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The Winters Brothers Band

SouthWest Stampede

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SouthWest Stampede
SouthWest Stampede, SouthStarRecords, 2004
Dennis Winters Lead Vocal, Guitars, Special Effects & Percussion
Jamie LaRitz Lead & Rhythm Guitars, Slide Guitar, Mandolin, Dobro, Percussion, Special Effects & Back Up Harmony Vocal
Ron "Rad" Dunn Bass
Eric DiNenna Drums & Percussion
The Southern Belles: Casey Winters, Cody Winters & Carly Winters-Kring Back Up Harmony Vocals
Gäste:
Patrick Dolan Saxophone & Flute
Tracy Silverman Rock Violin
Billy Hester Harmony Vocals
Steve O Carodisky Bass
Mitwirkende auf Devil After My Soul & A Gun Don't Mind: Dennis Winters, Jamie LaRitz, Donnie Winters, Gene Watson, David Davis, Kent Harris, Bill Connell, Toy Caldwell, Charlie Daniels
Produziert von: Dennis Winters & Jamie LaRitz Länge: 73 Min 31 Sek Medium: CD
1. Stampede (4:36)7. My Marie (6:45)
2. Old Stories (2:50)8. Keep On Running (3:25)
3. Ride, Ride, Ride (5:58)9. Whisky Creek Diddy (0:33)
4. Outlaws & The Lawman (7:18)10. A Gun Don't Mind (5:46)
5. Outlaw's Jam (6:46)11. Caution To The Wind (8:30)
6. Devil After My Soul (4:52)12. Stampede Jam (15:55)

Ich werde mir die Nacherzählung der kuriosen Karriere der WINTERS BROTHERS BAND ersparen. Das lest Ihr bitteschön in Knippschilds Southern Rock Archiv selber nach. Fakt ist, dass diese Band Begehrlichkeiten in Southern Rock Kreisen weckt, wie sonst kaum eine andere der vielen halb- oder gänzlich unerfolgreichen Bands des Genres.

Hinlänglich bekannt ist, dass die Band mehr oder weniger nie aufgelöst wurde, dass sie seit vielen Jahren ihre "Southern Summer Jams" veranstaltet und dass vor 4 Jahren überraschend die aufnahmetechnisch fragwürdige, aber songwriterisch herausragende CD "Southern Rockers" veröffentlicht wurde.
Und jetzt ist die neue CD "SouthWest Stampede" erschienen.

Die Winters "Brothers" bestehen mittlerweile nur noch aus Dennis Winters, Donnie erscheint nur als Co-Autor bei vier Songs, beziehungsweise ist er an zwei alten Songs, die für dieses Album remastered wurden und wohl den wenigsten Fans bekannt sein dürften, auch als Musiker beteiligt (Devil After My Soul und A Gun Don't Mind - bei denen auch Toy Caldwell und Charlie Daniels auftreten).

Im Vorfeld dieses Releases wurden Unsinnigkeiten wie "Sgt. Pepper des Southern Rock" oder "beste Southern-CD aller Zeiten" kolportiert. Schnickschnack, Blödsinn, Gewäsch. "SouthWest Stampede" ist eine vollkommen normale CD (die überhaupt nichts revolutionieren wird), mit einem enttäuschenden einfachen Einlegeblatt als "Booklet", 11 Songs, sehr gutem Sound, ein paar Studiospielereien in Form von Western-Flair verbreitenden Geräuscheinspielungen und einer überaus kompetenten Band. Das ist alles.
Musikalisch gesehen hören wir auf den über 70 Minuten sehr feinen countryfizierten Southern-, respektive Westcoast Rock, irgendwo zwischen Charlie Daniels der frühen Tage und der MARSHALL TUCKER BAND. Old Stories, aber schöne. Alles im mittleren Tempo- und Härtebereich. Dass zwischendurch Elemente anderer Southern-OUTLAWS (Keep On Running) oder einschlägig bekannter Brüder-Bands-ohne-Brüder einfließen, sollte dem Hörer eigentlich von vornherein klar sein, wie sollte man solche Musik auch heute noch neu erfinden?

Was macht diese CD aber dennoch einzigartig und zum Pflichtkauf?
Erstens die tolle Stimme von Dennis Winters, zweitens die hervorragende Band um Dennis und den Gitarristen Jamie LaRitz - der kein ganz unbekannter Name in und um Nashville ist, weiters die tadellose Produktion und viertens einmal mehr die Fähigkeit der Brothers, wundervolle Songs zu schreiben. Beispielhaft sei der fast siebenminütige Outlaw's Jam genannt, der grandiose Instrumentalpassagen und einen klassischen Spannungsbogen beinhaltet. Einige eher in Richtung Langeweile tendierende Nummern wie My Marie werden von gestochen scharfen Gitarrenschlachten gerettet. Und zwischendurch kommt man sogar in den Genuss einiger Latin-angehauchter Töne. Oder die Fiddle intoniert in Outlaws & The Lawman kurzerhand ein wenig I Was Made For Loving You (zufällig oder auch nicht). Trotzdem ist es Southern Rock!

Wenn ich oben von Einflüssen anderer Southern Rocker spreche, ändert dies nichts an der Tatsache, dass "SouthWest Stampede" durchgehend nach den WINTERS BROTHERS und sonst niemandem klingt. Auch wenn auf diversen Tracks Geige, Saxophon oder gar Flöte zu hören sind, die seit 1976 bekannten Trademarks dieser Band sind immer präsent und bestimmen die Marschrichtung. Hört man die abhebenden Gitarren auf A Gun Don't Mind, ist klar, dass "SouthWest Stampede" nur einen einzigen echten Nachteil hat: 26 Jahre zu spät erschienen!
So dürfte der viertelstündige Stampede Jam leider die Hörgewohnheiten heutiger Konsumenten sprengen. Den MTV- und Dudelradiohörer wird dieses Bonbon überfordern. Für alle anderen gilt: Zurücklehnen & Genießen!

Wenn wir uns auf die Formel "Tolle CD" einigen können und Maßlosigkeiten wie oben beschrieben vergessen, dann darf der Fan die CD jetzt bestellen.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 14.06.2004

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