|
Fanzine-Review:
|
![]() |
|
|
|
Das ist mir heute doch eine ganz besondere Freude, ein Fanzine loben und preisen zu dürfen, das sich mit dem dreißigsten Jubiläum d e r britischen Hardrockinstitution schlechthin, nämlich MOTÖRHEAD befasst. Nicht fehlen darf natürlich eine sehr ausführliche Diskografie mitsamt Bootlegs und Compilations, eine Aufstellung der Bücher und Videos und sämtliche Tourdaten der letzten dreißig Jahre. Im Sounds-Beitrag von 1981 erfährt man einige Details aus den frühen Tagen der Band und auch, dass das Tier aus der Muppet-Show der größte Einfluss für Drummer Phil Taylor war und die Jungs von MOTÖRHEAD eigentlich nie nüchtern sind. Musikalisch beschreiben sie ihren Stil so: "Du kannst uns nicht Heavy Metal nennen, wir wollen um Gottes Willen nicht in eine Kategorie mit STYX gesetzt werden" (Lemmy) und "Wir sind viel zu schnell, zu wild und energisch für Heavy Metal. Ich würde unsere Musik eher Idioten-Rock nennen, verstehst du, Idioten-Rock." (Philthy) Alles in allem ein ungeheuer detailhaltiges, glänzend recherchiertes und edel bebildertes Fanzine, das zugleich informativ und im besten Sinne entertaining ist; bei der Lektüre verschieben sich die Mundwinkel des öfteren in richtung Ohren. Für jeden Rockfan empfehlenswert, für jeden MOTÖRHEAD-Fan sowieso ein Muss. Ralf Stierlen, (Impressum, Artikelliste), 15.06.2005
Kinners, wie die Zeit vergeht... MOTÖRHEAD tun in diesem Jahr doch glatt schon ihren dreißigsten Geburtstach feiern. Dabei erscheint mir so manches, was mit ihnen in Verbindung zu bringen ist, doch so als sei es erst neulich gewesen. Oder liegt das in der Tatsache begründet, dass seit der ersten Begegnung mit ihnen, sprich Hörprobe eines ihrer Alben, immer wieder Songs von diesem Trio Infernale (zeitweilig waren's ja auch mal vier Motörköppe, ich weiß...) durch die heimischen Brüllwürfel bzw. Boxen im fahrbaren Untersatz hämmern? Tim C. Werner hat sich die Mühe gemacht, zum "Dreißigsten" ein besonderes Schmankerl zu veröffentlichen. "Motörhead 1975-2005, MOTÖRHEAD'S 30th Anniversary Fanzine" ist ein Heft von Fans für Fans gemacht, und das mit viel Liebe zum Detail. Da gibt es nicht die Geburtstage und Hobbies aller bisherigen Bandmitglieder nachzulesen, die kennt eh jeder interessierte Motörheadbanger (gibt es eigentlich nicht auch Motörheadbangerinnen?), sofern er solche Fakten als wissenswert erachtet. Eine Beweihräucherung von Lemmy & Co. wurde ebenso vermieden wie der vernebelte Blick durch die Fanbrille. Klar steht man hinter der Band, aber nicht kritiklos. Und eben dieses lässt das Heft zu einem Highlight werden. Re-Prints von Originalanzeigen, wie jener zum "Ace Of Spades"-Album oder einem Nachdruck aus dem "Sounds Magazin, Heavy Metal Special, 1981", lassen die "alten" Zeiten auch bildlich wieder aufleben. Hinzu kommen Stories mehrerer Autoren, die zuweilen schon mal das eine oder andere kritische Wort bezüglich der einzelnen Alben verlieren. Eine "motörHISTORY" verschafft auch dem Nicht-Fan einen ausgezeichneten Einblick in dreißig Jahre Bandhistorie und macht vielleicht Lust auf mehr. Die aufgeführte Literatur lässt einen ja die treffliche Möglichkeit offen, seine "Kenntnisse" zu vertiefen. Tim C. Werner hat ohne großen Verlag im Rücken und ohne daran zu verdienen ein Heft veröffentlicht, das jeder Motörheadbanger kennen lernen sollte. Und jene die jetzt vielleicht neugierig geworden sind natürlich auch. Sein Wunsch, einer der besten Rock'n'Roll-Bands eine Ehrung zum "Dreißigsten" zukommen zu lassen, hat es zu einem Fanzine mit 1.000 Stück Auflage gebracht. Jürgen Ruland, (Artikelliste), 15.06.2005
|
||||||||||||||||||
|
|
|