eruptiven Gitarrenattacken abgelöst.

FULLBLISS geben einem mit ihrer Musik das Gefühl alleine auf einer schier unendlichen Ebene zu stehen und zu beobachten, wie sich am Horizont gewaltige, pechschwarze Wolkenberge auftürmen, aus denen die ersten Blitze zucken. So bedrückend die Szenerie auch wirkt, so ist sie zugleich äußerst faszinierend.

"This temple is haunted" ist kein alltägliches, dafür aber auch ein etwas gewöhnungsbedürftiges Album. Aber genau davon kann es ja gar nicht genug geben.

Martin Schneider , (Impressum, Artikelliste), 23.12.2002

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