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Rob Lamothe & Craig Erickson

Ride

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Ride
Ride, Provogue Records, 2003
Rob Lamothe Vocals, Percussion
Craig Erickson Guitars, Harmony Vocals, Lead Vocals (Too Good For Me), Percussion
Paul Intson Bass, Organ, Harmony Vocals, Percussion
Danny Lockwood Drums, Harmony Vocals, Percussion
Richard Bell Hammond Organ
Produziert von: Paul Intson & Craig Erickson Länge: 46 Min 06 Sek Medium: CD
1. Deep River6. Which Way To Go
2. Ride7. Everybody's Crazy
3. Conection8. Walk Away
4. Hide With You9. Echo Hill
5. Too Good For Me10. Walk Away Jam / Outro

Vor ungefähr 15 Jahren gab es eine Band, RIVERDOGS, die war zum Verlieren geboren. Die waren nämlich so gut, dass sie ihre Mischung aus Rock & Roll, bluesig-souligem Gesang, wunderschönen Balladen und Hard Rock nicht an den Mann bringen konnten und bald von der Grunge-Dilettanten-Schrabbelwelle hinweggefegt wurden. Na ja, ein klein wenig waren sie auch selber schuld, denn sie haben es nicht geschafft, den hohen Qualitätsanspruch ihrer besten Songs über die gesamten CD-Längen zu bringen und deshalb schlichen sich immer ein paar Durchhänger ein. Andererseits, die 75% großartiger Songs auf jeder ihrer Platten hätten für sämtliche Grunger bis an deren Lebensende (das bei dem einen und anderen dann auch relativ schnell kam) gereicht.
Vor gut 10 Jahren wurde ein weiterer Flitzefinger-Gitarrist aus der berüchtigten 6-Saiten-Schule des Mike Varney entlassen und nervte ein paar Jahre lang auf diversen Neo-Heavy-Bluesrock-Compilations aus dem Hause Blues Bureau, dem Mr. Varney als Chef und Produzent ("bei mir darf spielen wer will, hinterher klingt eh alles gleich") vorstand.

Vor etwa 2 Jahren trafen sich der Loser von den RIVERDOGS, genannt Rob Lamothe, und der funky angehauchte Dudelkönig aus dem Spiel-schneller-oder-es-gibt-was-auf-die-Finger-Labor, seine Eltern tauften ihn Craig Erickson, und nahmen ihre erste gemeinsame CD "Shine" unter dem Namen CRAIG ERICKSON PROJECT auf. Und jetzt liegt ihre zweite Kollaboration vor. Lamothe und Erickson firmieren mittlerweile unter eigenem Namen und anonymisieren ihre Begleitmucker als THE VOODOO BROTHERS.

"Ride" ist eine Platte, die Menschen wie mir gefällt. Nur leider, für einen auch nur halbwegs zufriedenstellenden kommerziellen Erfolg sind die beiden der Zeit mal wieder hinterher. Knapp 25 Jahre, würde ich sagen. Damals hätte man Erickson und nicht ab '83 einen gewissen Stevie Ray Vaughan als neuen Gitarren-Heilsbringer ausgerufen. Und Lamothe wäre seinerzeit als direkter Nachfolger von Gesangshelden wie Paul Rodgers durchgegangen. SRV und Rodgers sind heute Legenden, der eine etwas toter als der andere, und Rob und Craig werden sich wohl auf ewig den Angriffen böser Menschen erwehren müssen, die sie als Epigonen bezeichnen.
Das ist eindeutig unfair, denn den beiden muss man eine mehr als anständige Leistung bescheinigen und, bitte, was sollen sie denn tun? Sie stehen nunmal auf diese Musik und die bringen sie ehrlich, (im Rahmen des heute möglichen) authentisch und musikalisch perfekt rüber. Ganz speziell der Gesang ist durch und durch von Seele getränkt und steht Lichtjahre über dem Gejaule vieler Möchtegernblueser der heutigen Generation.

Okay, für einen Genreklassiker wird es bei "Ride" natürlich nicht reichen, aber immerhin für eine sehr erfreuliche CD aus dem Jahr 2003. Wer also auf Hendrix, Vaughan, satten und unaufgeregten Gesang, leicht funkig geprägten Bluesrock und ein paar nette, gut abgehangene Rocker steht, der sollte sich die Scheibe holen. Das würde vielleicht helfen, den beiden Protagonisten das Elend eines gewissen Vivian Campbell zu ersparen. Der spielte früher mit Lamothe bei den Flusshunden und muss sich inzwischen als Tierpfleger bei tauben Leoparden verdingen. Das wollen wir doch alle nicht, oder?

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 23.09.2003

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