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God Is An Astronaut

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God Is An Astronaut
God Is An Astronaut, Revive Records, 2009
Torsten Kinsella Guitars, Piano, Synths
Niels Kinsella Bass
Lloyd Hanney Drums
Länge: 61 Min 18 Sek Medium: CD
1. Shadows6. No Return
2. Post Mortem7. Zodiac
3. Echoes8. Remaining Light
4. Snowfall9. Shores Of Orion
5. First Day Of Sun10. Loss

Der Bandname lässt es schon erahnen. Hier geht es ambient und äußerst atmosphärisch zu. Kaum zu glauben, aber diese selbstbetitelte Scheibe ist bereits das vierte Album der Formation GOD IS AN ASTRONAUT. Warum man ausgerechnet jetzt auf einen extra ausgewiesenen Albumtitel verzichtet hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Das ist auch nicht wichtig, denn die gebotene musikalische Leistung ist über jeden Zweifel erhaben. Da schwingt schon eine Prise an Mut mit, zumal GOD IS AN ASTRONAUT vollkommen instrumental ohne Gesang vorgehen. Doch lehnt man sich zurück und lässt das Album auf sich wirken, so vermisst man nicht wirklich etwas.
Die jeweiligen Instrumentierungen lassen einander immer wieder so viel Spielraum wie jeder für sich braucht, auf der anderen Seite legen GOD IS AN ASTRONAUT an so machen Stellen ein pures Soundgewitter vor. Als Beispiel sei hier das überragende Echoes genannt. Die Gitarren explodieren förmlich, bevor sie clean dahin schmelzen, der Bass warme und wohlige Harmonien darunter legt und auch das Schlagzeug mehr gefühlvoll als brachial zu Werke geht. Torsten Kinsella zieht auf der Klampfe ziemlich viele Register und verleiht zusammen mit den aufgenommenen Tasteninstrumenten die beabsichtigte Stimmung. Der Hörer taucht also in die Welt von GOD IS AN ASTRONAUT ein. Voraussetzung dafür ist, wie in diesem Genre üblich, dass man sich hineinziehen lässt.

Zodiac kommt mit einem beeindruckenden Tempo daher, nicht unbedingt sehr abwechslungsreich gelingt es den Iren, sich in die Ohren einzufräsen. Da ist Power, da ist Energie, da ist plötzlich Elektronik durch die Synthesizer vorhanden, all das macht die Nummer ebenfalls zu einem Highlight.
Der Beginn von Shores Of Orion macht einen Spagat zwischen dezenter Melancholie und eingespeister Psychedelic, letztlich bekennt man sich zum knackigen Postrock. Einerseits geht die Mucke leidenschaftlich aber dennoch leichtfüßig zu Werke, andererseits wird das Stück zunehmend ungewöhnlich hart, ja fast schon brutal.
Beim Überfliegen der Titel auf der Außenhülle entdeckt man mit knapp 11 Minuten Spiellänge einen möglichen Longtrack namens Loss. Doch das entpuppt sich schnell als Irrtum, denn nach etwa der Hälfte driften GOD IS AN ASTRONAUT ab und lassen den Synthie ganz alleine, kaum wahrnehmbar die Nummer zu Ende bringen. Schade, da hatte ich mich auf mehr gefreut.

Letztlich entschädigen fast alle übrigen Songs und es bleibt die Feststellung, dass Irland mit GOD IS AN ASTRONAUT zwar keine neuen Heroen hat, aber dass dieses Trio richtig viel Potenzial in sich trägt. Meinerseits besteht Nachholbedarf, denn das ist eine sehr interessante Band!

Ralf 'Jogi' Ruhenstroth, (Impressum, Artikelliste), 20.03.2009

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