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CD-Review:
Jettison EddyTrippin On Time |
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Ein Produzent kann aus schlechten Songs kein Jahrhundertalbum zaubern. Aber ein Produzent kann aus einer guten Band und guten Songs noch das letzte Quäntchen zum Spitzenalbum herausholen. Zur Band JETTISON EDDY kann ich leider so gut wie nichts erzählen. Homepage: Fehlanzeige. Internetrecherche: Mageres Ergebnis. Fakt scheint allerdings zu sein, dass "Trippin On Time" in dieser oder anderer Form bereits 2001 schon einmal veröffentlicht wurde. Zur völligen Verwirrung steht allerdings im Booklet "all songs written by Jon Manitta 2003". Dieser Songwriter, Sänger und Bandchef Jon Manitta ist auch noch Mitglied der Band CARROWAY, die eine gewisse musikalische Verwandtschaft zu JETTISON EDDY haben. Mehr habe ich leider nicht herausfinden können. Kaufen kann man die CD offenbar leider auch nur bei Amazon.com. Das sollte der interessierte Leser allerdings tun! Es fällt mir schwer, diese Band zu kategorisieren. Es ist Melodic Rock, Gitarrenrock, moderner Mainstream Rock, ich weiß nicht was noch. Und: Es geht wahnsinnig ins Ohr und nicht mehr raus, es rockt durchgehend, es groovt, es hat Melodien zum dahinschmelzen (außer dem wunderschönen You: No ballads!), Jon M. ist ein begnadeter Sänger und die Gitarren geben alles. Keine Keyboards, keine Sperenzchen, nur eine kleine Band die sich als Luxus einen Percussionisten leistet, mit grandiosen Songs und einer Produktion, die alles so verdichtet, dass das Ergebnis dermaßen auf meinen musikalischen Solarplexus trifft, dass mir immer wieder der Atem stockt. Messerscharf und glashart. Jon Manitta hat in manchen Momenten (im Titelsong Trippin On Time zum Beispiel) eine stimmliche Ähnlichkeit mit dem großen Phil Mogg, intoniert gleich darauf aber wie es sonst nur amerikanische Americana-Rootsrocker tun um anschließend wie ein des Singens mächtiger Bono zu insistieren. Gitarrengewitter werden von spacig-groovenden Bassläufen abgelöst, dann macht Manitta eine Hymne aus der Nummer (und zwar eine der Sorte, wegen derer Jon Bongiovi seine italienische Großmutter verkaufen würde). Alles in einem einzigen Song namens On My Own. Herrgott, warum stehen die einen auf den Stadionbühnen und die anderen kennt kein Mensch? Wenn Leadgitarrist Rick Krusky zu einem Solo ansetzt, wischt man sich anschließend den Schweiß von der Stirn. Jedoch schafft der Kerl es, nicht wie ein verbissener Eddie Van Malmsteen zu klingen, die sympathischen kleinen Saiten-Monster kommen fröhlich und erfrischend, allerdings reichlich tödlich, aus den Boxen geschossen. Das Solo im Mittelteil von Save Me ist so eine Granate. Toller Gitarrenstoff! Wahlweise auch mal zweistimmig, wie in Walk With Me. Leicht progressiv und verschachtelt können sie auch zu Werke gehen. Eine Nummer wie Little Luck (mit wahnwitzigem Gitarrensolo übrigens) erinnert an die leider von uns gegangenen RAW JOHNSON. JETTISON EDDY kommen allerdings trotz aller rhythmischen Eskapaden immer wieder auf den Rock & Roll Boden zurück und verlieren sich nicht in den Weiten der musikalischen Selbstbefriedigung. Letztendlich fehlen mir die Worte für dieses Meisterwerk moderner melodischer Rockmusik. Toll, toll, toll! Und bitte, Leser: Kaufen, kaufen, kaufen! Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 14.03.2004
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