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| Chameleon, Tigermoth, 2011 |
| Christina Booth |
Vocals |
| Chris Fry |
Guitars |
| Rob Reed |
Keyboards, Bass, Guitar |
| Gäste: |
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| Kieran Bailey |
Drums |
| Martin Rosser |
Guitars |
| Produziert von: Rob Reed |
Länge: 50 Min 04 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Glitterball | 6. Reflections |
| 2. Guernica | 7. Raw |
| 3. Breathe | 8. The Beginning Of The End |
| 4. Turn The Tide | 9. Red |
| 5. Book Of Dreams |
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Von MAGENTA habe ich bisher noch nie gehört, obwohl sie mit "Chameleon" bereits ihr fünftes Album an den Start rollen. "Glitterball" startet so unverschämt nach SPOCK'S BEARD klingend, dass ich tatsächlich im ersten Moment schauen musste, ob es sich nicht doch um die sympathischen Amis handelt. Nein, es ist MAGENTA und die brennen auf ihrem aktuellen Longdreher ein kleines Retro-Prog-Feuerwerk ab, dass jedem Freund von den genannten SPOCK'S BEARD, aber auch THE FLOWER KINGS (ohne die fetten Keyboardwände) und ähnlichen Freunden die Freudentränen ins lachende Auge treiben dürfte.
Völlig proguntypisch ist nach viereinhalb Minuten der erste Song beendet. Leise schleicht sich Guernica in den Laserabtaster, ein Song der nicht nur musikalisch unter die Haut geht. In Breathe finde ich leichte Querverweise an rockende MARILLION, wobei Christina Booth mit ihrer warmen Stimmen perfekt zu den warm abgemischten Instrumenten passt. Ein bisschen Lana Lane kann ich entdecken, glücklicherweise ohne deren Kitschfaktor. Turn The Tide entwickelt sich zu einer traumhaftschönen Ballade, die aber die puren Progisten eher verschrecken wird. Book Of Dreams bedient sich bei den jüngeren SAGA, ohne deren Fiedeligkeit zu kopieren, aber Songaufbau und teilweise auch die Sounds lassen die Kanadier immer wieder durchscheinen. Zwischendurch erhebt sich ein Choral aus der sanften Komposition, danach wird wieder Fahrt aufgenommen. Klasse gemacht. Reflections ist ein kleines Gitarrenzwischenspiel, das irgendwie an der Stelle deplaziert wirkt, denn direkt danach geht es mit härter rockenden Gitarren in Raw, den drittletzten Song von Chameleon weiter. The Beginning Of The End hätte auch von ENCHANT stammen können, gut gemacht. Red beschließt schlussendlich mit neun Minuten Länge ein Album, dass nicht nur Sonnenseiten hat.
Somit wird der CD-Titel fast schon unfreiwillig zu einem Fazit: so richtig abwechslungsreich ist der Dreher nämlich leider nicht geworden, weiß er sich doch in manchen Momenten zu sehr dem breiten Geschmack anzupassen, wirkt dadurch dann zu oft austauschbar. Am Anfang schrieb ich was von Freudentränen und so. Ist das dann nicht ein Widerspruch zum Fazit? Nein! Denn wer an ruhiger retroprogressiver Musik seine Freude hat, wird mit "Chameleon" nichts falsch machen. Alle anderen sollten erst reinhören und überlegen, ob sie in den tristen Wintertagen nicht lieber was knallenderes in den Player schieben möchten.
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