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Halfway To Gone:

Second Season

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Second Season
Second Season, Small Stone Records, 2002
Lou Gorra Vocals, Bass
Lee Stuart Guitars, Harp
Kenny Wagner Drums
Gäste:
Eric Oblander Harp (Brocktoon's Wake)
Scott Hamilton Noise (Thee Song & Tryptophan)
Phil Durr Ridiculator (Tryptophan)
Produziert von: Halfway To Gone Länge: 44 Min 00 Sek Medium: CD
1. Great American Scumbag7. Brocktoon's Wake
2. Already Gone8. Outta Smokes
3. Black Coffy9. Lone Star Breakout
4. Escape From Earth10. Never Comin' Home
5. Thee Song11. Tryptophan
6. Whiskey Train12. Can't You See (Hidden Track)

Was für ein Album!
Was für ein Höllentrip!
Hier wird dem Hörer ein gnadenlos brutales Feuerwerk um die Ohren gedroschen! Es wird gerockt, dass die Flöhe freiwillig aus den Matten steigen!

Ein Gemisch aus Rock/Hardrock/Stonerrock/Southernrock wurde auf diesem Album zusammengebraut - wie gutes Bier.
(Du weißt doch gar nicht, wie so was schmeckt - die Red.)

Man merkt sofort, diese Jungs verstehen ihr Handwerk.
Lou Gorra, ein großartiger Sänger, spielt gleichzeitig einen treibenden Bass, Kenny Wagner trommelt um sein Leben und Gitarrist Lee Stuart haut in die Saiten, dass es nur so qualmt.
Trotz dieser Brachialität sind es furiose Songs, die sich sofort in den Gehörgängen festsetzen.
Mal höllisch schnell, mal langsam, aber trotzdem treibend. Mal brachial hart, dann wieder butterweich. Man ist gezwungen, ständig die Gefühle zu wechseln.

HALFWAY TO GONE brauchen sich hinter Bands wie den FIVE HORSE JOHNSON oder den SPIRITUAL BEGGARS keinesfalls zu verstecken.
Legt diese CD in den Player, stellt den Regler auf einen amtlichen Pegel, lasst die Boxen vibrieren und das Dach abheben. HALFWAY TO GONE blasen alles an die Wand, was nicht niet- und nagelfest ist!

Druckvoll und mit Power beginnt bereits der Opener Great American Scumbag mit leichten Southern-Bezügen. Krachende Drums und schwere Heavy-Riffs dominieren den gesamten Song und werden lediglich von einem feinen Gitarrensolo unterbrochen.
Mit wesentlich mehr Gas folgt gleich darauf Already Gone, wiederum unterlegt von einem fulminanten Gitarrensoli.

Das dritte Stück, Black Coffy, ist ein Instrumental und bietet dem Hörer eine leichte Verschnaufpause. Hier kann man sich endlich mal zurücklehnen und sein Gläschen Whisky in aller Ruhe genießen, ohne zu verschütten.
Eine imaginäre Jam-Session zwischen LED ZEPPELIN und GOV'T MULE lässt uns träumen, um uns dann mit Escape from Earth wieder mächtig unsanft zu wecken. HALFWAY TO GONE kennen keine Gnade und befinden sich offensichtlich im Hochgeschwindigkeitsrausch. Ein Nackenbrecher aller erster Güte!

The Song gehört zu meinen Faves, ein herrlich dreckiger, kraftvoll stampfender Dampfhammer mit bombastischen Riffs, der live mit Sicherheit die Matten ordentlich kreisen lässt. Ein weiteres, sehr feines Instrumentalstück, dessen Qualität den Gesang tatsächlich nicht vermissen lässt und gekonnt aus den Boxen knattert.

Mit Whiskey Train lassen HALFWAY TO GONE wieder den Süden allgegenwärtig erscheinen.
Es wird etwas ruhiger, aber auch hier kommt man bestimmt nicht zum Einschlafen, das verhindert schon ein richtig fett groovender Refrain. BLACK SABBATH meets MOLLY HATCHET.

Wow, jetzt geht es endlich wieder ordentlich zur Sache. Es wird amtlich gerockt und kracht aus allen Rohren. Doch was hören meine zwischenzeitlich ganz schön (im positiven Sinne) strapazierten Ohren?
Diese Harp kommt mir doch irgendwie bekannt vor! Natürlich - Eric Oberlander von FIVE HORSE JOHNSON gibt sich bei Brocktoon's Wake die Ehre! Kultig!

Outta Smokes ist ein sehr relaxtes und bluesig groovendes Instrumentalstück.
Längeres Verschnaufen ist aber sofort wieder Fehlanzeige! Lone Star Breakout, ein Mix aus Heartland/Southern/Stonerrock macht ordentlich Dampf unter den Hintern und strapaziert kräftig die Nackenmuskulatur.

Nach einem fetten und treibenden Midtempo-Knaller sowie einem nochmaligen, eher bluesigen und wunderschönen Instrumentalstück kommt mit Nr. 12, einem "hidden track" der nicht auf der Setlist aufgeführt ist, der für mich absolute Höhepunkt dieser Scheibe: HALFWAY TO GONE spielen eine knapp fünfminütige Coverversion des MARSHALL TUCKER-Klassikers Can't You See, zwar mit zurückgefahrenem Pegel, aber trotzdem immer noch kraftvoll. Einfach phantastisch, einfach nur traumhaft, diese southern-style E-Gitarre. Ein wahres Schmankerl für alle Southernrockfans.
Dieser Song rundet die Platte gekonnt ab.

Ich wünsche mir wirklich auf jeder Seite zwei Ohren!
(Liebe Güte! Wie wird das denn aussehen? Die Red.)
Meine Empfehlung an alle Stonerrock-/Southernfans? Kaufen!
"The sound ist southern, but not fried, heavy, but not metal. This shit rocks!"
Wahre Worte von MONSTER MAGNET's Tim Cronin. Dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen.

Ilka Czernohorski, (Impressum, Artikelliste), 16.08.2002

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