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| In The Midst Of Beauty, in-akustik, 2008 |
| Michael Schenker |
Guitars |
| Gary Barden |
Vocals |
| Don Airey |
Keyboards, B3 |
| Neil Murray |
Bass |
| Simon Phillips |
Drums |
| Produziert von: Michael Schenker, Romi Schickle & Siggi Schwarz |
Länge: 49 Min 41 Sek |
Medium: CD |
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| 1. City Lights | 7. Wings Of Emotion |
| 2. Competition | 8. Come Closer |
| 3. I Want You | 9. The Cross Of Crosses |
| 4. End Of The Line | 10. Na Na |
| 5. Summerdays | 11. I Am The One |
| 6. A Night To Remember | 12. Ride On My Way |
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Schenker, Barden, Airey, Murray und, nun ja, Phillips - was für eine Chance. Und dann kommt irgendwie nur ein Ding wie das 82er "Assault Attack" dabei heraus. Wer sich erinnern kann: Diese LP litt neben mittelmäßigem Songmaterial und muffigem Sound bekanntlich sehr unter Bardens damaligem Nachfolger Graham Bonnet.
Bis auf Chris Glen (Alex Harvey), der heute von Neil Murray gegeben wird, ist bei "In The Midst Of Beauty" die komplette Mannschaft aus dem Jahr 1980 am Start, und wer mag das zugehörige Album "The Michael Schenker Group" nicht als das mit Abstand beste des Meisters bezeichnen, UFO-Glanzleistungen natürlich ausgenommen. Doch es ist und bleibt ein Drama mit dem Mad Axeman, irgendwas ist immer, das ein weiteres Über-Album verhindert.
Die Besetzung dieses neuen MSG-Scheibchens kann man sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen. Gary Barden - der fraglos mit Schenker seine erfolgreichste Zeit hatte und später sicher nicht an mangelnder Stimme gescheitert ist - endlich wieder als Sänger. Natürlich, ein Armed And Ready schmettert er heute nicht mehr so freiweg wie damals, aber zu einer insgesamt zufrieden stellenden Leistung reicht es noch allemal.
Auch Don Airey ist wieder mit dabei und zeigt ein paar Hammond-Kunststückchen und ab und an einen flotten Boogie, ansonsten macht er nichts falsch. Das gilt natürlich auch für Neil Murray, die schottische Bass-Allzweckwaffe. Dynamisch und zweckdienlich wie immer erledigt der seinen Job. Sogar Simon Phillips fällt nicht aus dem Rahmen und schiebt ordentlich an. Sein an anderer Stelle oft recht statisches Powergeklopfe erspart dem Hörer diesmal dankenswerterweise eine Gehörprellung.
Über Michael Schenker muss man im Jahr 2008 nichts mehr erzählen, der Mann ist trotz aller Irrungen und Wirrungen für immer ein Gitarrengenie. Aber warum ist nun "In The Midst Of Beauty" kein Kandidat für die Champions League sondern nur über die Fair-Play-Wertung für den UEFA-Cup qualifiziert?
Es sind zwei - wie immer in der Musikkritik - völlig subjektive Komponenten, die "In The Midst Of Beauty" schwierig machen. Da ist zum einen der Sound, der wirklich fatal an den von "Assault Attack" erinnert (damals war Martin Birch verantwortlich). Man kann dieses leicht schwammige Gewummere auch als erfreulich analoge Aufnahmeleistung bezeichnen, die Wahrheit ist, dass die Gitarre zu leise erscheint und es durchgehend an Transparenz fehlt. Viel zu oft wird man von einer breiigen Soundlawine begraben.
Und dann wären da die Songs, allesamt von Schenker und Barden verfasst. Man muss sich die Frage stellen, ob tatsächlich alle großen Lieder für MSG bereits geschrieben sind, diesmal ist den beiden jedenfalls kein einziger Weltklassesong eingefallen. Dabei startet die CD mit City Lights viel versprechend. Die Melodielinie hat man zwar von dieser Band schon gehört, aber es wäre eine schöne Gelegenheit, die Flying-V auf den Oberschenkel zu stellen und satt zu rocken. Aber was kommt anstatt? Ein leicht verschärfter AOR-Schinken ohne Höhepunkt. In Competition dann wenigstens ein paar Riffs und eine brav treibende Hookline, getragen von Airey und Barden, viel mehr aber nicht, außer einem Refrain in Endlosschleife - so machen das Schlagersänger auch oft.
Bei I Want You wird's "purpelig", nur mit leider flachen Vocals. Wenigstens ein erstes anständiges Schenker-Solo kommt rum, auch wenn es nicht an Innovationsfreude erstickt.
Das erste Viertel der freudig erwarteten CD ist vorbei und man ist etwas ratlos. Es geht aber doch anders, wie uns Riff-Gott Schenker in End Of The Line beweist. Das ist richtig Rock'n'Roll! Airey klimpert dazu beschwingt, Barden erscheint leicht unbeteiligt, klingt aber cool. Den schwarzen Peter hat diesmal Simon Phillips, weil er einfach nicht swingen kann. Trotzdem, dieses End Of The Line gibt neue Hoffnung.
… die vom folgenden Langweiler schwer getrübt und nach einer Minute des sechstens Songs, A Night To Remember, endgültig zerstört wird. Himmelzwirn, wie kann man denn einem so druckvollen Rocker einen solchen SURVIVOR-Grusel-Chorus verpassen? Es ist jetzt Halbzeit und ungeduldige Fans dürften die Mannschaft mit Pfiffen zum Pausentee schicken.
