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CD-Review:
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(UN-)FORGOTTEN JEWELS ... unter diesem mehr oder weniger profanen Sammelbegriff sollen in einer losen Reihenfolge an dieser Stelle Alben aus der großen weiten Welt der Rockmusik vorgestellt werden. Es handelt sich um Langspielplatten/CDs aus einem Zeitraum der sich über mehrere Jahrzehnte erstreckt und die sicherlich dem einem oder anderem Fan bis heute ein Begriff sind. Was jedoch für den einen Klassikerstatus hat ist dem anderen wahrscheinlich unbekannt. Diese nun startende Serie soll abseits von den ganzen remasterten Re-Releases das eine oder andere Album ans Tageslicht zurückholen welches inzwischen vielleicht im großen Meer der unzähligen Veröffentlichungen leicht versunken ist.
UFO veröffentlichten mit "Strangers In The Night" im Jahre 1979 ein Live-Album, das zu Recht bis heute als eines der besten aller Zeiten gilt. Klassiker en masse werden in einer nie mehr erreichten Form auf den Hörer losgelassen, als da wären Rock Bottom, Doctor Doctor (beide von "Phenomenon", 1974), Lights Out, Love To Love (beide "Lights Out", 1977) oder Only You Can Rock Me ("Obesssion", 1978). All diese Songs gehören seit jenen Tagen zum Pflichtprogramm eines UFO-Konzertes. Die 74er-Veröffentlichung zeigte den nun eingeschlagenen Weg bereits deutlich auf, klang stellenweise aber noch nicht ganz "rund" und präsentierte den einen oder anderen Durchhänger. UFO, neben dem deutschen Ausnahmegitarristen seinerzeit aus den Ur-Mitgliedern Phil Mogg (Vocals), Pete Way (Bass) und Andy Parker (Drums) bestehend, verstärkten sich zwecks Touraktivitäten mit dem in späteren Jahren festen Bandmitglied Paul Chapman (Gitarre), um nach den Ausflügen in die europäischen Gefilde wieder zum Quartett zu schrumpfen. Wie beim Vorgänger "Phenomenon" nahm der ehemalige (und heute wieder) TEN YEARS AFTER Bassist Leo Lyons den Produzentensessel ein und auch der Aufnahmeort blieb der gleiche, nämlich die Londoner Morgan Studios. (* Bei HIPGNOSIS handelte es sich um eine Ende der sechziger Jahre entstandene kleine Firma von Londoner Kunsthochschul-Studenten die ebenfalls für die Covergestaltung von Acts wie PINK FLOYD, BLACK SABBATH oder GOLDEN EARRING verantwortlich waren) Auf Vorschlag Lyons zog man seinen TEN YAERS AFTER-Kumpanen Chick Churchill (Keyboards) hinzu, um dem neuen Album in seinen ruhigeren und weicheren Momenten ein weiteres Spektrum zu verleihen. Out In The Streets steht als Beispiel dafür, wie UFO auf den folgenden Alben die Bandbreite ihrer Songs mit mehr oder weniger Erfolg ausdehnten. Out... besticht durch sein Arrangement, welches sich weit von den üblichen Hard Rock-Klischees entfernt und Schenkers exzellente Gitarrenarbeit durch atmosphärische Keyboards hervorragend ergänzt. Mit dem Sänger/Bassisten James Dewar (u.a. bei Robin Trwoer) zog man einen zweiten Gast für die Backing-Vocals hinzu. Das Songmaterial auf "Force It" entstammte allesamt der obersten Schublade, neben den bereits erwähnten Bühnenfavoriten waren auch die restlichen Tracks vom Feinsten. Michael Schenkers Schaffenskraft blühte regelrecht auf, seine Soli führten vermeintliche Durchschnittssongs wie High Flyer in bis dato ungewohnte Höhen. Phil Mogg, der nicht unbedingt zu den Sängerfavoriten der britischen Kritiker zählte, und sicherlich nicht mit Ian Gillan, David Coverdale oder gar Robert Plant zu ihren Glanzzeiten verglichen werden kann, lieferte auf Love Lost Love eine beachtliche Performance ab. Die Rhythmussektion Pete Way/Andy Parker, häufig ein wenig unterschätzt, sorgte mit ihrem Spiel dafür, dass sich der seinerzeit vielleicht beste Hard'n'Heavy-Gitarrist so richtig austoben konnte, wie z.B. auf Dance Your Life Away. "Force It" brachte UFO mehrere Stufen auf der Erfolgsleiter nach oben und schaffte die Voraussetzung für den großen Sprung mit "Lights Out" (1977) und "Obsession" (1978). Dass "Force It" eher Kult- als Klassik-Status erzielte, blieb nie so recht nachvollziehbar, da es, wie anfangs erwähnt, einen großen Songanteil zu den Live-Shows beisteuerte. Der absolute Übersong, wie auf anderen Alben der Band, mag fehlen, doch das konstant hohe Niveau ließ diesen Longplayer zu meinem persönlichen Studio-Favoriten der Briten mit dem genialen deutschen Gitarristen werden. Hard Rock at it's best! Bisher in dieser Reihe erschienene Reviews:
Jürgen Ruland, (Artikelliste), 05.06.2005
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