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Backroads To Byzantium

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Backroads To Byzantium
Backroads To Byzantium, Steamhammer/SPV, 2011
Jackie Robinson Vocals
Bat Kinane Guitars & Backing Vocals
Pete Fisher Guitars
Graham McClatchie Bass
Des McEvoy Drums
Länge: 38 Min 54 Sek Medium: CD
1. Chronicled Deceit6. Down & Out
2. Long Gone7. Something She Knows
3. Fade To Dust8. Two Wrongs
4. Even If I Don't Know Where I'm Gonna Go9. End Of The Line
5. Don't Make Their Mistake10. Motions Of Time

Um GLYDER ist es schade, da wird auch dieses vierte Album namens "Backroads To Byzantium" mitsamt neuer Besetzung nichts mehr ändern. Was vor gut fünf Jahren mit dem spannenden Debut so verheißungsvoll begonnen hatte und live als Support von THUNDER beinahe schon Weltklasseniveau hatte, versandete bereits beim zweiten Album in gehobener Mainstream-Mittelmäßigkeit und lief 2010 mit "Yesterday, Today And Tomorrow" endgültig auf die selbst geschaufelte Sandbank. Es zündete nichts mehr, die Band schien ihr Songwriterpulver verschossen zu haben und der persönlich unheimlich nette Sänger und Bassist Tony Cullen klang immer langweiliger.
Dem Bandchef Bat Kinane lag die ganze Situation wohl quer und so zog er die Reißleine. Cullen raus, Jackie Robinson als neuer Sänger und Graham McClatchie am Bass sowie Des McEvoy am Schlagzeug war die Konsequenz. Leider bringt die Frischzellenkur nur im ersten Drittel von "Backroads To Byzantium" eine leichte Formsteigerung, danach taumelt die CD von Song zu Song mehr.

Chronicled Deceit überrascht mit einer an BLACK SABBATH erinnernden Zähflüssigkeit, Long Gone flutscht locker hardrockend über einer feinen Slidegitarre dahin und Fade To Dust hätte auch auf dem noch stark LIZZY-beeinflussten Debut Platz gefunden. Drei gar nicht mal so unanständige Songs am Stück gab es von GLYDER länger nicht mehr. Auffallend ist allerdings, dass Jackie Robinson mit Sicherheit nicht der vokalistische Paukenschlag ist, als den man ihn ausgegeben hat. Er singt ähnlich sympathisch und leicht kurzatmig wie Tony Cullen, dem man des Öfteren stimmliche Mängel vorgehalten hatte. Ebenfalls fällt der nicht besonders gute Sound der CD auf. Die uns vorliegenden Vorab-MP3-Dateien klingen wenig transparent, leicht muffig und die Abmischung der Gitarren ist mangelhaft, kurz gesagt: "Backroads To Byzantium" ist nicht wirklich reif für die erste Liga.
Nach den ersten 11 Minuten kommt im Grunde nur noch Gefälligkeitsrock. Even If I Don't Know Where I'm Gonna Go ist dafür exemplarisch. Es wäre ein nettes Rock-Liedchen, wird aber völlig unnötig von Keyboards, Chören und einem butterweichen Gitarrensolo aufgeweicht. Ganz so, als ob die Jungs wirklich nicht wüssten, wohin sie gehen sollen. Kein einziger Song begeistert mehr richtig, die meisten kann man sich auch live kaum feuriger vorstellen. Quo vadis, GLYDER?
Die Halbballade Down & Out hätte noch die größten Chancen auf den diesjährigen "Lizzy-Award" gehabt, aber da ist einfach zu wenig Fleisch am Kochen, um die Suppe fett zu machen. Ein ganz ordentliches Brian-Robertson-Gedächtnissolo reicht nicht.
Einige Arrangements sind über ein "Demo-Stadium" nicht hinausgekommen, da fehlt der Pfiff und unterm Strich auch die Qualität für mehr als nur einen weiteren Achtungserfolg. Wie gesagt, um GLYDER ist es schade.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 07.10.2011

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