HoR Logo kl CD-Review:

Logo The Dynaminds

Sophisticated Slaves

Logo Home-of-Rock
Startseite > CD-Reviews > The Dynaminds > Sophisticated Slaves
Link Homepage & Kaufen:
Offizielle The Dynaminds Homepage

Unser Disclaimer
Sophisticated Slaves
Sophisticated Slaves, Eigenvertrieb, 2006
Van Boogie Vocals
Sgt. Famous Guitar
Smokey Lonesome Guitar
Stixx Choleric Drums
Dr. Rock Bass
Gäste:
Tony Slug Additional Guitars (By All Means, Bill Leavin, Feel Alright & Sophisticated Slaves)
Harry Piano & Organ
Produziert von: Paul Smith, Tony Slug & The Dynaminds Länge: 43 Min 57 Sek Medium: CD
1. Riding High8. Dangerous Blue
2. Love Affair9. Escape From Badlands
3. Endless Lifetime10. Feel Alright
4. By All Means11. The Red Saloon
5. Hazy Hands12. Bad Boy
6. Bill Leavin13. Sophisticated Slaves
7. Forget Yourself

Womit der direkte Zusammenhang zwischen italienischem Rotwein, Rock & Roll und Komplettverblödung endgültig bewiesen ist. Dank an THE DYNAMINDS, die solche empirischen Untersuchungen erst möglich machen und dem bis dato geistig putzmunteren Rezensenten die CD pünktlich zum Urlaubsbeginn zuschicken. Wir sind bekanntlich immer im Dienste des Rock unterwegs, also CD ins Gepäck und in den lauen Spätseptembernächten des Friaul zu Vino und Pasta zwecks späterer Besprechung diensteifrig angehört. Tage später zuhause Schmutzwäsche ausgepackt, Tasche auf den Schrank, CD darin vergessen... Bacchus, Du Hund!

Nun gut, Schwamm drüber, die jungen Herren aus Rheinland-Pfalz machen ohnehin zeitunabhängigen Krach, und der schreibende Fan ist forever young und von erregender Schönheit und Anmut. Und sie (die Band) sind lernfähig, was dem Beobachter allergrößte Freude bereitet.
Nach dem 2002er Demo und der ersten Komplett-CD "Tunes From The Dusky Dirtzone" vor gut zwei Jahren, beide außerordentlich hörenswert, kommt mit "Sophisticated Slaves" nun eine markante Steigerung in allen Bereichen zu Gehör. Wo sich manche skandinavischen Genre-Kollegen mittlerweile ins kreative Abseits manövriert oder sogar direkt aufgelöst haben, setzen die DYNAMINDS tatsächlich ein paar denkwürdige Ausrufezeichen ins geplagte Schweinerockerland.
Das beginnt mit den Einflüssen von außen. Erstmals hat die Band mit einem bzw. sogar zwei externen Produzenten gearbeitet. Der in den letzten Monaten schier allgegenwärtige Paul Smith (DUMBELL bzw. No Solution Records) und der holländische Gitarristen-Veteran Tony Slug (LOVESLUG, THE HYDROMATICS, THE NITWITZ; sollten sich Punk'n'Roll-Freunde mal antun!) haben "Sophisticated Slaves" den Sound verpasst - und es ward gut. Wo man vorher noch am leicht unterrepräsentierten Schlagzeug nörgeln konnte, drückt die neue Scheibe schonungslos. Slug brät außerdem noch etliche Gitarrensoli drüber und sorgt für Abwechslung. Noch mehr Abwechslung bringt die ebenfalls zum ersten Mal eingesetzte Tastenfraktion. Ein gewisser Harry klimpert ein fröhliches Honk-Piano und quetscht zwischendurch auch die Orgel. Gut, dass Harry nicht nur den Wagen holt.

Das wäre alles nichts wert, hätten die DYNAMINDS nicht höchstselbst auch noch eine Schippe draufgelegt. Songwriterisch haben sie das in jedem Fall, technisch wohl auch, außer die Produzenten waren wirklich überirdisch gut und haben ganz arg eingegriffen. In den 80ern war das bei diversen Hair-Bands durchaus üblich, aber damals waren auch unwesentlich andere Budgets im Spiel. Gehen wir also davon aus, dass die weltbekannte und stinkend reiche Band THE DYNAMINDS ihre zweite CD eigenhändig eingespielt hat.
So locker dahinhoppeln'n'rollen wie im Opener Riding High hat man die Jungs jedenfalls noch nicht gehört. In etwa 6 Monaten geht die Outdoor-Biertrink-Saison wieder los, die Nummer ist dafür schon gebucht und auf der entsprechenden Festplatte. Ganz starker Good-Time-Vollgas-Rock & Roll.
Im Groben oder Ganzen geht es die gesamte Dreiviertelstunde so weiter, mal etwas punkiger, mal etwas an Iggy Pop respektive die STOOGES erinnernd (die von Anfang an auf den Fahnen der DYNAMINDS standen), speziell Sänger Van Boogie hat diesen lasziven "I wanna be your dog und steck dir dein Heroin in den Arsch"-Duktus perfekt drauf, mal geht's in eine "kuschlige" BLACK SABBATH/Stoner-/Doom-Sause (will heißen: dem Doom wird ordentlich Zunder gegeben), zwischendurch meint man beinahe eine Glam-Truppe zu vernehmen, dann wieder werden den lange verrosteten und vertrockneten GUNS 'N ROSES ein paar frische Nadeln unter die Zehennägel geschoben.

Und dann wäre noch die Sache mit dem Bayern-Rock & Roll. Verdeckte Ermittler und Undercover Agenten haben uns informiert, dass einer der beiden Gitarristen der DYNAMINDS heimlich LPs der SPIDER MURPHY GANG hört. Man kann von einem Waterloo und -gate der Rockmusik sprechen, vermutlich hängt auch der Rücktritt von U.S.-Verteidigungsminister Ronald Dumsfeld mit diesem unfassbaren Geschehen zusammen (fast authentisches Zitat: "Wir wissen, wo sie sich befinden [die S.M.G.-LPs]. In der Gegend um SPINAL TAP und Spruce Bringsteen und westlich, östlich, südlich und etwas nördlich davon."). Zwecks Informantenschutz werden wir an dieser Stelle keine Namen nennen, der betroffene Gitarrist droht mit stinkendem Fisch und damit, dass bei seiner Enttarnung der Rauch aufgeht.
Aber Entwarnung. Man kann über eine Band wie die SPIDER MURPHYs denken was man will, erstens sind sie klasse Typen und zweitens hat Sänger Günther Sigl dieser Tage anlässlich einer ziemlich fragwürdigen Kulturpreisverleihung vor schunkelnden Politikern und klatschenden Kulturimperialisten denkwürdige Worte gesprochen: "Was ist mit dem Rock & Roll passiert? Erschrickt denn gar keiner mehr?"
Die DYNAMINDS erschrecken noch ein paar Spießer und dem Rocker gefallen sie.

Klasse Platte, klasse Entwicklung, wir sind wirklich gespannt wie's weitergeht mit dieser Band.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 11.11.2006

Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:

Startseite > CD-Reviews > The Dynaminds > Sophisticated Slaves
© Home of Rock 2001 - 2008, Impressum