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Tobias Biedert

Ich möchte Popstar sein

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Ich möchte Popstar sein
Ich möchte Popstar sein, Eigenvertrieb, 2004
Tobias Biedert Gesang, Gitarre, Bass (Dreh dich nicht um)
Tobias Klersy Gitarre, Gesang
Boris May Bass, Gesang
Manuel Schneider Schlagzeug
Detlef Görke Bass, Gesang
Produziert von: Willi Dammeier Länge: 14 Min 20 Sek Medium: EP
1. Ich möchte Popstar sein3. Amerika
2. Nur gespielt4. Dreh dich nicht um

How to make a star; Pt. 1.:
Junger Mann mit ganz netter Stimme und dem Willen deutschsprachigen Rock/Pop zu machen nimmt zuhause ein paar Songs auf. Ist ja heutzutage technisch kein Problem mehr.

How to make a star; Pt. 2.:
Die so entstandenen Liedchen bietet man auf diversen Internet-Downloadplattformen an, macht ein wenig Werbung für sich, landet relativ leicht auf hohen Chartplätzen in diesen Foren und macht so ein paar mehr Leute auf sich aufmerksam.

How to make a star; Pt. 3.:
Äh, ja. Keine Ahnung. Dem erfolgreichsten deutschen Produzenten die aktuelle Tussi ausspannen? Einem Labelmanager den Schreibtischstuhl unterm Arsch wegklauen? Hoffen und Beten?

Tobias Biedert hat Teil 1 und 2 der kleinen Star-Bastelanleitung hinter sich. An der Umsetzung des wichtigsten Punktes arbeitet er jetzt. Und wenn er es geschickt anstellt, dürften die Chancen so schlecht nicht stehen. Der junge Mann hat nämlich wirklich was: Humor, Talent und die passenden Songs. Die passenden Songs um ins Radio zu kommen, um Menschen mit Hang zum leichtgängigen Pop-Punk-Rock'n'Roll zum Fingerschnippen zu bewegen, die Texte um niemanden wirklich zu verärgern (wie können die HOSEN auch nur ein Lied gegen den wunderschönen FCB schreiben?) und um die Leute zuhören zu lassen.
Die Maxi heißt "Ich möchte Popstar sein", der zugehörige Song knattert erfrischend vor sich hin - im Auto würde man das Radio sofort lauter drehen - und der Text beschreibt Tobias' innigsten Wunsch. Das Vehikel dazu sind Menschen wie Kübelböck, Juliette und Alexander K., also die "Superstars" der beiden letzten Jahre. Die hatten eine Halbwertzeit von ca. 6 Monaten und so ist das nunmal mit Popmusik. Schnell gemacht und schnell vergessen. Insofern muss sich Tobias mit dem Berühmtwerden beeilen, sonst kann sich an seine Angriffsfläche kein Mensch mehr erinnern. Solche Pappfiguren mitsamt Deutschlands erfolgreichstem Produzenten sind natürlich ein wunderbares Ziel, verführen allerdings nicht unbedingt zu lyrischen Höhenflügen und ganz anspruchsvolle Menschen könnten solche Versuche als plakativ und banal abtun. Aber wir reden schließlich nicht von Betroffenheitsmelodramen a la Grönemeyer sondern von Popmusik.

Die drei anderen Songs sind musikalisch ähnlich gestrickt, gehen also richtig gut rein. Die Band schafft sich ordentlich, ein paar feine Gitarrenlinien heben Tobias Biedert und seine Band über die Masse heraus, jedoch sind alle 4 Nummern relativ austauschbar (wohlgemerkt, das gilt für den durchschnittlichen Radiohörer, der Rockfan mit Kopfhörer und Muse - muss nicht unbedingt blond sein - nimmt das natürlich anders wahr).
Man darf gespannt sein, was Tobias auf einem richtigen Longplayer zu bieten hat. Mir gefällt das, aber ich mag ja auch die Hosen und bin trotzdem Bayern-Fan.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 26.08.2004

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