Danach gibt es weiterhin nur Ergebnisverwaltung. Keine Ideen, keinen Reißer, keine Gitarren-Flankenläufe zum aufspringen und jubeln, alles nach Schema F. Bei Erich Ribbeck würde Hard Rock ähnlich klingen und Franck Ribéry würde sich vor Verzweiflung erhängen. Herrgott, Schenker, ist denn da kein einziger Übersteiger, kein Lupfer und kein Killersolo mehr im Repertoire? Ein einsamer Rock'n'Roll und eine hübsche Hymne zum Schluss (Ride On My Way) ist für diese Band, für diesen Gitarrengroßmeister nicht nur zu wenig, es ist gar nix.
Als lebenslanger Schenker-Fan muss man natürlich alles von ihm im Schrank haben, auch "In The Midst Of Beauty", aber die Enttäuschung über diese CD ist groß.
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Zu Schenker seinem neuen Werk muss ich auch ein paar Worte loswerden:
Im Grunde genommen kann ich gar nicht enttäuscht sein. Ich freue mich ja schon ob der Tatsache, dass der Mann überhaupt noch etwas halbwegs vernünftiges zustande bringt. Die eine oder andere Eskapade hat er in der Vergangenheit gebracht, aber ich gehe davon aus, dass zukünftig keine Gitarre mehr im Pool landen wird. Dass er die Nähe zu Gary Barden sucht ist schon mal ein mehr als kluger Schachzug. Für diesen Sänger hatte Schenker schon damals ein Näschen, als dieser noch bei einer Formation namens FRASER NASH gesungen hatte. Die "livehaftige" Überscheibe "One Night At Budokan" machte uns 1981 klar, dass wirklich niemand anders für die Hammersongs der MSG besser geeignet ist. Deswegen stimme ich auch Fred zu, denn Bonnet hat schon so manches Album verschandelt. Da muss ich mir nur "Down To Earth" von RAINBOW aus dem Regal ziehen und prompt schaudert es mich. Schlimmer war nur Joe Lynn Turner, als dieser sich noch in Blackmores Dunstkreis herumtrieb. Seien dem guten Graham die Tantiemen von Since You Been Gone gegönnt, und letztlich verdient der wahre Mastermind Russ Ballard bei dieser Nummer auch noch ein wenig mit.
Und ja, die Besetzung ist ansonsten natürlich klassisch. Ich weiß gar nicht, wie viele Scheiben Don Airey mit diesem typischen Orgelsound bereits bespielt hat. Das harmoniert auch an vielen Stellen mit den Gitarren. Denn Schenkers Sound ist in der Tat an einigen Stellen sehr dünn, so dass die Tastenzugaben zwingend erforderlich sind. Phillips Snare-Drum klingt allerdings grauenhaft. Was hat der sich beim Abmischen der Kochtöpfe gedacht? Doch dann fällt mir auf, dass ich ehrlich gesagt kein einziges MSG-Studio-Album kenne, welches mir vom Klang bisher zugesagt hat. Ganz anders live. Und da sind wir beim Bassisten: Neil Murray spielte bisher in so ziemlich jeder renommierten Hard Rock Band der 80er-Jahre und überall machte er einen guten Job. Erinnern wir uns an die frühen WHITESNAKE-Scheiben! Aber ich freue mich, dass Michael Schenker wohl Chris Glen mit auf Tour nehmen möchte. Ich persönlich finde nämlich, dass der eine unheimliche Power mitbringt. Zumindest rummste der schon damals zusammen mit Cozy Powell und später mit Ted McKenna unglaublich exakt und präzise.
Was soll man zum Genie selbst sagen? Er kann es immer noch, zeigt es aber nur ansatzweise. Die Flying V fliegt in The Cross Of Crosses wieder und der Mann flitzt über das Griffbrett. Schenker klingt nach Schenker, und das ist das wichtigste. Und auch das Intro zu I Am The One und der darin folgende Groove kann mich überzeugen. Gerne räume ich ein, dass Gary Barden in früheren Zeiten einen Track wie Ride On My Way mit mehr Dampf und Power eingesungen hätte. Aber es bleibt dabei, neben dem Gitarrensound ist Bardens Stimme der Wiedererkennungsfaktor schlechthin. Nur er passt zu MSG.
Auf der anderen Seite ist I Want You in der Tat ein dreister Diebstahl alter Kompositionen. Diese Melodie haben wir schon alle woanders ähnlich gehört. Hier fällt das Schlagzeug übrigens besonders negativ auf. Und ich stimme auch zu, dass City Lights vielleicht etwas fürs Radio, aber ansonsten ein unterirdisch schlechter Song ist. Was für ein langweiliger Refrain! Noch schlimmer ist der Chorus in A Night To Remember, obwohl diese Nummer während der Strophen richtig rockt und kracht. Und in der Ballade Summerdays besticht zumindest Michael Schenker mit seinem Solo-Spiel.
Für mich ist klar, dass "In The Midst Of Beauty" eines der besseren Studio-Alben der MSG geworden ist. Ich meine schon, dass man an vielen Stellen in Nostalgie schweben kann. Es war in meinen Augen nicht allzu schwer, die alten Platten zu übertreffen.
Trotz einiger Schwächen, kann ich mir den neuen Rundling öfter hintereinander ohne Schmerzen anhören. Aber die Schwächen sind nicht zu überhören. Ich selbst setzte mehr auf die Live-Darbietung, denn dort, on stage, waren MSG in den 80er-Jahren eine Bank. Wenn sich der Gitarrero nicht anderweitig wieder gehen lässt und seine Mitstreiter in Form sind, dann können das richtig geile Events werden. Trotz einem guten, aber nicht sehr gutem Album!
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