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| Live At Burg Herzberg Festival 2006, Herzberg Verlag, 2007 |
| J.C. |
Lead & Harmony Vocals |
| Lucio Calegari |
Guitars |
| Enrico Garilli |
Bass |
| Paolo "Apollo" Negri |
Hammond Organ, Mellotron, Moog Synthesiser, Electric & Grand Piano |
| Andrea Concarotti |
Drums, Percussion |
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Länge: 75 Min 18 Sek |
Medium: CD |
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| 1. From The Purple Skies | 5. Before The Morning Light |
| 2. Witchflower | 6. Through My Love |
| 3. The Elephant Stone | 7. Return To Uranus |
| 4. Drifting | 8. Shadow's Train |
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Was ist nur aus dem einstigen Chaotenhaufen um das Burg Herzberg Festival geworden. Wo früher Planungsanarchie herrschte, dieselt heute eine Hippie-Maschine vor sich hin, die im Monatsrhythmus neue Errungenschaften hervorbringt und sozusagen zur Musterkolchose alternativ schaffender Retromusik geworden ist. Auf nichts kann man sich mehr verlassen, selbst die allergrößten Freaks sind heute bestens organisiert.
Im Line Up des jährlichen Festivals finden sich wunderbare junge und kaum mehr für lebendig gehaltene alte Bands, für 2007 sind beispielsweise die bei uns hoch gelobten PAATOS und RIVERSIDE neben Oldies wie MAN, HEEP, COLOSSEUM und und und gelistet.
Und dann wären da noch die Konserven-Veröffentlichungen. W.I.N.D., BIG BROTHER & THE HOLDING CO., die Jahres-DVDs zum eigenen Festival 2005 und 2006, jetzt WICKED MINDS, ein offenbar funktionierender Mailorder - das alles lässt auf vernünftigen Umgang mit Bands, Kunden und Partnern schließen. Wir können es bestätigen, vor allem, weil auch die Rückmeldungen der betroffenen Bands bisher durchweg positiv waren. Von der Sorte würde man sich im desolaten Musikbusiness mehr wünschen.
Im letzten Jahr holten sich die Herzberger, nach unseren Lieblingen W.I.N.D. im Jahr 2005, mit den WICKED MINDS das nächste Highlight aus Italien auf die Bühne, und wieder wurde eine Live-CD daraus. Und wieder wurde es ein Hammeralbum.
Die MINDS sind tiefer als unsere jam-bluesigen Freunde aus Udine im Hard Rock verwurzelt - namentlich URIAH HEEP, DEEP PURPLE und sämtliche Artverwandte dürften als Poster an den Wänden des erfreulich langhaarigen Fünfers hängen -, jedoch hat sich die Band spätestens mit dem 2004er Werk "From The Purple Skies" eindeutig vom Nachspielprojekt zu einer völlig eigenständigen Kapelle entwickelt. Natürlich sind die Einflüsse immer präsent, manchmal muss man grinsen ob der trickreichen Variationen altbekannter Töne, aber so ist das halt, wenn man als zu spät geborener Musiker nicht mehr persönlich bei seinen Helden mitmachen konnte. Warum klingen wohl noch in vielen Jahrzehnten tausende Bands nach den BEATLES?
Jedenfalls bauen WICKED MINDS in 75 Minuten und für die Ewigkeit einen prächtigen Spannungsbogen aus progressivem Hard Rock, Psychedelic und (manchmal doomigem, ansonsten fetzigem) Rock & Roll. Es ist alles vertreten was der ältere Mensch braucht: Leslie-Geschwirre, ein Moog, eine Hammond, wilde Gitarrensoli, heißes Percussion-Getrommel, bedeutungsschwangere Texte und Melodien aus dem Lehrbuch. Und Jams über 8, 10, 12 oder 20 Minuten. Zugegeben, junge Menschen, die bisher mit solchen Tönen nie in Kontakt kamen, werden bei nicht eindeutiger Neigung und/oder sofortiger Sympathie eher gelangweilt abwinken und von "altmodischem Zeug aus Papas Plattenschrank" sprechen. Hört mal genau hin!
Vier Nummern stammen von "From The Purple Skies", die anderen vier vom 2006er Output "Witchflower", das an uns leider leider vorüberging. Qualitativ nehmen sich die Songs nichts, "Witchflower" scheint der natürliche Nachfolger der ". Purple Skies" zu sein, jedenfalls hat sich die Band live keinen Fußbreit vom Konzept entfernt. Harter Rock mit viel Gefühl, und so viel Zeit, dass sich die Songs entwickeln und gedeihen können. Bloß keine 3-Minuten-Nummern!
Der Auftritt fand am frühen Nachmittag statt, es mag für einige Zuhörer vielleicht befremdlich gewesen sein, solche Achtminüter wie Before The Morning Light mit ihrer potentiellen around-midnight-music um diese Tageszeit zu hören. Aber die Reaktionen sind hörbar gut gewesen, die Italiener machten den Tag offensichtlich zum Konzertabend. Und zwar so, dass sogar eine kreischende Hendrix-Einlage vor Through My Love bejubelt wurde. Völlig zu Recht, denn Signore Caligari entblödet sich dabei überhaupt nicht als Saitenhexer, sondern lässt einfach einen raus, so wie ihm der (Gitarren-) Schnabel eben gewachsen ist. Die WICKED MINDS machen Spaß als Rockband und nicht als nachäffende Epigonen.
Nun könnten wir noch ein halbes Stündchen über die Musik auf dieser CD schwadronieren. Tun wir aber nicht. Maul halten und in 20 Minuten Return To Uranus (genießen). Was "Apollo" Negri an seinen Tasten und Knöpfen und danach die gesamte Band leistet, gehört mit zum Besten, was uns in den letzten Jahrzehnten an abgefahrenem Hard Rock passiert ist. Absolut brillant. So wie diese gesamte Live-CD.
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