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| Hordes Of Chaos, SPV/Steamhammer, 2009 |
| Mille Petrozza |
Guitars, Vocals |
| Jürgen "Ventor" Reil |
Drums |
| Christian "Speesy" Giesler |
Bass |
| Sami Yli-Sirniö |
Guitars |
| Produziert von: Moses Schneider |
Länge: 38 Min 27 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Hordes Of Chaos (A Necrologue For The Elite) | 6. Radical Resistance |
| 2. Warcurse | 7. Absolute Misanthropy |
| 3. Escalation | 8. To The Afterborn |
| 4. Amok Run | 9. Corpses Of Liberty |
| 5. Destroy What You Destroys | 10. Demon Prince |
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Mille Petrozza ist sauer - und das mächtig. Und was macht der gute Mann, wenn er sauer ist? Richtig! Er geht mit seinen Jungs ins Studio und trümmert ein neues Album ein. "Aber Hallo!", kann man nur sagen, die Wut scheint groß zu sein.
Wird man direkt zu Anfang mit dem Intro zum Titeltrack auf die falsche Fährte gelockt, braucht man sich um den Rest des Albums keine Sorgen mehr zu machen. In knapp 40 Minuten zeigt die ehemalige Speerspitze des deutschen Thrash-Metal, dass mit ihr wieder zu rechnen ist. Hordes Of Chaos als Titeltrack alleine ist schon ein Riffmonster, das sich hartnäckig an den Nackenmuskeln festkrallt und diese nach etwas über fünf Minuten direkt in Warcurse wirft. Doch keine Luft zum Durchatmen: Escalation lässt mit einem Wutschrei die Schmerzen in der Nackengegend schnell vergessen. Hier geht es in bester "Fight Fire With Fire"-Manier durch die nächsten 3 ½ Minuten.
Aber was ist das? Mille singt, die Gitarre zupft sich daher, der Bass liefert eine schöne Basis. "You have pushed me to this hell", singt er so schmeichelnd, als wollte KREATOR versuchen, beim nächsten Musikantenstadl mitzumischen. Glücklicherweise besinnt sich die Combo aber wieder auf das, was sie eigentlich machen wollte und lässt dem Hörer nur drei Zeilen der ersten Strophe Zeit, sich kurz zu entspannen. Schließlich heißt der Song Amok Run, und das deutet weniger auf einen Spaziergang hin. "Macht kaputt, was euch kaputt macht", hat seinerzeit Rio Reiser mit seiner Mannschaft TON STEINE SCHERBEN gerufen und KREATOR nehmen den Slogan in Destroy What Destroys You wieder auf.
Egal, welchen Titel man nimmt oder sich anhört, es gibt immer auf die 12. Der Hammer kreist, der Schädel auch und nach Ende der Spielzeit sinkt man als Anhänger der Essener Thrash-Institution glückselig grinsend vor der Stereoanlage zusammen und freut sich, dass Mille seine Wut wieder gefunden und kanalisiert hat.
Das ist keine Radiokost, auch nichts für Menschen, die mit keifenden und wild um sich "beißenden" Sänger ihre liebe Not haben - das hier ist Musik für die Freunde, die auf das nächste große METALLICA-Album warten [Ha, haha, hahaha; Red.]. Sicherlich ist das etwas zu hoch gegriffen, aber dieses ungestüme, unkalkulierte, einfach nur auf die 12-gehauene, das ist das, woran Freunde schmerzender Nackenmuskeln ihre helle Freude haben werden.
Mille kotzt sich aus (manchmal muss man Angst haben, dass dem Mann sämtliche Adern platzen), verschafft seiner Wut durch aggressives Shouten Raum und lässt die Fans wieder in den guten, alten Zeiten schwelgen. Einen großen Teil dazu dürfte beigetragen haben, dass man als Band zusammen im Studio stand und die Rohspuren live eingespielt hat. So ungezügelt klangen die Jungs aus dem Ruhrgebiet schon lange nicht mehr. Hatte man mit "Enemy Of God" den Weg zurück in Richtung härter, schneller, böser eingeschlagen, befindet man sich mit "Hordes Of Chaos" wieder mittendrin. Vertrackt, härter, böser - KREATOR are back mit, wie Mille selbst sagt, einer energetischen Produktion. Den letzten Feinschliff bekam dieser Wutbrocken durch Moses Schneider verpasst, der für seine frische und lebendige Arbeitsweise mit Bands wie TOCOTRONIC oder den BEATSTEAKS bekannt ist.
Ein nicht genannter Freund der Band hat sich wie folgt zu "Hordes Of Chaos" geäußert: "KREATOR sind zwei Schritte zurückgegangen und dadurch so unendlich viele nach vorne. Diese Platte atmet und lässt einen atemlos zurück! … KREATOR führen uns zurück in die Zeit, als Thrash noch Thrash war, und haben trotzdem das Potential, ein neues Zeitalter einzuleiten." Dem kann und will ich nichts hinzufügen.
[PS: Wieso ist Herr Mille nun eigentlich sauer? Der ist doch eigentlich gar kein Ungustl. Red.]
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