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| Back To The Blues, Silverline Records, 2005 |
| Gary Moore |
Vocals, Guitar |
| Pete Rees |
Bass |
| Darrin Mooney |
Drums |
| Vic Martin |
Keyboards |
| Martin Drover |
Trumpet (You Upset Me Baby) |
| Frank Mead & Nick Pentelow |
Tenor Sax (You Upset Me Baby) |
| Nick Payn |
Baritone Sax (You Upset Me Baby) |
| Produziert von: Gary Moore & Chris Tsangarides |
Länge: 53 Min 25 Sek |
Medium: DualDisc |
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| 1. Enough Of The Blues | 6. Picture Of The Moon |
| 2. You Upset Me Baby | 7. Looking Back |
| 3. Cold Black Night | 8. The Prophet |
| 4. Stormy Monday | 9. How Many Lies |
| 5. I Ain't Got You | 10. Drowning In Tears |
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Als vor 4 Jahren die CD "Back To The Blues" erschien, hatte die Kundschaft zwei Möglichkeiten. 1. Man liebte die Platte, weil Moore einmal mehr grandios Gitarre spielte und sich des alten Herrn Blues helfend annahm. Oder 2. man übergab sich, weil grundsätzlich keine einzige neue Idee auf der Scheibe vertreten war und man mit faltenfreiem Bluesrock der Marke Drowning In Tears keine Oma mehr über die Strasse scheuchen kann.
Kommerziell hat sich der erneute Ausflug ins Reich der Blue Notes-Klischees sicherlich gelohnt, wenn auch natürlich die Verkaufszahlen des grandiosen "Still Got The Blues"-Albums von 1990 nicht mehr erreicht wurden. Künstlerisch konnte "Back To The Blues" auch nicht heranschmecken, war aber wenigstens nicht ganz so klinisch rein wie der seinerzeitige "Still Got..."-Nachfolger "After Hours".
Die 2001er CD wird jetzt von Silverline nochmals aufgelegt. Diesmal als DualDisc, also beidseitig abspielbar, einmal als CD und einmal als Audio-DVD im 5.1 Format.
Die DualDisc ist eine schicke Erfindung, die sich aber wohl nur an eine relativ überschaubare Käuferschicht richten dürfte. Nämlich die, die eine entsprechende DVD-Anlage besitzt und es als Gourmethappen sieht, sich den jeweiligen Erguss im audiophilen Surroundsound von vorne und hinten gleichzeitig zu geben. Um es gleich klarzustellen: Gary Moore ist auf diesem Trägermedium ein reiner Genuss! Ungeachtet des musikalischen Wertes von "Back To The Blues", der Gitarrenkünstler Moore beeindruckt via 5.1 so nachhaltig, dass die mangelnde Kreativität nebensächlich wird.
Wer allerdings auf einen visuellen Höhepunkt wartet, wird enttäuscht. Schaltet man nämlich den Fernseher zum Hörspaß ein, bekommt man eine Bildergalerie, ein paar Linernotes und ein bisschen PC-Spielerchen und sonst nix. Das schaut man sich einmal an und dann nie mehr. Schade eigentlich, denn dieses Format könnte viel mehr. Wie wär es denn zum Beispiel mit ein paar bewegten Bildern, Videos, Konzertausschnitten, Interviews etc.?
Was nun die Musik dieses Longplayers betrifft, darf man uneingeschränkt geteilter Meinung sein. Rockfans werden sich angesichts völlig ereignisloser Bluesschleicher wie dem genannten Drowning In Tears oder dem (auch objektiv) todlangweiligen How Many Lies entnervt ins Kissen kuscheln oder gleich eine alte Hardrock LP des Meisters auflegen. Gut die Hälfte der Spielzeit slowbluest sich Moore durch den Blues-Heimwerkerbaukasten und greift in ziemlich jede irgendwie erreichbare Second-Hand-Wundertüte. Vor allem die 6-, 7- und 9-Minüter gehen schwer an die Substanz eines jeden Freundes härterer Töne. Dennoch muss man Moore natürlich seine überragende Spieltechnik anrechnen und darf sich an der angenehmen Produktionsweise erfreuen. Moore und Co-Produzent Chris Tsangarides haben den Sound naturbelassen und direkt aufgenommen, was wiederum der 5.1 Technik entgegenkommt, weil man das Surround-Gewitter ohne Firlefanz ins Ohr geblasen bekommt und beinahe Live-Feeling erlebt. Dennoch, ein pures Still Got The Blues-Remake wie Picture Of The Moon ist überflüssig wie ein Unplugged-Album von METALLICA. Und an das Feeling eines Peter Green kommt Moore trotz dessen Umnachtung sowieso nicht heran.
Für einige Klopfer hat es aber glücklicherweise doch noch gereicht und damit rettete Moore die Platte vor dem "Banale Grande Award" des Jahres 2001. Selbstverständlich bedient er sich auch hier in der Stevie Ray Vaughan- und Konsorten Schublade, aber es rockt wenigstens. Der Opener Enough Of The Blues stampft und drückt mächtig, die Idee mit den Bläsern beim B.B. King-Schlager You Upset Me Baby ist hübsch umgesetzt und ein paar weitere Nummern bringen einen zum Mitschnippen.
Ergo: Für den Soundfetischisten ein Knüller, für den Musikliebhaber reine Geschmackssache.
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