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The Last Goodbye

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The Last Goodbye
The Last Goodbye, Silverdust Records, 2010
JM Lead Vocals & Rhythm Guitar
Absolute Joe Lead Guitar & Backing Vocals
Pricetag Lindell Bass & Backing Vocals
Jocke Drums
Produziert von: Pelle Saether & Psychopunch Länge: 52 Min 15 Sek Medium: CD
1. Long Time Coming10. Better Off Dead
2. The Way She's KissingBonus Tracks:
3. Never Let Me Go11. Nobody Can Save Me
4. Distant Sound Of A Riot12. I Am Free
5. The Last Goodbye13. Stone Cold Bullet
6. She Don't Really Mind14. Like A Hurricane On Fuel
7. Bring It OnVinyl Bonus Track:
8. I'm Not Over You15. Shadows Of The Past
9. Another Sunday Morning

Es gibt zig Bands, bei denen sich über Jahrzehnte nichts, gar nichts verändert. Bei manchen ist das vollkommen okay, wer will schließlich MOTÖRHEAD unplugged oder QUO mit Symphonieorchester hören, bei denen reichen die ganz normalen Einfälle für eine halbwegs erfreuliche neue Platte alle zwei Jahre. Nicht dass die jetzt unbedingt für intelligente und vielfältige Musik stehen, aber in jedem neuen Album von Lemmy stecken mehr Ideen als in zehn von PSYCHOPUNCH und den meisten artverwandten Rotzrockern weltweit und aus Schweden.

Vor acht Jahren haben wir über die damals vierte CD der schwedischen Rock'n'Roll-Punks berichtet, jetzt ist Album #9 am Start und man könnte den alten Text im Grunde für "The Last Goodbye" recyceln. Trotz diverser Umbesetzungen in der Rhythmusabteilung hat sich bei PSYCHOPUNCH so dermaßen überhaupt nichts weiterentwickelt, dass man sich schon fragen muss, ob den Kerlen ihre eigene Einfallslosigkeit nicht langsam selbst auf den Keks geht.
Die netteste Form der kreativen Agonie bei PSYCHOPUNCH sind die Cover. Die kommen nach wie vor von dem bemerkenswerten Comiczeichner und Allesdesigner Timo Wuerz (eigentlich Würz) aus Hamburg (eigentlich Baden-Württemberg) und sehen gut aus. Wiedererkennungswert haben sie auch, was sie mit der Musik der sympathischen Einfaltspinsel aus der Provinz eint, denn: kennst du eine Platte von PSYCHOPUNCH, kennst du alle.

"The Last Goodbye" ist für sich alleine gesehen keine üble CD, im Gegenteil, die Band geht immer wieder ab wie eine Rakete. Da ist oftmals so viel Roll im Punk, dass man richtig Spaß hat, selbst als alter Sack ohne größeren Bezug zur zeitgenössischen Proll-Rock-Szene. Im Eröffnungslied Long Time Coming ist sogar deutlich mehr klassischer Rock als Punk'n'Roll zu hören. Dazu noch eine astreine Hookline und ein simples aber effektives Gitarrensolo, fertig ist ein Kandidat für die Partycompilation.
Die freundlichen Psychos beschränken sich wie üblich nicht auf die im Genre üblichen 150 Sekunden Bolzereien, drei bis vier Minuten sind immer drin, aber das macht die schwächeren Titel entsprechend zäher. Zum Glück geraten die längsten Songs - bis auf den Titelsong - diesmal ganz vergnüglich, zum Beispiel einen straighten Rocker wie Distant Sound Of A Riot würde man sich endlich mal wieder von den TOTEN HOSEN wünschen. Die Tatsache, dass man derlei Spaß'n'Roll schon zigmal gehört hat, ändert das leider nicht. Ebenfalls nicht geändert hat sich das eigenwillige Englisch von Sänger JM, sein manchmal bis an die Grenze des Erträglichen gehendes Geschrei selbstredend auch nicht. Dafür kommt der Country-Punk von Bring It On umso besser.
Würden sich die vier Vögel nur endlich darauf besinnen, ein ganzes Album mit klasse Songs zu schreiben, sie wären ganz vorne dabei, aber so belanglose Kamellen wie Another Sunday Morning öden im Jahr 2010 noch viel mehr an als vor einem Jahrzehnt, als PSYCHOPUNCH noch frisch war.

Entsprechend dem Albumtitel "The Last Goodbye" muss man sich fragen, ob es bald vorbei sein wird mit der Band, etliche Kollegen aus Schweden haben sich ja schon verabschiedet. Und man muss sich fragen, ob es wirklich schade wäre. Neun Studioplatten, davon in Summe vielleicht 90 wirklich erinnerungswerte Minuten, nach der ganz großen Rock & Roll Satisfaktion klingt das nicht. Auf "The Last Goodbye" sind es wieder nur drei oder vier Songs, die nicht schon vergessen sind während sie noch laufen.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 21.07.2010

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