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| Just Another Night, Line Level Music, 2008 |
| Michael Stanley |
Vocals, Guitars, Bass |
| Jennifer Lee |
Vocals |
| Eroc Sosinski |
Vocals, Bass |
| Danny Powers & Marc Lee Shannon |
Guitars |
| Bob Pelander |
Keyboards |
| Tommy Dobeck |
Drums |
| Rodney Psyka |
Percussion |
| Paul Christensen |
Saxophine |
| Ed Caner |
Violin & Viola |
| Produziert von: Michael Stanley |
Länge: 75 Min 57 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Just Another Night In America | 8. The Only Time That Matters |
| 2. Lap Dogs Dance | 9. Pay Me Now |
| 3. Tupelo Rain | 10. Angelina |
| 4. Throwing Shadows | 11. The Real Thing |
| 5. Did Somebody Order A Heartache | 12. Kensington Place |
| 6. Any Time I Try | 13. Winter |
| 7. Somebody Do Something | 14. "Hidden Track" |
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Michael Stanley ist einer dieser ewig unterschätzten Musiker, die über Jahre und Jahrzehnte präsent sind, zwischendurch den einen oder anderen kleinen Hit landen können, aber ansonsten immer nur irgendwie neben, hinter oder schlimmstenfalls vor den Superstars laufen - jedenfalls was die Publikumsgunst betrifft. Michael Stanley war früher da als Springsteen, von Mellencamp, Grushecky und Petty ganz geschwiegen, einzig Bob Seger - wenn wir schon bei (heute) musikalisch vergleichbaren Acts sind - hatte 1972, als Stanleys erste Platte erschien, bereits sanfte Hitparadenluft schnuppern können.
Sicherlich ist nicht immer nur das böse Business schuld am mangelnden Erfolg, woran es bei Stanley letztendlich mit dem Superstardom scheiterte, hat wohl viele Gründe. Einer mag sein, dass man ihn schon sehr früh in die AOR-/Mainstreamecke schob, obgleich seine Musik, speziell die unter dem Namen MICHAEL STANLEY BAND, aus heutiger Sicht höchstens ein Fitzelchen kommerzieller strukturiert war als die der Mitbewerber. Für die jungen Rock-Konsumenten der Siebziger gingen viele seiner Nummern einfach überhaupt nicht. Zu glatt, zu angepasst, zu wenig Shouting, zu wenige Gitarren waren die Vorwürfe, ignorierend, dass so gut wie alle anderen an einem bestimmten Punkt ihrer Karriere auf genau das gleiche Pferd setzten.
Apropos Pferd. Stanley arbeitete von Anfang an (1969, bei der Band SILK) mit dem Produzentenheros Bill Szymczyk zusammen, und der ist bekanntlich für noch ganz andere Schmonzetten des fossilen Mainstreamrock zuständig, also kann es auch an dem nicht liegen. Als nicht dem Club der Hardcorefans zugehörigen Karrierebeobachter Stanleys bleibt vielleicht nur ein Schluss: In den 36 Jahren und mehr als 20 Platten passierten möglicherweise doch zu viele Mittelklassesongs, um den allerletzten Schritt in den Rockolymp zu machen. Das neue Album "Just Another Night", natürlich wieder von Szymczyk gemixt, nährt diesen Gedanken.
Sieben CDs hat Michael Stanley in diesem Jahrtausend bereits veröffentlicht, inklusive eines massiven Dreifach-Live-Karriereüberblicks und einem Album mit Coversongs. Das ist ein immenser Output, zeugt von nach wie vor sprudelnden Ideen und lässt den 14 Jahre jüngeren Neurotiker Rose endgültig als Wicht erscheinen. Aber so viel Aktivität birgt auch Gefahren. Zum Beispiel eben die, dass auf den 75 Minuten des diesjährigen Opus "Just Another Night" letztendlich zwei, drei rechte Langweiler ihren Platz gefunden haben - was beim Hörer leicht zu nachlassender Konzentration und Punktabzug führen kann. Zu Unrecht, denn der überwiegende Rest ist ganz besonders gefühl- und geschmackvoller (Heartland-) Rock, wie ihn die meisten Kollegen nur bei größter Anstrengung zustande bekommen - deren Kreativqualen hört man leider oft in aller Deutlichkeit.
Locker, flockige Nummern wie der Opener Just Another Night In America wechseln sich mit spannend dräuenden Groovern (Lap Dogs Dance, Somebody Do Something), schönen (halb-) akustischen Nummern (Any Time I Try, Kensington Place, Winter) und dezenten Kraftfutter-Rockern ab, zwischendurch kommen richtige Macho-Gitarren zum Einsatz, werden aber beim Duett mit Stanleys langjähriger Begleiterin Jennifer Lee sogleich gezähmt und in die von Klavier und Saxophon getragene Ballade Throwing Shadows geführt.
Das eine und andere Lied hat auch eine verhalten politische Aussage im Text versteckt. Nun ja, das ist schon sehr demokratisch verbrämt (im Sinne der Demokratischen Partei Amerikas) und dürfte einem Wackersdorf-Kämpen deutlich zu moderat klingen. Aber ein denkender U.S.-Rocker kann uns allemal lieber sein als hiesige Zeigefingerakrobaten beim blümchenverzierten Nazis-Raus-Happening, das eh nur dem eigenen Plattenverkauf dient.
Immer wenn Michael und seine Band THE RESONATORS die Muskeln spielen lassen, kommen keine Innovationswunder heraus, aber zünftige Rock & Roll Songs, die selbst der eingangs erwähnte Mann aus Detroit inzwischen nicht mehr eben so nebenher aus dem Ärmel schüttelt. Pay Me Now oder The Real Thing mit seinem Gitarrensperrfeuer möchte man gerne live hören.
Somebody Do Something kommt mit einem fast modernen Groove, übrigens eine Meisterleistung in puncto Produktion, Arrangement und Mix, und beweist, dass Herr Stanley ohne Frage in der Jetztzeit angekommen ist und auch einen opulenten Sechsminüter packend gestalten kann.
Tolle Platte, wohl um gut 10 Minuten zu lang, aber ansonsten eine Perle für die Abteilung "Wohlfühlmusik zum Candlelight Dinner".
Den Sprung zum Superstar macht Michael Stanley nicht mehr, aber vielleicht findet er noch mal den Weg aus Ohio heraus, um uns mit seiner famosen Band ein paar schöne Stunden im Club zu bescheren.
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