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Voodoo Lake

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Bärchen Records
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All Music Guide (englisch)

Unser Disclaimer
Voodoo Lake
Voodoo Lake, Eigenvertrieb, 2000
Max ArrigoGuitars & Lead Vocals
Fabrizio "Ray" VioraGuitars
Simone "Slow" UbezioGuitars & Vocals
LeonBass
Fabry "Mr. Muscle" MontanaroDrums
Gäste:
Francesco "Cecco" GiacobiniKeyboards
Giulia ColuzziVocals
Hank J.D.Vocals (Hellbound)
Produziert von: Gabriele Dell'Utri Länge: 46 Min 13 Sek Medium: CD
1. Manson6. Keep On Run
2. Turn The Tide7. Screaming Guitars
3. Swamp Of Grace8. I Don't Need You
4. Hellbound9. Don't Think It's Over
5. Rainy Days10. R'n'R (Still Alive And Well)

Ich frage mich schon lange, was denn im Bereich Southern Rock noch kommen kann. So viele wirklich erstklassige Bands wie in den letzten ein, zwei Jahren auf uns hereingestürmt sind, konnte man nicht mehr erwarten von einer Musik, die eigentlich längst begraben war. Für mich ist es immer wieder ein Freudenfest, wenn wieder eine Band kommt und meine absolute Lieblingsmusik gut spielt.
Egal, ob hart oder härter, ob jammig oder klassisch im SKYNYRD-Style, ob im Trio oder mit drei Gitarren (mehr ist natürlich immer besser), mit oder ohne Keyboards, Bläser oder Background Sängerinnen, die Hauptsache ist und bleibt, das eine Band diese Tunes drauf hat, die für Gänsehaut sorgen.
Vollkommen piepegal ist, wo diese Bands herkommen. Was haben wir nicht alles aufgetan in den letzten zwei Jahren. Japaner, Sauerländer, Franken, Italiener, Schwaben, Holländer, amerikanische Hinterwäldler, Kalifornier. Und, ganz ehrlich, ich freue mich auch, dass viele dieser Bands den alten, etablierten Genre-Superstars ganz gehörig das Wasser abgraben. Diese Jungs sind frisch und heiß, haben Ideen beim Songwriting, pflegen die musikalische Tradition (und nicht die nationalistischen Untugenden mancher USA-Charlies) und wenn wir sie live sehen dürfen, dann brennen sie jede Bühne in Rekordtempo ab.

Ein Ärgernis, aber nicht änderbar, ich kriege erst jetzt die CD der italienischen Band VOODOO LAKE auf den Tisch. Knapp drei Jahre Verspätung. Aber letztlich ist es egal, denn diese Musik war 1974 genial, 2001 immer noch, 2003 hat sich nichts geändert und 2035 werde ich im Boogie-Retirement-Center (so werden Altersheime für Altrocker nach der 139. Rentenreform heißen) den Krückstock nach jedem Ketzer werfen, der meint, mir meine dann etwas erlahmten Ohren mit Bullshit verstopfen zu müssen.

VOODOO LAKE haben ein klares Vorbild: LYNYRD SKYNYRD. Das ist nicht ehrenrührig und wenn es so umgesetzt wird wie auf dieser CD, dann ist das sogar höchst begrüßenswert.
Bekanntermaßen bin ich kein besonderer Freund von Coversongs (live sieht das anders aus) und VOODOO LAKE machen mir in dieser Beziehung eine besondere Freude. 10 Eigenkompositionen, alle von Bandkopf Max Arrigo und Co-Gitarrist Simone Ubezio, kein einziger Ausfall, durchgehend knackigster Southern Rock mit Tonnen von Gitarren, Double-Leads, Solo-Schlachten, Swamp-Sound, Honky Tonk, Boogie, maximal ins Ohr gehende Grooves. Kurz: Eine affenstarke CD die so richtig traumhaft abgeht. Sie bringen es im Schlusssong R'n'R im Untertitel auf einen Nenner, nämlich Still Alive And Well.
Natürlich, die Songs bedienen sich aus dem reichhaltigen Erbe der Altvorderen. Da ist mal ein kleiner "Freebird" am zwitschern, dort kommt schon auch mal der alte Dickey Betts zum Vorschein. Ja und? Es ist KEINE billige Kopie und schon gar nicht ein Selbstplagiat, wie es einige unserer Götter heutzutage abliefern.
Erwähnenswert ist der Gesang von Max Arrigo, ohne störenden Akzent und - wenn auch nicht geshoutet wie beispielsweise von Ronny Kossmann von unseren bayrischen Freunden FLATMAN - sehr cool und prägnant und sehr schön gebracht. Genau so erwähnenswert sind natürlich die lässigen Gitarren. Wunderbar kommen die. Ohne die Metal- bzw. Primitiv-Honky-Tonk-Attitüde der heutigen SKYNYRD, aber dafür locker rockend und rollend im XXL-Familienpack. Immer wieder aufgelockert von einer schicken Akustischen und konsequent mit dem genau richtigen Level Dreck im Amp. Ein entsprechender "Sommerhit" ist Screaming Guitars. Eines der schönsten Lieder der letzten Jahre.
Ansonsten kann ich nur sagen, dass dieses Debüt mehr als erfreulich ist. Turin rockt! Live soll die Band übrigens ebenfalls ein absoluter Bringer sein. Nicht umsonst werden FLATMAN im Juli 2003 wieder mit den Jungs rocken. In Rimini!

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 21.05.2003

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