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| Into My Arena, Eigenvertrieb, 2008 |
| Raimund Burke |
Guitars, Bass, Drums, Keyboards |
| Gäste: |
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| Christina Burke |
Keyboards (Still Searching) |
| Michael Keuter |
Vocals |
| Produziert von: Raimund Burke |
Länge: 59 Min 14 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Beautiful Sin | 7. Rough Riff |
| 2. Off-Highway | 8. Into My Arena |
| 3. Still Searching | 9. Don't You Know |
| 4. Rain Of My Heart | 10. Wait For The Night |
| 5. Caged | 11. J.a.I.Ls. |
| 6. Look Forward | |
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Herrschaftszeiten! Wieder so ein Egofrickler, der uns mit einem komplett in Eigenarbeit entstandenen Album versucht bei Laune zu halten. An anderer Stelle schrieb ich schon einmal, dass mir solche Typen tierisch auf den Senkel gehen. Das werden in der Regel solche Alben, bei denen der allein herrschende Musiker alles alleine machen muss, weil der Rest der Welt sowieso nicht gut genug ist, um seine flinken Finger, seine kruden Ideen und wat nich noch allet [Ruhrpott; Red.] entsprechend zu würdigen.
Aber Obacht: Regeln sind da um gebrochen zu werden. Und genau das tut Raimund Burke aus Hamburg. Bei dieser Stadt fallen einem Bandnamen wie GAMMA RAY, HELLOWEEN, IRON SAVIOR und ähnliche Konsorten ein.
Damit wären wir zumindest schon in der richtigen Stilrichtung gelandet. Was uns der sympathische Untervierziger von der Elbe in den CD-Player legt ist Metal. Allerdings fast ohne Gesang. Das wiederum kennt man dann wieder von seinen Kollegen wie Joe Satriani (der ungeschlagene Meister!) [sehe ich ganz anders; Jogi], Steve Vai [sehe ich ganz anders; Fred], Vinnie Moore und andere. Hinter denen muss sich Mr. Burke (dessen Name so "untrue Metal" klingt wie Heidi Horror ist) keinesfalls verstecken. Sicherlich geht es hier auf den Bünden der Gitarre rauf und runter, und das auch nicht gerade in langsamer Geschwindigkeit, aber es ist nicht einfach nur ein Drauflosgerase, vielmehr versteht RB seiner 6-Saitigen Geschichten zu entlocken. Die Gitarre singt! Schon mit dem Opener hat er mich gefangen: Beautiful Sin war eine Anfrage von Uli Kusch (der, der bei HELLOWEEN schon hinter der Schießbude saß), doch einen Song für seine Band zu schreiben. Gesagt, getan - und für so gut befunden, dass er in der instrumentalen Variante nun erstmal hier seinen Platz gefunden hat.
Für mich das nächste Highlight ist Still Searching. Mit leichtem Pianoeinstieg geht's los, bleibt aber erstaunlicherweise nicht im Balladesken, sondern weiß durch Abwechslung und einem interessanten Aufbau zu fesseln. Dazwischen kommen keine Ausfälle, aber nicht jeder Song bleibt sofort und nachhaltig hängen. Der nächste Track, der dies jedoch eindrucksvoll kann, ist Rough Riff, was uns von Raimund in bester Breitsaite aus den Boxen um die Ohren gehauen wird. Klasse, der Stilmix aus den o.g. Saitenhexern, gewürzt mit einer Prise Moore/Blackmore - das hat was.
Into My Arena kommt danach nicht nur als Titelstück, sondern mit 9:32 Minuten auch als längstes Teil seit DUPLO-Schokoriegel. Heftig rockt sich das Stück durch die Rillen des Kunststoffs, Gitarren duellieren sich im Paarlauf, bratende Orgeln verleihen leichten 70er-Jahre-Touch. Nach knapp 7 Minuten wird kurz zum Luftholen die Akustische aus der Ecke geholt, um eine Minute später mit VAN HALENlikem Tapping auf die Zielgerade zuzusteuern. Perfekt!
Keine Langeweile und keinesfalls das Gefühl, dass das einer alleine spielt. Eher wirkt die ganze Scheibe (und nicht nur das Titelstück) wie das Zusammenspiel einer perfekt harmonisierenden Band. Wieso ist eigentlich noch keiner auf die langhaarige Allzweckwaffe aufmerksam geworden?
Bei Don't You Know und Wait For The Night wurde es dem Hanseaten dann scheinbar zu einsam im Studio und er hat sich mit Michael Keuter einen Sänger dazugeholt, der sehr an Gary Moore zu seinen hartrockenden Zeiten erinnert. Mit J.a.I.Ls. geht schlussendlich eine unterhaltsame Stunde zu Ende.
Als Fazit bleibt wiederholend festzuhalten, dass sich Raimund Burke hinter den Marktführern des instrumentalen Metalgefrickels nicht zu verstecken braucht. Sicherlich fehlt es noch, um an einen Joe Satriani oder auch Vinnie Moore ranzukommen, aber so groß sind die Welten zwischen den Saitenflitzern nicht. Vor Leuten, denen es gelingt, ein solches Album im Alleingang einzuspielen, zu produzieren, zu bewerben, zu vertreiben und dabei nicht ansatzweise den Eindruck eines Dilettanten zu hinterlassen, ziehe ich meinen Hut.
Hier sollten übrigens nicht nur Gitarrenfetischisten ein Ohr riskieren. Und ein Besuch auf der Homepage lohnt sich, die ist übersichtlich und angenehm einfach gestaltet, wirkt dabei aber nicht billig und zeigt auch ein wenig von der witzigen Saite des Hamburgers.
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