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| Hypnotic Dream, Artesuono Produzioni Musicali, 2002 |
| Jimi Barbiani |
Guitars, Slide Guitar |
| Fabio Drusin |
Lead Vocals, Bass, Harmonica |
| Sandro Bencich |
Drums |
| Gäste: |
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| Johnny Neel |
Hammond B3, Piano, Lead Vocals (Boogie Man) |
| Graziella Vendramin & Adriana Vasquez |
Background Vocals |
| Produziert von: Stefano Amerio & W.I.N.D. |
Länge: 82 Min 34 Sek |
Medium: Do-CD |
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| CD 1: | |
| 1. Going Lazy (6:20) | 6. Taste It (6:12) |
| 2. Can You Feel Me (5:27) | 7. Moon Blues (Part 1) (8:38) |
| 3. Tomorrow Never Comes (5:45) | 8. I Can't Live It Anymore (4:54) |
| 4. Boogie Man (3:33) | 9. Hoochie Coochie Man (5:22) |
| 5. Dance With The Devil (8:23) | 10. Hypnotic Dream (improv. in G) (7:02) |
| CD 2: | |
| 1. Over The Sun (acoustic version) (5:03) | 4. Jammin' With Johnny (1:04) |
| 2. Keep On Livin' (live) (6:44) | Bonus-Video |
| 3. Spoonful (Jam) (5:09) | |
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"Un mix di rock, blues, improvvisazione e psichedelia, un ritorno al passato, con echi di Woodstock e del periodo 'Flower Power'."
Schöner und passender kann man die Musik der italienischen Band W.I.N.D. nicht beschreiben. Und überhaupt, Italien, das Land unzähliger großer Komponisten, des besten Weins der Welt und das einzige Land, in dem ich als Vegetarier (der ich nicht bin) überleben würde - nur mit Pasta & Co. Gewisse zeitgenössische Politiker lassen wir einfach unter den Mantel des Schweigens fallen und für die Autos brauchen sie deutsche Kinnspoiler um Rennen zu gewinnen. Für Home of Rock-kompatible Musik ist Italien allerdings eher nicht berühmt. Außer den traditionellen Southern Rockern von VOODOO LAKE war mir bisher nicht viel bekannt. Jetzt aber schon.
W.I.N.D. haben mit "Hypnotic Dream" ihre zweite CD aufgenommen. Erste Auffälligkeit ist, dass Johnny Neel mitwirkt. Der ist als Keyboarder der ALLMAN BROTHERS BAND und von GOV'T MULE und vielen anderen Produktionen (u.a. Dickey Betts' "Pattern Disruptive") bekannt. Neel fand offenbar solchen Gefallen an W.I.N.D., dass er sie sogleich als Band für seine 2002er Tour durch die U.S.A. verpflichtete.
Zweite Besonderheit: Die CD ist sehr schön, aufwändig und geschmackvoll gestaltet. Auf der beiliegenden Bonus-CD gibt es, neben einer akustischen Version von Over The Sun vom Debütalbum, noch ein paar Livetracks und 3 nette Videos, auf denen die Zusammenarbeit mit Neel in wackeligen aber authentischen Bildern festgehalten ist. Optisch überzeugt "Hypnotic Dream" also voll und ganz.
Die Musik überzeugt auch. Ein gutes Zeichen ist immer, wenn ich eine CD gleich beim ersten mal gut finde und sie am Stück 3, 4 mal hören will. Der oben besagte Mix aus Rock, Blues, Improvisation und Psychedelic funkt auf Anhieb. Das liegt erstens an den ausgefeilten Stücken und zweitens an der Darbietung. Obwohl keine Nummer kürzer als 5 Minuten ist, tritt keinerlei Langeweile auf. Bei einem Trio (plus eben Neel an den Keyboards) ist das nicht alltäglich. Wo ich beispielsweise bei GOV'T MULE wegen der "zerstückelten" Songstrukturen immer wieder ein Aufmerksamkeitsproblem habe, zieht mich "Hypnotic Dream" in einen selbigen Bann ohne zu ermüden.
Neu ist an der Musik von W.I.N.D. nichts. Innovativ schon gar nicht. Dafür aber spannend, rockend, groovend und abwechslungsreich. Man hört über 80 Minuten lang all die großen Vorbilder aus den Sechzigern und Siebzigern. CREAM, TEN YEARS AFTER (speziell das Bassspiel von Fabio Drusin erinnert oft an Leo Lyons), Hendrix, natürlich die ALLMAN BROTHERS etc. Und das beste an der Sache: Die Jungs belassen es nicht bei drögen Bluesrock-Adaptionen, sondern sie geben der Sache den nötigen Rock & Roll-Kick. Den alten Hoochie Coochie Man beispielsweise mag man eigentlich gar nicht mehr hören. Aber hier rockt er fast wie neu. Boogie Man als Eigenkomposition zu bezeichnen ist zwar beinahe dreist, schließlich hatten das schon ZZ TOP vor 30 Jahren geklaut, aber es ist egal. Da wird so fröhlich und kernig durch die Rockhistory galoppelt, dass sich die Les Paul biegt.
Ein Wort zu den Musikern. Handwerklich perfekt und kompetent und dazu mit der Röhre von Fabio noch ein echtes Aushängeschild (ein- zwei Mal kommt er dem großen Steve Marriott in punkto Ausdruck sehr nahe). Mehr kann niemand erwarten. Das ist absolute Spitzenklasse. Gleiches gilt für die Produktion.
Am Ende gibt es mit dem Titelsong den einzigen wirklich ausufernden Jam (Untertitel Improv. in G). Und nicht mal der nervt. Zu präzise und auf den Punkt kommend, ranken sich die drei Norditaliener um Neels Hammond-Kaskaden. Davor hat man aber schon eine Stunde Vollbedienung gehabt. Schon beim Opener Going Lazy geht es mächtig los. Slide, Röhre, Riff, Slide. So ist das aufgebaut und es funktioniert prächtig. Oder das (eigentlich grundlos) an Robin Trower oder Randy California erinnernde Can You Feel Me. Wunderschöne Hookline, prägnante Hammond und eine Traumgitarre. Dazu sparsam eingesetzte Backings von zwei Frauen.
Mein Lieblingssong ist allerdings Tomorrow Never Comes. Eigentlich eine simple Ballade, aber mit dem exakt korrekten Ohrwurmfaktor und ein paar Gitarrensoli, die einfach jeden Rocker süchtig machen müssen. Retro to the bone und immer noch/wieder genial.
Was red ich? Lieblingssong? Dance With The Devil gefällt mir ebenso gut. Da sind sie, die dezenten HUMBLE PIE-Anleihen, schön versteckt in einem hypnotischen, mehr oder weniger dahinschleichenden Rocker, nur von kurzen Eruptionen unterbrochen. Schöngeister wie sie sind, die Italiener, kriegen sie auch hier wieder die Kurve zu den guten alten ALLMAN-Tagen. Oder Taste It. Wieder höchstens mittleres Tempo aber eine schier unheimliche Intensität. Toll! Oder der Moon Blues. Zum heulen schön. Bei I Can't Live It Anymore kommen dann die FREE-Roots zum Vorschein. Koss wäre bestimmt stolz.
W.I.N.D. sind eine Klasseband, die in eine Linie mit genreverwandten Exoten wie THE SAVOY TRUFFLE gestellt werden können.
Es gibt in Deutschland eine handvoll Spezialisten, die die Band eh kennen. Wir, als Home of Rock, sind aber der Meinung, dass sich solche Musik durchaus einer größeren Hörerschicht erschließen kann. Mainstream könnte so schön sein!
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