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Progressive Changes & Disunion Denied

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Progressive Changes
Disunion Denied
Progressive Changes & Disunion Denied, GP Productions, 2003 & 2008
Markus Brand Vocals
Jörg Nazarow Jr. Drums
Gert Sprick Keyboards
Heiko Maag Bass
Goran Panic Guitars
Sven Pollkötter Drums ("Progressive Changes")
Hendrik Thiesbrummel Keyboards ("Progressive Changes"), Drums ("Disunion Denied")
Carsten Pryzluzki Lead Guitars (Act Of Resignation & Progressive Changes)
Markus Knubbe Additional Leads
Ines Turowski-Seher Female Voices (Inside Of The Machine Part I-III)
Länge: 42 Min 42 Sek & 50 Min 58 Sek Medium: CD
"Progressive Changes":
1. Inside Of The Machine I5. Welcome
2. Noisegate6. Progressive Changes
3. Crimson Poison7. When Words Have No Meaning
4. Act Of Resignation8. Inside Of The Machine II
"Disunion Denied":
1. Insane Reality6. Fire Down Below
2. Lord Of Empolis7. Romantic Lies
3. Simply Not True8. Somethin' More
4. The Endzone9. All About
5. Inside Of The Machine III

Auf den gleich folgenden Satz freu ich mich schon so lange, wie ich weiß, woher die Band kommt. Denn (Achtung, jetzt geht's los) aus Gütersloh kommt nicht nur der letzte keksknabbernde Cowboy, sondern auch eine sehr verheißungsvolle Metal-Kapelle! (Fertig, ich muss mich erstmal ne Runde freuen!)
ASSIGNMENT kommen tatsächlich aus Gütersloh und überraschen nicht nur mit zwei genialen Scheiben, sondern auch mit einem sehr sympathischen Umgang.

Zwei Alben der Band sollen hier abgehandelt werden, dabei werde ich mich mehr dem aktuellen Dreher widmen, den ersten aber nicht außen vor lassen. Denn beide Scheiben zusammen ergeben einen Sinn.
Der Titel des Debüts von 2003 "Progressive Changes" ist, das sei vorweg gesagt, allerdings etwas verwirrend. Sicherlich wird mit Inside Of The Machine I gleich zum Start ein nahe an die 10 Minuten reichender Song dem Hörer um die Ohren gehauen, der auch mit diversen Stilmitteln zu spielen weiß, im großen und ganzen erwartet einen aber lupenreiner Metal mit leicht progressiven Anleihen. Wer hier jetzt eine Glanztat à la DREAM THEATER oder SYMPHONY X oder deren Kollegen erwartet, kann leicht in die Irre laufen. Ich begebe mich mal auf dünnes Eis, wenn ich behaupte, dass in der ersten Scheibe mehr NWoBHM steckt als Metal in Andrea Berg, und gewisse Querverweise zu Bands wie IRON MAIDEN oder SAXON nicht ganz von der Hand zu weisen sind.
Act Of Resignation weist mit seiner amerikanischen Hymne und dem Kanonendonner leicht in Richtung One von METALLICA, kann aber an diesen Übersong nicht heran reichen. Trotz allem wird die knappe 3/4 Stunde nicht von Langeweile geprägt. Im Gegenteil, die 8 Songs winden sich in die Gehörgänge und verweilen an den Strängen der Nackenmuskulatur. Das ist für ein Debütalbum schon mehr als beachtlich.

Ganze vier Jahre brauchte es, bis die Band um Gitarrist, Mastermind und Songschreiber Goran Panic mit "Disunion Denied" Silberling Numero 2 aus dem Studio ans Tageslicht rollte. In der Zwischenzeit ging man u. a. mit POVERTY'S NO CRIME oder EVERFEST auf diverse Bühnen, sammelte Erfahrungen und neue Songideen.
Trotz diverser Umbesetzungen innerhalb der Band bleiben sie der eingeschlagenen Linie treu und fabrizieren weiterhin riffenden, leicht thrashenden Metal, gespickt hier und da mit dezenten, aber gut positionierten Keyboards. Wie gut hier unterschiedliche Emotionen und Stile miteinander verwoben werden, kann wunderbar in Simply Not True gehört werden, was mit einem atmosphärischen Mittelteil zu begeistern weiß. Hendrik Thiesbrummel (ein Name wie ein Gedicht) konnte auf "Progressive Changes" mit den Keyboards noch nicht so richtig die Sau rauslassen, zeigt sich von daher auf "Disunion Denied" von seiner drummenden Seite. Nicht schlecht gemacht. Von Doublebass-Gewitter über vertrackte Rhythmen bis hin zu ruhigen Phasen ist auf dem neusten Release alles vorhanden, was man auch vom Debüt kannte. Hier und da wird man schon mal an THRESHOLD erinnert, wie z. b. im saustarken Fire Down Below, dann wird es in Romantic Lies klassisch. Leider zeigt sich in dem Ruhepol der Scheibe auch die Schwäche des Sängers, der in ruhigen Lagen dann doch etwas gequält klingt. Das Shouten hat er zwar auch nicht erfunden, aber sicherer ist Markus Brand da schon. Vielleicht klingt es etwas abgedreht, aber ein wenig erinnert mich der Song an "The Flower Kings Meets Metal". Trotz Schwächen in der Stimme klasse gemacht. Somethin' More entpuppt sich danach als reine Pianoballade, die ich so nicht erwartet habe und die irgendwie nicht zum Gesamtbild der CD passen will und es trotzdem tut. All About verabschiedet den Hörer dann mit einer etwas schwächeren Nummer aus einer insgesamt verheißungsvollen Scheibe, die aber noch Luft nach oben lässt. Alles in allem schon mehr als gut, aber da kann noch mehr kommen.

Warum sind aber nun beide Scheiben essentiell und warum kann man nicht nur mit einer der beiden leben? Ganz einfach, weil man dann das Innere der Maschine nicht versteht. Inside Of The Machine beherbergt in seinen bisherigen drei Teilen eine Geschichte um Macht, Liebe, Verrat, Ideale, Wahrheit und den Zerfall der eigentlichen Werte der Menschheit. Es geht um eine Maschine, die es geschafft hat, die Menschen zu manipulieren und der die Welt gehört (und hört auf den Namen George W. Bush - nein, das war nur ein banaler Scherz des Verfassers dieser Zeilen). Nur die Maschine kann entscheiden, wer auf der Sonnen- und wer auf der Schattenseite des Lebens stehen darf. Der allmächtige Gott hat auf der Erde keine Macht mehr, aber er beobachtet einen gebrochenen Mann namens Nick, von der er glaubt, dass er die Maschine bezwingen kann. Dazu schickt er ihm eine "Mistress" (wunderbar von Ines Turowski-Seher gesungen) zur Unterstützung, die alles noch komplexer macht…

Was in den 30 Minuten der ersten drei Teile geboten wird, macht auf alle Fälle neugierig auf das, was noch kommen soll. Bleibt als Fazit: Wenn der Cowboy seinen Keks geknabbert hat, wird es Zeit, dass ASSIGNMENT die Krümel verputzen und zeigen, was echte Kerle essen. Viel Erfolg für die Zukunft!

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 05.02.2008

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