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| On Serpentine Roads, Eigenvertrieb, 2009 |
| Bernie Kurray |
Vocals |
| Christian Tesch |
Guitar |
| Fabian Krapp |
Guitar |
| Benedikt Ries |
Bass |
| Bernd Sattelberger |
Drums |
| Produziert von: Fabian Krapp |
Länge: 53 Min 28 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Faces In The Crowd | 6. Valleys Run Deep |
| 2. Vacant Towers | 7. On Serpentine Roads |
| 3. Rites Of Passage | 8. Machines In Human Guise |
| 4. Lest We Forget | 9. Lucid Dreams |
| 5. Solitude | |
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"Support the underground", fleht mich der Beipackzettel zur CD an. Das machen wir als Retter der guten handgemachten Rockmusik doch gerne. Und bei ARCHAI machen wir das sogar richtig gerne.
Was machen eigentlich ENCHANT? Diese Frage sei gestattet, denn seit dem letzten Soloausflug von deren Sänger Ted Leonard aus dem Jahr 2008 habe ich von den Amis nichts mehr gehört, die Bandpage schweigt und auf Tour scheinen sie auch nicht mehr zu gehen. Aber, was auch immer die Amis machen, das kann uns seit heute egal sein, denn aus Süddeutschland kommt Ersatz. Sie kommen jetzt nicht gerade aus einer Weltstadt, machen aber Musik, mit der sie in der Welt der progressiven Töne durchaus in der Lage sind einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Meine Damen und Herren, begrüßen Sie gemeinsam mit dem Home of Rock aus Ochsenhausen: ARCHAI!
Warum die Einleitung mit ENCHANT? Nun, beim ersten Hören der Scheibe war ich mir sicher, das in der Art und Weise schon mal gehört zu haben, beim zweiten Hören wurde ich in Teilpassagen an METALLICAs "Ride The Lightning" erinnert, beim dritten Hören der Scheibe dachte ich, dass man das nicht mal eben so nebenher bei einem feudalen Essen hören kann, und während ich das hier schreibe, fällt mir wieder ein, an wen mich der Sänger erinnert. Und da ist der Vergleich mit Ted Leonard nicht von der Hand zu weisen. Dazu kommt, dass die musikalischen Querverweise zu den Amis je länger man die Scheibe hört immer mehr ins Ohr fallen (ins Auge geht ja nicht, das kann ja nicht hören). Nun beschreiben die Herren aus dem Süden der Republik ihre Musik selbst als progressiv angehaucht, aber eigentlich Heavy Metal klassischer Machart. Meine Herren, da habt ihr aber etwas untertrieben. So richtig gradlinig ist das nicht, aber genau das macht den Reiz der Scheibe aus, denn sie biedert sich nicht dem Mainstream an und gefällt gerade deswegen. Sicherlich sind die metallischen Einflüsse zu bemerken, aber es geht nie geradeaus auf die 12. Es werden immer wieder Breaks, Fill-Ins oder andere Spielereien eingebaut. Das macht richtig Laune zu hören.
Also, wir halten bis hierher fest: Der Vergleich zu einem der Meisterwerke von METALLICA fällt ins Ohr wegen des abstrakten Riffings, was sehr oft zitiert, aber nicht überstrapaziert wird. An die progressiven Amerikaner erinnert die Stimme und der Songablauf und -aufbau. Was fehlt ist ein Keyboard! Das ist wiederum faszinierend, denn es fällt gar nicht auf, dass keins dabei ist. Meiner Meinung nach würde es hier nicht störend oder deplatziert wirken, aber es ist auch nicht schlimm, dass es nicht dabei ist. Das zeigt, dass die Herren etwas vom Komponieren verstehen. Denn da, wo viele Genrekollegen mit den Tasten die Töne zukleistern, wird hier schweißtreibend gegroovt. Sehr gut gemacht. Lediglich der 9-Minüter zum Abschluss fällt etwas aus dem hohen Rahmen, da dieser durch die vielen eingestreuten Gitarrensoli doch etwas in die Länge gezogen wirkt. Hier wäre meiner Meinung nach auch nach der 6. Minute alles gesagt gewesen. Aber egal, es handelt sich um das Debüt von ARCHAI, und wenn das keine Luft mehr nach oben lassen würde, dann wäre das schade. Immerhin schreibt das Quintett bereits an neuem Material und das wollen wir gerne hören.
So was unterstützen wir gerne beim Home Of Rock (ich schrieb es bereits eingangs) und noch etwas unterstützen wir sofort: Wenn eine Band schreibt: "Durch das von Bob Katz (Digital Domain) durchgeführte Mastering hält sich die Band von der gängigen Praxis fern, Alben überzukomprimieren. Der Lautstärkeregler ist nicht grundlos der größte Knopf einer Stereoanlage", dann stimmen wir dem als Redaktion gesamtheitlich mit einem JA zu und schicken diesen Satz mit freundlichen Grüßen von ARCHAI an die Herren Ulrich, Hetfield, Hemmet und Trujillo und bitten darum das letzte Album noch mal vernünftig abzumischen.
Jungs, macht weiter so und wir werden weiter für und über Euch schreiben. Selten so eine gute Newcomerband aus deutschen Landen gehört. Dazu dann alles selbst produziert, komponiert, unter eigener Flagge veröffentlicht und der Vertrieb erfolgt auch nur über die bandeigene Page. Das ist mutig, aber konsequent. Hoffen wir mal, dass sie auf diesem Weg auch den ein oder anderen Erfolg einfahren können.
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