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| Better Days, Linus Entertainment/Universal Music Canada, 2006/2007 |
| Edwin |
Lead & Backing Vocals, Percussion, Acoustic Guitars |
| Gary Craig |
Drums |
| Kenny Cunningham |
Bass |
| Jeff "Diesel" Dalziel |
Bass, Backing Vocals, Percussion, Guitar, Piano |
| Jeremy Kelly |
Guitars |
| Ian Thornley |
Slide Guitar (Wrong Side & Light Reflects) |
| Alexandra Slate |
Acoustic Guitar (Better Days) |
| Pete Lesperance |
Guitar (Better Days) |
| Alex Lifeson |
Guitar (Light Reflects & Eyes Of A Child) |
| Chuck Leavall |
Piano (Eyes Of A Child) |
| Produziert von: Jeff "Diesel" Dalziel |
Länge: 43 Min 00 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Never Over | 7. That's A Lie |
| 2. Wrong Side | 8. Light Reflects |
| 3. I Wonder | 9. Eyes Of A Child |
| 4. Right Here | 10. Hold Your Head Up |
| 5. Flyin' | 11. Alive (Acoustic) |
| 6. Better Days | |
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Und was ist nun das Problem mit Edwin Ghazal, dem nachdenklichen und stets liebenswerten Gutmenschen aus Kanada?
Vielleicht, dass er wie ein glattgebügelter Klon von Bono klingt, dem gutesten aller Gutmenschen, der seine Millionen aber nicht zuhause sondern in den Niederlanden günstig versteuert. Die Ersparnis spendet er ganz sicher großzügig nach Afrika, der Heuchler. Aber egal, unser Edwin hat vermutlich noch nicht so viel Geld, als dass es sich lohnte, in ein Billigsteuerland umzuziehen. Er arbeitet aber feste dran.
"Better Days" heißt das neue und dritte Werk des ehemaligen I MOTHER EARTH Sängers, und man kommt ins Grübeln angesichts der lauwarmen Popwriterklänge auf diesem Album. Das war doch eine durchaus ernstzunehmende Band, experimentell, innovativ, technisch hochwertig trotz alternativem Gehabe, zumindest anfangs unbeleckt von offensichtlichem Kommerzdenken und trotzdem erfolgreich. Und dann das. Auf "Better Days" ist nicht eine einzige Kante, an der man sich den Finger schneiden könnte. Noch nicht mal ein Gitarrensolo, das an The Edge heranreichen kann, obwohl man den ungestraft als lausigen Gitarristen bezeichnen darf.
Edwin versucht durchaus Spannungen und Gefühle in seinen Songs aufzubauen, aber irgendwie klingt es am Ende hohl und fahl. Wo sind denn die Emotionen des ziemlich muskelbepackten Sensibelchens? Mal von seinem dünnen Stimmchen abgesehen. Apropos Stimme. Nicht nur Bono, auch Robbie Williams kommt einem in den Sinn. Natürlich der Robbie von vor dem kommerziellen Selbstmord auf "Rudebox" (scharfe Scheibe übrigens). Edwin erreicht etwa die Bösartigkeit eines Bryan Adams im Soundtrack zu "Robin Hood".
Und dann die Texte. So viel Weltenschmerz, so viel Pein, so wenig Lust auf Lösungen oder gar Spaß. Dafür Klischees ("the future is wide open."), die man in den einschlägigen Formatmedien nur allzu gern hört/sieht/liest. Wer betrachtet die Welt nicht gerne aus den Eyes Of A Child. Uuuh.
Da wird auf eine Zielgruppe geschielt, die mit Rockmusik nichts am Hut hat. Vermutlich nicht mal mit Pop, höchstens mit Hausfrauenberieselung von Antenne Südostbayern oder Grüne Welle Oldenburg.
Dem guten Edwin hilft weder der Produzent Jeff "Diesel" Dalziel (jaha, den kennt man als Soloartisten) noch die Reputation, auf Alex Lifesons (RUSH) VICTOR-Projekt mitgewirkt zu haben und den aus alter Freundschaft für zwei überaus unauffällige Gastauftritte gewonnen zu haben. Wen sollte das angesichts dieser CD interessieren?
Für "American Idol", oder wie immer das Pendant in Kanada heißt, ist Edwin zu alt, für die noch lebenden "echten" Musikkäufer zu seicht, bleibt ihm nur der Weg über Gottschalk und Konsorten. Das sind doch Aussichten für einen ambitionierten Musiker und sein banales Pop-Produkt, das, falls es nicht entsprechenden Hype erfährt, ohne jeden Rückstand verpuffen wird. "Ain't it good to be alive".
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