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| Illusionation, Grooveyard Records, 2009 |
| Billy White |
Guitar, Vocals |
| Steve Bernal & Brian Walsh |
Bass |
| J.J. Johnson |
Drums |
| NAME |
Drums |
| Gäste: |
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| Michael Ramos |
B-3 Organ |
| Pam Miller |
Piano |
| Ian Moore |
Backing Vocals |
| Dave McNair |
Percussion |
| Produziert von: Billy White & Dave McNair |
Länge: 79 Min 31 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Nectarine | 9. Up The Ladder Down |
| 2. Time Bomb | 10. We All Want To Live Together |
| 3. Twelve | 11. Give This Life |
| 4. No Other | 12. Closer |
| 5. Fade | 13. Cookie Cutter |
| 6. Ashes From The Sun | 14. Diamond |
| 7. The Moth And The Flame | 15. Surround You |
| 8. 13 Seconds Blackout | 16. Cookie Cutter (Live 1995) |
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Na, mein lieber Scholli, endlich mal wieder welche, die klasse Songs zu schreiben verstehen!
Unbekümmert packen die Jungs um Namensgeber Billy White fast 80 Minuten Musik auf ihre Scheibe "Illusionation", kümmern sich einen Dreck um Zeitgeist und legen herzerfrischend los. Primordialer Rock, also Musik mit anständig Steinen drin, beeinflusst von Blues und ein wenig Soul wird in insgesamt 16 Stücken geschnürt, rau aufpoliert und abgeliefert. Sogar eine gute Portion Psychedelic mischen sie in ihre Melange, was "Illusionation" auch für unsere Freunde vom Burg Herzberg Festival interessant machen dürfte. Dass dieses Album des BILLY WHITE TRIOs von 4 Bandmitgliedern nebst 4 Gästen eingespielt wurde - zugegebenermaßen überschneiden sich die beiden Basser Steve Bernal und Brian Walsh bei keinem Song - macht die ganze Sache noch sympathischer.
Billy White singt charismatisch und spielt eine ruppige Rockgitarre. Schön, dass er mittlerweile beschlossen hat, unter eigenem Namen Karriere zu machen, nachdem er es in der Vergangenheit, wohl in einer schwachen Stunde, nicht lassen konnte, vorübergehend bei DON anzuDOKKEN.
Nun aber zum Wichtigsten, der Musik: Anders als vielleicht zu vermuten ist, handelt es sich bei "IIlusionation" nicht um die tausendste Blues Rock-Produktion, die, meist doch ziemlich gekonnt eingespielt, nicht nur durch ihre schiere Anzahl erschlagen. Auch die darauf mittlerweile zur Genüge abgenudelten Standards, viel zu selten mit Esprit beseelt, stressen eher, als dass sie wirklich noch Spaß bereiten.
Nein, "Illusionation" beinhaltet keinen Song, der nicht hörenswert ist, kein Stück, das nicht irgendwie zu überzeugen weiß, kein Arrangement, welches schon beim ersten Reinziehen nervt. Vielmehr geht Billy White mit einer erstaunlichen, für dieses Genre fast schon nicht mehr für möglich gehaltenen Kreativität zu Werke.
Egal, ob die Songs ruhig und stimmungsvoll daherkommen (We All Want To Live Forever) oder sich lieber in felsigem Gewand zeigen (Twelve), jeder von ihnen verfügt über das gewisse Etwas. Jenes gewisse Etwas, das sie herausragen lässt aus der mit zahllosen zahnlosen Songs übersäten Wüste einfallsloser Kreationen, wie eine bunte Kaktusblüte aus der Einöde der Prärie.
Speziell das Riffing Mr. Whites ist von Magie berührt. Schon beim Eröffnungssong Nectarine brettert er einen seiner zeitlosen Riffs in den digitalen Speicher. Billy versteht sie wohl dosiert einzusetzen. Sie akzentuieren die Songs zwar vorsichtig, dafür umso treffender. Dazwischen übernehmen seine Gesangslinien, mal ohne mal mit Backing-Unterstützung, die packenden Refrains oder die ordentliche Soloarbeit das Kommando.
Wie es geht, demonstriert das BILLY WHITE TRIO ebenso bei Cookie Cutter. Denkt man im ersten Moment, diesen Riff bereits hundert Mal irgendwo anders gehört zu haben, spielt Billy ihn beim nächsten Durchgang einfach in einer höheren Tonlage. Und schon hängt der Hörer gefangen im Netz und möchte, dass dieser Song niemals endet. Was fast in Erfüllung geht, denn zum Abschluss der CD heizt die Band mit einer Live Version von Cookie Cutter - aus 1995 wohlgemerkt - nochmals so richtig ein.
Noch ein weiterer Song muss unbedingt erwähnt werden. Nämlich Ashes From The Sun; mag dieser Begriff mittlerweile auch abgegriffen sein. Ashes From The Sun ist ein Killersong mit der Eindringtiefe eines Röntgenstrahls in eine Zahnwurzel. Wahrlich, ein Lied für gewisse Stunden. Zwei Gitarrenthemen wechseln sich ab, beide für sich hätten jeweils alleine bereits das Zeug zu einem Supersong. Dazu gesellt sich Billys mitnehmende Stimme in den leidenschaftlichen Gesangslinien. Mal klingt Ashes From The Sun melancholisch, dann wieder trotzig. Aber am besten klingt es laut.
Es bleibt festzuhalten: Sobald man denkt, alles sei bekannt, kommen diese Burschen mit überraschenden Melodiebögen, frechen Akkordfolgen, beherzten Backing-Vocals oder ungewohnten Läufen und geben den Kompositionen genau das, was sie von Durchschnittsware unterscheidet. Mal bluesig, mal flockig, mal rockig, aber nie langweilig. So werden aus Songs richtige Hinhörer.
Diese Platte wird allen gefallen, die vom hammerkranken Schwermetallsound den Bembel bis zum Eichstrich voll haben, sich aber an Südstaatenrock und anderen reaktionären Farmermist noch nicht herantrauen. Auf jeden Fall aber allen, die ihre Scheu vor guter, weit überdurchschnittlicher Rockmusik noch nicht aufgebaut, oder bereits wieder überwunden haben.
Tolle Band, tolle Songs, tolle Platte!
PS: Werde jetzt den Red. bitten, diese Scheibe in meine Playerverstopfer für Juli 2009 einzufügen. Und wehe, er weigert sich!
[Bewahre! Das würde der niemals tun. Übrigens unfassbar, dass Herr White keine Homepage betreibt. F.S.]
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