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Musica De Los Muertos

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Musica De Los Muertos
Musica De Los Muertos, Earforce, 2009
Mark Elliott Guitars, Lead Vocals
Beat Schaub Bass, Keyboards, Vocals
Hanns Haurein Drums, Percussion, Vocals
Gäste:
Gianni Pontillo Vocals (Lemon Skies)
V.O. Pulver 2nd Guitar Solo (Life Goes On)
Produziert von: The Force Länge: 57 Min 10 Sek Medium: CD
1. Nightriders8. Burning Up
2. Break Free - The Prisoners Blues9. Little Heart Of Texas
3. Gotta Go10. Times Of Changes
4. Lemon Skies11. Sympathy For The Heart
5. Life Goes On12. Sooner Or Later
6. Lies13. Land Of Confusion
7. Hold On

Sie sind gekommen um zu bleiben, die untoten Hardrocker aus der Schweiz. Sie sind vieeel älter als die zuletzt bei uns besprochenen Classic-Rock-Jungspunde, aber sie zeigen mit ihren knochigen Fingern den Weg, der die ganze fröhlich All Right Now singende Bad Company mitsamt ihrer Bad Reputation via dem Highway To Hell bei Thunder And Lightning zum Stairway To Heaven führt. Oben (oder unten?) angekommen schreit Mark Elliott ein hysterisches Here I Go Again heraus und greift sich genüsslich in den Schritt, nicht ohne düster Ready An' Willing zu knurren, derweil der Schlagzeuger beinahe Paranoid auf seine Trommeln eindrischt und der Bassist seine Black Rose anfleht: Gimme Back My Bullets!
Ihr versteht?

Das dritte Album der 2/3-Wahlschweizer THE FORCE unterscheidet sich nicht von den beiden ersten, es ist nur selbstironisch "Musica De Los Muertos" betitelt und hat die bis jetzt beste Coverzeichnung aufzuweisen. Ansonsten? THE FORCE as usual, es ist einfach allerbester Hard Rock, bis in die allerletzten Haarspitzen von all den Granden der Siebziger beeinflusst und gänzlich frei von modernen Strömungen. Das ist gefährlich, denn viele Bands verkommen dadurch zu Coverbands mit "eigenen" Liedern. Die Männer um den umtriebigen Schlagzeuger Hans Haurein tappen nicht in diese Falle, sie klingen trotz aller Anleihen immer wie sie selbst und lassen keinen Zweifel an der Ernsthaftigkeit ihres Treibens. Gut nur, dass ernsthafter Hard Rock eine gewaltige Menge Spaß macht.
Nichts mit den im ersten Absatz gemeinten Bands haben zum Beispiel Sympathy For The Heart, mit seinem gewaltigen Schlag Richtung POINT BLANK, und Lies zu tun, das ein wenig zum House Of The Rising Sun schielt.
Die Texte sind wie immer simpel gehalten und bedienen eher Rockers Reimgelüste denn lyrische Ansprüche eines Anglistikers, aber das spielte bei solcher Musik noch nie eine Rolle. Dafür sliden und schieben sich Gotta Go und Lemon Skies tiefer durch die Sümpfe als es beispielsweise SKYNYRD und HATCHET heutzutage tun. Ein "Hell yeah" und eine Sumpfkröte gibt es kostenlos dazu. Life Goes On zeigt dann dem Haarfärbemodel Coverdale, wie er und eine anständige Besetzung seiner zu Tode gehäuteten Schlange klingen könnten, vorausgesetzt, er könnte noch halbwegs so singen wie Mark Elliott. Der gibt zwischendurch auch mal einen veritablen Plant - zufällig im besagten Lemon Song, sorry, Lemon Skies natürlich. "Squeeze me, babe, 'till the juice runs down my leg…".
Für Brocken wie Burning Up oder den Stampfer Land Of Confusion soll sich jeder das entsprechende Vorbild aus der Historie selbst aussuchen, allzu schwer ist es nicht, aber auf jeden Fall mit gesteigertem Vergnügen verbunden.

Für die richtigen Frauen geeignete Männermusik, Highwaysongs, Good Time Rock & Roll, große Posen, scharfe Licks und Riffs und mächtige Gitarrensoli, das alles ohne Firlefanz und Produktionskaspereien, viel besser konnte man es 1972, '75 oder '78 auch nicht machen, deswegen ist "Musica De Los Muertos" nach unseren Bewertungskriterien ein absoluter Tipp. Einmal mehr bewahrheitet sich, dass es kaum eine zweite so zeitlose Musikrichtung wie den Rock & Roll gibt; einmal gut, immer gut. Passend dazu ist auf die "Auslaufrille" der im Vinyl-Stil gehaltenen CD der Spruch "Who needs record companies when you can have Rock'n'Roll" geritzt.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 01.08.2009

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