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CD-Review:
Horst Luksch & BandMovimiento | ![]() |
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Der Mann wäre bestens für die 1 Million Euro Frage bei Günther Jauch geeignet. Wer ist Horst Luksch? Naja, für die geneigten Leserinnen und Leser des HoR dürfte der Fall klar sein. Schließlich geht es hier fast ausschließlich um Musik. Horst Luksch arbeitet neben seiner musikalischen Tätigkeit seit Jahren als Gitarrenlehrer. Und dass er so spät seine erste CD veröffentlicht, ist eigentlich logisch. Er singt keinen Dialekt wie BAP, klingt nicht wie ein U-Boot Kommandant nach Sauftour (Grönemeyer), heißt nicht Ricky und King ist er schon gar nicht. Zu allem Übel ist er für "Deutschland sucht den Superstar" oder "Star Search" schlichtweg viel zu begabt. Sein Debüt "Movumiento" startet furios mit dem leicht klassisch angehauchten Gitarrenrocker Last Minute. Geschwindigkeit ist für Horst Luksch keine Hexerei. Last Minute bietet jede Menge einfallsreicher Gitarrenphrasen, getragen von einer Melodie in Ohrwurmqualität. Etwas Zeit zur Besinnung läßt die Serenade In Paradise. Die wunderschön harmonische
Ballade erinnert ein wenig an Larry Carlton's "Renegade" Zeit. Trotz des verhaltenen Grundtempos ist Horst Luksch's Gitarrenspiel voll knackiger Dynamik. In den Breaks werden die Saiten von ihm dann auch recht flott vorangetrieben. Race Against Time macht seinem Namen alle Ehre. Das Tempo ist erneut eindrucksvoll. Absolut fehlerfrei nimmt die Gitarre ihr Rennen gegen die Zeit auf und das fast schon in Lichtgeschwindigkeit. Bei dieser musikalischen Achterbahnfahrt fliegen Durchschnittsgitarristen die Pleks um die Ohren. Be Cool ist einer meiner Lieblingssongs auf dem Album. Gekonnt werden hier Blues-, Rock- und Jazz-Stilemelente miteinander vermischt. Das Ergebnis ist ein starker Song, prallgefüllt mit intensiven Breaks und bestechenden Harmonien. Was nach der Hälfte der CD ins Ohr fällt ist Horst Luksch's fehlender Hang zu akrobatischen Leistungen. Während Vai, Koch oder Satriani gerne mal die sechs Saiten durchgehen, bleibt Horst Luksch immer auf dem Boden der musikalischen Realität. Frei nach dem Motto "Weniger ist Mehr". So finden sich auf "Movimiento" auch keine Songs, die einem aufgrund expliziter Breaks hoch Drei die Haare zu Berge stehen lassen. "Samba Pa Ti 2002", so könnte man Mystery Of Love beschreiben. Nicht dass der Song irgendwie abgekupfert klingt. Er vermittelt vielmehr das gleiche wohlige Gefühl, dass sich bei mir damals vor 30 Jahren eingestellt hat. Im Gegensatz zum Vorbild ist Mystery Of Love noch um einiges einfallsreicher. Herrliche Melodiebögen erklingen im perfekt abgestimmten und gespielten Gitarrensound. Jetzt folgt mein zweiter Favorit. Guitar Highway rauscht heran wie ein PS-starker Van auf dem Highway. Horst Luksch legt wieder ein ernormes Tempo vor. Trotzdem, von Saitengefrickel keine Spur. Die Harmonien stehen bei aller technischen Perfektion eindeutig im Mittelpunkt. Kurz vor Ende folgt der einzige Coversong auf "Movimiento". JERONIMO's Heya Heya interpretiert Horst Luksch eine Spur zurückhaltender und mit mehr indianischem Akzent. Mein Gott, wie lange habe ich Heya nicht mehr gehört. Ein durch und durch erstklassiges Rockalbum. Bei aller Virtuosität an den sechs Saiten verliert Horst Luksch nie die notwendigen Harmonien aus den Ohren. Die CD ist prall gefüllt mit tollen, eingängigen Nummern. Und an der Gitarre kann der Meister locker mit den Herren Morse, Ford, Satriani usw. mithalten. Joachim Domrath, (Impressum, Artikelliste), 15.05.2003
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