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Kottak

Therupy

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All Music Guide (englisch)

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Therupy
Therupy, Escapi Music, 2005/2006
Jimmy Ratchitt aka James Kottak Lead Vocals & Guitar
Athena Drums & Vocals
Dave Whiston Lead Guitar & Vocals
Rev Jones Bass & Vocals
Gäste:
Rick Steier Guitar
Mike Horvat Bass
Produziert von: Jimmy Ratchitt & Athena Länge: 44 Min 48 Sek Medium: CD
1. Money Changes Everything7. Funday
2. Ripped8. Life Support
3. Song That Won't Go Away9. High (In My Little Room)
4. Do You Want To Play10. Generation X
5. I Miss You11. Anti
6. Pink/Soft12. Holiday

Kottak, James, 44 Jahre, Berufsschlagzeuger, rentenversicherter Angestellter der Hannoveraner Firma Krabbelkäfer & Söhne Ges. mit komplett beschränkter Haftung, nebenberuflich als freiberuflicher Ausfahrer eigenkomponierter Lieder für seinen mittelständischen Fastfood-Betrieb KOTTAK (ehem. KRUNK) tätig. Diese Woche im Angebot: Pizza "Therupy", mit allem was die Küche hergibt (Piccola, ca. 12 cm, enthält Konservierungsstoff, Süßungsmittel, Antioxidationsmittel, Geschmacksverstärker).

Nicht jeder mag Pizza vom Lieferservice, schon gar nicht angesichts heutiger Gammeltomatenskandale. Es wird auch nicht jeder "Therupy" mögen, zu viel verschiedenes Zeuchs ist da drauf und bedeckt den an sich recht knackigen Boden.
"I'm a punk-n-roller" behauptet James Kottak, der eigentlich Jimmy Ratchitt heißt, greift höchstselbst zur Gitarre und lässt mit Frau Athena (angeblich die Schwester von CRÜEs Tommy Lee) an der Pauke und zwei weiteren Nebenerwerbsrabauken ein Album vom Stapel, das sicher keinen Weltenbrand verursachen wird, aber dem Gourmet auch keine Gastritis beschert. Nehmen wir also zur Kenntnis: Herr Kottak hat ein Mitteilungsbedürfnis, fühlt sich bei den SCORPIONS offensichtlich und nachvollziehbar nicht ausgelastet und zimmert mehr oder weniger konsequent an einer Zweitkarriere. So weit so Tomatensoße.

Ein richtig guter Sänger ist unser Kottan-Kottak nicht, die wichtigen Parts an der Gitarre spielt Dave Whiston, bleibt also das Songwriting um sich zu profilieren. Ein paar nette Einfälle hat das Duo Kottak/Athena vorzuweisen, auch ein paar Lückenbüßer, aber insgesamt flutscht "Therupy" gut runter. Auf der punkigen Seite sind KOTTAK von den RAMONES und all ihren unehelichen Nachkommen der letzten 25 Jahre beeinflusst, wird's moderater, gerät die Salami schon mal in Gefahr vom Teig zu rutschen, sprich: es wird durchaus mit den Pop-Charts geliebäugelt. Glücklicherweise angenehm unpeinlich. Einige Anflüge Richtung Stadionrock gibt es auch. Was Wunder, schließlich spielte Kottak zu Beginn seiner Karriere in den späten Achtzigern für Lenny Wolfs KINGDOM COME und seine derzeitigen Brötchengeber sind auch nicht unbedingt für spartanische Clubgigs bekannt.
So kamen doch etliche gut anhörbare und zuweilen auch witzige Ideen zusammen, z.B. der polternde NuMetal-Rap Anti und vor allem die Sie-haben-es-sich-verdient-TUI-Hymne Holiday, die sich nach dem bekannt drögen Anfang zu einem vergnüglichen Sleazer hochscheppert. Man versteht auch, dass Kottak die spaßigen Post-BEATLES CHEAP TRICK als Einfluss benennt. Die schafften in guten Momenten ebenfalls den Spagat zwischen Fun-Rock'n'Roll und Hitparadenkompatibilität.
Gute Laune steht also auf "Therupy" im Vordergrund, ablesbar an Songtiteln wie Song That Won't Go Away oder Funday und nachhörbar u.a. mittels der skurrilen Drogenballade High (In My Little Room).

Wie gesagt, die Rockgeschichte muss jetzt nicht umgeschrieben werden, aber als Snack zwischendurch geht das hier ohne weiteres völlig in Ordnung.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 07.09.2006

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