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| Radioactive Creampieces, Abandon Records, 2009 |
| Fit Sterny |
Vocals, Guitar |
| Ronbo |
Bass, Backing Vocals |
| Jymme Luzz |
Leadguitar |
| Mitch Holliver |
Drums, Oszilloskop |
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Länge: 55 Min 53 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Bassmann's Gallery | 7. Radioactive Creampieces |
| 2. Groovy Groovy | 8. Go! |
| 3. Kisses And Greetings | 9. Dancing In The Brine |
| 4. Smiling Is The Language | 10. How Long Must We Go There |
| 5. Seven Dayz | 11. Eyes Wide Open |
| 6. In The Park | 12. Some Drunken Words |
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Als "Glowing Elephant", also so was wie "Glühender Elefant" bezeichnet sich eine Kölner Truppe, bestehend aus 4 jungen Musikern. Und um im Bild zu bleiben, betiteln sie ihr Debütalbum mit "Radioactive Creampieces". Glühend und radioaktiv. Wer denkt dabei nicht an die Energie, die aus der Materie selbst stammt? Sowohl beim Alpha- als auch beim Betazerfall und erst recht bei der Gammastrahlung wird jede Menge Energie frei. Was, mit Verlaub, bei der vorliegenden CD nicht der Fall ist.
Stilistisch gesehen bewegen sich GLOWING ELEPHANT in einer Melange aus Beat und Schrammelrock. Sie selbst bezeichnen ihre Musik als "Independent Pop Rock". Mit Pop und Rock liegen sie ganz gut. Aber was, bei Uranus, an "Radioactive Creampieces" Indie sein soll, weiß sicherlich nur der Band-Promoter. "Teutonischer MTV- und 1Live kompatibler Britrock" trifft die Sache eher. Was durchaus als Kompliment gemeint ist, denn niemand würde auf die Idee kommen, GLOWING ELEPHANT als Deutsche zu identifizieren. Dafür sind die UK-Einflüsse einfach zu gewaltig.
Gleich durch 12 Songs schrammeln sie sich also. Zwar gar nicht schlecht, dafür aber auch nicht sonderlich originell. Alles war schon einmal zu hören und nichts ist überraschend. Die technischen Fähigkeiten der Jungs sind zwar limitiert - Jymme Luzz kriegt an der Leadgitarre manchmal nur gerade so die Kurve -, aber mehr benötigt der Sound auch nicht. Die oft mit Harmony-Vocals vorgetragenen Strophen kommen gefällig rüber. Eine große Stärke der Band sind die Refrains. Eingängig ausgefallen, könnten sie den GLOWING ELEPHANTs den Weg in die Charts ebnen. In Sachen Songwriting spielen sie schon jetzt in einer Liga mit Genrekoryphäen wie den DANDY WARHOLS oder BLUR (na klar, alle Vergleiche hinken, der hier ganz besonders). Allerdings verursachen die verzweifelten Versuche, doch irgendwie eine Klimax in die Kompositionen zu bekommen, fast schon körperliches Unbehagen.
Interessant ist die Performance von Schlagzeuger Mitch Holliver: Immer mal wieder spielt er die Snare wie eine Military Drum. Das geht einem nach einiger Zeit zwar auch auf den Zeiger, nett ausgedacht ist es aber trotzdem.
Auf zwei Songs muss wegen ihrer Qualität näher eingegangen werden.
Da hätten wir als erstes Smiling Is A Language. Vom Speed aus betrachtet, eignet es sich so gerade mal, um im der Muckibude die Kurzhanteln zu stemmen. Aber von der Eindringtiefe her gesehen hat es die gleiche Wirkung wie ein Protonenstrahl in einer Schüssel voller Quark(s). Smiling Is A Language wütet im limbischen System des Hörers wie es sonst nur melancholische Herbstimpressionen können. GLOWING ELEPHANT spielen ihre großen Stärken aus: Gute Melodien, einfaches, aber ungemein treffsicheres Arrangement und einen tollen Refrain.
Fast ebenso gut ist Dancing In The Brine ausgefallen. Wirklich sehr an die Zeit erinnernd, als die STONES ihre verhängnisvolle Freundschaft mit dem "Tee" schlossen, packt einen der Refrain direkt an der Kehle. Zuerst möchte man ihn immer und immer wieder hören. Und als wenn die GLOWING ELEPHANTs dies wüssten, wiederholen sie ihn solange, bis man ihn nicht mehr hören kann. Respekt! Solche Konsequenz findet man im Business wirklich nicht oft.
Auch der Tiefpunkt der Produktion muss erwähnt werden.
Zum Titeltrack des Albums haben die Kölner Dickhäuter einen so dermaßen kranken Instrumentalsong erkoren, dass man sich fragt, ob Radioaktivität wirklich keine irreparablen Schäden hinterlässt. Radioactive Creampieces ist nichts anderes als kaputt, durcheinander und überflüssig. Reine Zeitschinderei. Völlig hirnverbrannt - mit kehligen Schreien, Affengebrülle und lauten Seufz- und Atemgeräuschen. Solche Verwüstungen hinterlässt nicht mal die gute alte Tüte Klebstoff.
Wer schon immer wissen wollte, wie die u/30 Generation - aufgewachsen zwischen Eltern, die bei Rotwein immer noch den ewigen Krieg "The Beatles vs. The Rolling Stones" austragen - ihre kindlichen Traumata verarbeiten, kann an "Radioactive Creampieces" nicht vorbei. Brit-Pop-Rock-Fans natürlich auch nicht. Alle anderen aber schon!
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