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| Live At The Monsters Of Rock, Sanctuary Records, 2003 |
| Gary Moore |
Guitar, Vocals |
| Cass Lewis |
Bass, Backing Vocals |
| Darrin Mooney |
Drums |
| Produziert von: Chris Tsangarides & Gary Moore |
Länge: 62 Min 45 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Shapes Of Things | 6. Just Can't Let You Go |
| 2. Wishing Well | 7. Walking By Myself |
| 3. Rectify | 8. Don't Believe A Word |
| 4. Guitar Intro | 9. Out In The Fields |
| 5. Stand Up | 10. Parisienne Walkways |
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Ungefähr Livealbum Nummer 78 von Mr. Moore und sein bisher bestes.
Nicht weil der Sound so gut wäre (der ist nämlich rough), nicht weil die Songauswahl so 100% gelungen ist (aber wer hätte nach dieser langen Karriere nichts zu meckern), sondern weil Gary das macht, was er eigentlich am besten kann. Rocken nämlich und das auch noch weitgehend in reichlich brachialer, ungehobelter, abgespeckter und rotziger Form.
"Live at the Monsters of Rock" wäre vor eineinhalb Jahrzehnten noch ein Ritterschlag ohnegleichen gewesen. Heute sind die alten Monster (dieses Jahr u.a. WHITESNAKE) großteils schon recht zahnlos geworden und auch das Festival an sich hat etwas Patina angesetzt. Immerhin, Moore gehört noch dazu und das zurecht, denn eines kann man ihm nicht vorwerfen: Er hat nie einen gradlinigen Weg beschritten, ist immer seiner Inspiration (oder der seines Finanzberaters?) gefolgt und hat, je nach Hörergeschmack, zwischen Totalschaden und genialischem Mega-Rock alles fabriziert.
Zu weiten Teilen gefiel mir seine letzte Studio-CD "Scars" bereits sehr gut, vor allem die eingestreuten 'modernen' Nummern waren klasse und diesen Karriereabschnitt geht er mit dieser Live-CD weiter. Wieder haben wir knallharte neue Stücke (meine beiden Lieblinge Rectify und Stand Up), einen (ebenfalls neuen) Blues-Langweiler in Just Can't Let You Go, dazu zwei Oldtimer (Shapes Of Things und Wishing Well) und zum Abschluss den THIN LIZZY/Phil Lynott-Tribute.
Gary schreit und grölt wie selten zuvor, was den neueren Songs wunderbar zu Gesicht steht, aber gleichzeitig den Lynott-Klassikern natürlich das Genick bricht. So kriegt die Band zwar Don't Believe A Word trotz fehlender zweiter Gitarre wunderbar druckvoll und krachend hin, aber singen kann das eben nur EINER.
Dass er ein begnadeter Boogiemann ist, weiß man. Auch wenn niemand jemals an Johnny Winters Walking By Myself heranreichen wird, den zweiten Platz wird Gary Moore verteidigen und das reicht locker zur Qualifikation für die Champions League. Allerdings hätte ich mir hier von Cass Lewis und Darrin Mooney etwas mehr Mut gewünscht, aus dem festbetonierten Rock'n'Roll-Korsett ein wenig auszubrechen. Out In The Fields interpretieren sie schließlich auch in ziemlich verschärfter Form. Anyway, rockt trotzdem.
So langsam komme ich dem guten Gary auf die Schliche. Er serviert seine absoluten Highlights nur häppchenweise und streut darunter immer mal wieder irgendeinen Unsinn. Das streckt zwar das Kaufinteresse über längere Zeit, birgt aber gleichzeitig die Gefahr, dass der Fan sagt "ooch nö, nicht schon wieder". In diesem Fall sollte der Liebhaber der deftigeren Moore-Seite aber bedenkenlos zuschlagen. Auch wenn Parisienne Walkways inzwischen ziemlich ausgenudelt ist.
Gute Platte, die Hoffnung auf ein länger anhaltendes "Krach-Rock-Intermezzo" macht.
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