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| Bang!, Frontiers Records/STC Recordings, 2008 |
| Daniel Bowes |
Lead & Backing Vocals |
| Luke Morley |
Guitars, Percussion, Harmonica & Backing Vocals |
| Ben Matthews |
Guitars & Keyboards |
| Chris Childs |
Bass |
| Harry James |
Drums & Percussion |
| Gäste: |
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| Peter Shoulder |
Banjo |
| Tara McDonald |
Backing Vocals |
| Produziert von: Luke Morley |
Länge: 54 Min 39 Sek |
Medium: CD |
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| 1. On The Radio | 7. Watching Over You |
| 2. Stormwater | 8. Miracle Man |
| 3. Carol Ann | 9. Turn Left At California |
| 4. Retribution | 10. Love Sucks |
| 5. Candy Man | 11. One Bullet |
| 6. Have Mercy | 12. Honey |
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THUNDERs "Bang!" ist bereits Anfang November 2008 erschienen, warum erst jetzt die Besprechung im Home of Rock? Weil die Plattenfirma VoiceOver-CDs angeboten hat, und die ignorieren wir. Wir haben eine Pflicht als Berichterstatter, aber wir lieben Musik, wollen damit Spaß haben, spendieren dafür unsere letzten Buchstaben auf der Tastatur, genau wie jeder Fan, der sein Erspartes bereitwillig für seine Favoriten hergibt.
Frontiers Records haben ihre Pressebemusterung inzwischen auf Downloads (ohne Gequatsche) umgestellt, die Erfüllung ist das nicht, aber wenigstens kann man sich dieses Zeug anhören und gegebenenfalls auf CD brennen. Merkt ihr was? Wir grundsätzlich kriminellen Musikschreiberlinge laden jetzt (legal) aus dem Internet und kopieren uns dann die Musik auf CDR, die wir selbstverständlich stante pede (illegal) zurück ins Netz jagen. Halleluja Paranoia. Vorher haben wir das natürlich mit den physikalischen Promos getan, WIR sind die Töter der Musikindustrie.
Dass ganz andere Gründe zum Niedergang des Business geführt haben, bemerken manche Firmen offenbar immer noch nicht. Einen nicht unbeträchtlichen Anteil hat die unfassbare Flut von Veröffentlichungen, die Woche für Woche auf uns (Konsumenten) hereinbricht. Die im Home of Rock bis zum Exzess gelobte Band THUNDER aus London ist daran nicht unbeteiligt. Alleine drei EPs mit jeweils sechs Songs sind in 2007/8 erschienen, dazu das obligatorische Weihnachtskonzert, außerdem in 2006 zwei DVDs sowie das letzte Studioalbum "Robert Johnson's Tombstone", jetzt die neue CD, wer soll das alles aushalten und bezahlen?
Das alles hat nichts mit der Qualität von "Bang!" zu tun, denn Danny Bowes und Luke Morley haben in ihrer offenbar grenzenlosen Kreativität und Arbeitswut wieder Songs für ein grandioses Album geschrieben. Dennoch, der Rezession mit einer Produktinflation zu begegnen, scheint nicht das probate Mittel zu sein, auch den beinharten Fans und Sammlern dürfte eine Bündelung des Donner-Outputs vermutlich lieber sein, als alle drei Monate eine weitere EP. "Bang!" bekommt man über Townsend Records übrigens auch als Doppelpack mit der letzten EP "The Joy Of Six". Da die aber das Ende der EP-Trilogie war, "braucht" man beinahe zwingend auch "Six Of One" und "Half A Dozen Of The Other". Nein, leicht machen es einem die Engländer nicht.
Die erste und letzte wesentliche künstlerische Kritik an "Bang!" betrifft das Cover. In der Vergangenheit wurde immer mal wieder am THUNDER-Artwork herumkritisiert, reine Geschmacksache, diesmal haben sie sich wirklich eine echte Geschmacklosigkeit geleistet. Dieser gelbe Fleck lässt mitnichten auf ein Hard-Rock-Brett schließen, doch direkt On The Radio wird es a.) niemals dorthin schaffen und hinterlässt b.) keinen Fleck sondern Nackenschmerzen vom Headbangen. Luke Morleys Lamento über die Nichtberücksichtigung im heimischen (und ausländischen) Rundfunk hat ja natürlich ihre Berechtigung, aber so eine Gnadenlos-Nummer MUSS uns Rockern vorbehalten bleiben. Wird ein Liveklassiker, garantiert. Außerdem singt der wie immer anbetungswürdige Danny Bowes so böse Worte wie "Fuck you!".
Stormwater (Stichwort: New Orleans, Katrina) bringt keine Läuterung, es wird vorwärts gestürmt auf Hausfrau geh raus. Morley und Ben Matthews sind ganz eindeutig momentan in großer Form, so erfrischend funky hört man selbst die beiden nicht immer. Chris Childs (Bass) und Harry James (Drums) sind allerdings wie immer: göttlich.
Kleine Verschnaufpause bei Carol Ann, schöne Akustische und Slide, toller Chorus, jedoch wieder keine Chance auf Radioairplay, zur Halbzeit setzt Morley zu einem herrlichen Solo an, das den Programmdirektor nachhaltig verschrecken wird, da hilft auch der Popappeal der Nummer nichts mehr. Die erste richtige Nachdenklichkeit ist Retribution. Leicht jazzy, sehr smooth, wie fast alles von THUNDER nicht frei von fremden Einflüssen (bisher wären wie immer LED ZEPPELIN und BAD COMPANY zu nennen), aber schön. Und warum hat man bei Retribution immer den Namen Paul Kossoff im Hinterkopf? AMERICAs Horse With No Name galoppiert auch durchs Bild und Herr Gastrock meint gar die MOODY BLUES zu hören.
Candy Man ist eine der 3 ½ beliebigen Nummern des Albums. Das hat man tatsächlich schon zweimal zu oft in dieser Art gehört, inklusive der Nanana-Chöre, auch wenn's gut fetzt. Die zweite ist die leicht fade Ballade Watching Over You, die von Andy Taylor Jr. mitgeschrieben wurde, der Sohn des Andy Taylor, der vor 20 Jahren für THUNDER wichtig und der eminent grausamen Band DURAN DURAN entsprungen war. Die ½ gehört Love Sucks, das zwar eine tolle Hackebeil-Gitarre hat, aber letztendlich nicht brennt. Wirklich langweilig: One Bullet, auch wenn's textlich um die erschreckende Mordserie unter Londoner Jugendlichen geht.
Die diesmaligen Blumensträuße auf Robert Johnsons Grabstein heißen Have Mercy und Turn Left At California. Nix originell, nur fett und groovig und letzteres auch auf beispielsweise "Houses Of The Holy" denkbar. Genau wie Miracle Man, das sich ziemlich ungeniert an das bleierne Luftschiff anlehnt. Möge der Donnergott verhindern, dass Robert Plant seine bisher ablehnende Haltung bezüglich einer ZEP-Reunion doch noch ändert, Bands wie THUNDER sind auch nicht mehr jung, aber noch lange nicht zu alt und vor allem agil genug für solche Musik.
Das Ende der CD, jedenfalls in Europa, für Japan gibt's noch zwei Nummern von den erwähnten EPs, könnte dann doch noch ins Radio führen wenn… nicht die Gitarren so derb vor dem Piano herumhämmern würden. Bleibt nur der Schluss: Die wollen doch gar nicht ins Deppenformatradio!
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